Beton, Mauerwerk und Holz

Die Materialien Beton und Mauerwerk dienen in Form von Auskragungen, Brise-Soleils, Balkonen, Dachüberständen und schattigen Arkadengängen traditionell als feststehende Sonnenschutzvarianten. Aus Holz hingegen werden bewegliche Verschattungslösungen hergestellt. Als Klapp-, Schlag-, Falt-, Dreh- und Schiebeläden haben sie sich über Jahrhunderte bewährt. Je nach Region und Verfügbarkeit werden die Holzarten Eiche, Fichte, Hemlock, Kiefer, Lärche, Meranti, Oregon-Pine und Tanne bevorzugt. Auch Holzwerkstoffe wie Furnierschichtholz FSH, LVL, Microllam etc. sind mit entsprechender Oberflächenbehandlung für den Außeneinsatz geeignet, z.B. als Sonnenlamellen oder Schiebetafeln.

Gallerie

Filtermauerwerk und Maschrabiyya
Einschaliges Mauerwerk mit etwa ziegelgroßen, lichtdurchlässigen Durchbrüchen in einer ansonsten geschlossenen Wandfläche, erzeugt im Innenraum einen gefilterten und effektvollen Tageslichteinfall. Wie bei einem regelmäßigen Mosaik dringt das Licht punktuell durch die Zwischenräume in den Innenraum. Auch Geräusche und Außenluft gelangen durch die Öffnungen in nur reduziertem Ausmaß in das Gebäudeinnere, sodass eine kontemplative Stimmung im Raum entsteht.

Eines der bekanntesten Beispielgebäude für Filtermauerwerk ist das Kunstmuseum Kolumba des Erzbistums Köln. Das von Peter Zumthor entworfene, minimalistisch mit hellem Backstein gestaltete Ausstellungsgebäude wurde 2007 nach fünfjähriger Bauzeit realisiert. Hier sorgt das in breiten, horizontalen Streifen eingesetzte Filtermauerwerk für den Erhalt archäologischer Ausgrabungen durch angemessene Licht-, Luft- und Temperaturverhältnisse. Historisch wertvolle Fundamente alter kirchlicher Vorgängerbauten und Mauerreste der St. Kolumba-Kirche aus dem Mittelalter werden zur Besichtigung ausgestellt. Der besonders dosierte Tageslichteinfall setzt die archäologischen Funde auch visuell in Szene: Das Filtermauerwerk sorgt im Bereich der Ausgrabungen für mystische Lichtverhältnisse mit nahezu sakraler Atmosphäre.

Als Tageslichtfilter, dem Filtermauerwerk ähnlich, kann auch die Fassade des L’Institut du Monde Arabe von Jean Nouvel und Pierre Soria in Paris betrachtet werden. In dem 1987 errichteten Gebäude wird durch eine Vielzahl von Irisblenden, die in die südliche Glasfassade integriert sind, ein ganz besonderer, wechselnder Tages- und Sonnenlichteinfall erreicht. Die sogenannten Maschrabiyya (frz.: Moucharabiehs), die ursprünglich als Sichtschutzelemente aus der islamischen Baukunst stammen und gleichzeitig für kühlende Durchlüftung sorgten, werden hier vom Computer gesteuert und verändern ihre Blendeneinstellungen in kurzen Zeitabständen. Auf überraschende Weise entstehen dadurch ständig neue, kunstvolle Mosaiken in der Fassade und damit wechselnde Lichtverhältnisse im Innenraum. Als Gestaltungsmotiv für diesen meisterhaften Lichteinfall diente Nouvel die traditionelle Ornamentik arabischer Architektur.

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