Studentenwohnheim in Tübingen

180 m² große, senkrechte Fassadenkollektorfelder

Das 40 Meter hohe Georg-Fahrbach-Haus in Tübingen wurde 1969 erbaut und seither als Studentenwohnheim genutzt. Die dringend benötigte Sanierung und Modernisierung des Hochhauses im Jahr 2008 plante und realisierte das Reutlinger Büro e+k Architekten. Dabei war eine langfristige und umweltgerechte Lösung mit langlebigen, hochwertigen Materialien primäres Ziel aller am Bau Beteiligten.

Gallerie

Auf 14 Wohngeschossen, einem Untergeschoss und einer Dachterrasse befinden sich nun 186 Wohnheimplätze. In jedem Geschoss sind acht bis 14 Studenten untergebracht, die sich je Etage eine Gemeinschaftsküche, vier WCs und vier Duschen teilen. Im ersten Obergeschoss befinden sich allerdings nur zwei Einzimmerappartements. Darunter bietet das Erdgeschoss Platz für das Büro des Hausmeisters und eine - in Folge der Sanierung realisierte - barrierefreie Wohnung.

Im Rahmen der baulichen Sanierung fand der Austausch der gesamten technischen Ausstattung statt, außerdem wurde der Brandschutz auf den neusten Stand gebracht und die Zimmer auf 12 - 18,5 m² vergrößert. Neue Fenster ersetzen die alten, bauphysikalisch schlechteren Modelle und befinden sich nun an der Außenkante der Fassade. Um den sommerlichen Wärmeschutz auch bei hohen Windlasten an dem 40 Meter hohen Gebäude zu gewährleisten, brachten die Architekten innen liegende Jalousien an und entschieden sich für eine Dreifachverglasung mit reduziertem Energiedurchlassgrad. Auf der Südseite verschatten zusätzlich Balkone die Verglasungen. Für ein gutes Raumklima und eine gesicherte Abführung der Luftfeuchtigkeit befinden sich Nachströmelemente in den Fensterrahmen. Bei freier Lüftung wird der Heizkörper des Zimmers gedrosselt, um den Wärmeverlust zu reduzieren. Die Steuerung erfolgt über lokale Fensterkontakte, die eine automatische Verriegelung der Thermostatventile herbeiführen.

Um dem massiven Taubenproblem entgegen zu wirken, wurde die komplette Südfassade inklusive Balkone und Treppenraum mit einem Taubenschutznetz eingehaust. Dieses Netz -  in Form eines Vorhangs -  ist prägnantes Gestaltungselement der Fassade.

Solares Bauen
Auf der Ost- und Westseite des Gebäudes befindet sich seit der Fassadenmodernisierung eine Solarkollektoranlage zur Unterstützung der Heizung und zur Erwärmung des Trinkwassers. Die beiden 90 m² großen senkrechten Fassadenkollektorfelder sind in das Wärmedämmverbundsystem integriert. Die Höchstleistung der Kollektoren liegt bei 54 kW, der solare Ertrag beträgt circa 50.000 kWh im Jahr. Ergänzt wird diese Anlage von zwei 5.000 Liter Pufferspeicher. Die solare Gesamtdeckung von Heizung und Warmwasser erreicht - laut Prognose zur Fertigstellung - rund elf Prozent.

Bautafel

Architekt: e+k Architekten, Reutlingen (Sanierung)
Projektbeteiligte: Schneck Schaad Braun, Tübingen (Tragwerks- und Sanierungsplanung); Ingennieurbüro Züger und Partner, Metzingen (Haustechnik); Drescher und Partner, Herbolzheim (Brandschutz); Econsult, Rottenburg (Energieberatung)
Bauherr: Studentenwerk AdöR Tübingen-Hohenheim, Tübingen
Fertigstellung: 2008
Standort: Heuberger-Tor-Weg 15, Tübingen
Bildnachweis: e+k Architekten, Reutlingen

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