Neues Regionshaus in Hannover

Ausgezeichnet mit dem DGNB-Gütesiegel in Gold

Das Neue Regionshaus in Hannover dient als zentrale Anlaufstelle für die Bürger der Region. 2007 erbaut, ergänzt es einen Altbau aus den 1950er Jahren, an dessen Materialien und Farbgebung es sich orientiert. Der Neubau bildet einen sechsgeschossigen Winkel zur Hildesheimer Straße. An seiner kurzen Seite schiebt sich ein ebenerdiger Saal für die Regionalversammlung bis zur Straße. Dieser hebt sich auch durch seine grüne Kupferfassade von der klar gegliederten Bürofassade aus hellem Kalkstein ab. Über die vollständige Verglasung des großen Saales entsteht ein freier Durchblick bis in den Innenhof. Er bildet das so genannte „Fenster der Region“. In den Obergeschossen finden 191 Büros für jeweils zwei Mitarbeiter Platz, die sowohl die geforderte Energieeffizienz als auch einen hohen Komfort für die Nutzer gewährleisten.

Gallerie

Das Hannoveraner Architekturbüro Bünemann & Collegen plante den Bau, welcher im Rahmen des Forschungsprogrammes „Energieoptimiertes Bauen - EnOB“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie begleitet und gefördert wurde. Dem Forschungsprogramm entsprechend galten hohe Anforderungen, trotzdem war der finanzielle Rahmen vergleichsweise eng gesetzt. Die ersichtlich gewordene ökonomische Qualität war eine der fünf Kriterien, nach der die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen das Regionshaus in der Kategorie „Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude, Version 2008“ geprüft und bewertet hat. Mit einer Standortbewertung von 1,66 und einer Objektbewertung von 1,4 wurde das Gebäude mit dem DGNB-Gold-Zertifikat ausgezeichnet.

Energiekonzept

Der Neubau weist ein sehr günstiges A/V-Verhältnis von 0,3 auf. Die Wärmedämmung der Außenwände ist als Mineralwollekerndämmung WLG 035 mit einer Stärke von 16 cm ausgeführt. Die äußere Fassadenbekleidung besteht im Falle der Büroriegel aus portugiesischen Kalksteinplatten und Brüstungseinsätzen aus anthrazitfarbenem Granit. Der Saalkubus ist als Kontrast mit großformatigen vorpatinierten Kupferpaneelen verkleidet. Die Fensterfläche des Gebäudes ist mit 30% moderat und reduziert damit sowohl die Wärmeverluste als auch die unerwünschten sommerlichen Wärmeeinträge. Die U-Werte der Fenster liegen bei 1,2 W/m²K. Das Gebäude weist eine sehr gute Luftdichtheit von n50=0,4 h-1 auf.

Der Sonnen- und Blendschutz wurde im Fensterzwischenraum integriert und ist mit einer Tageslichtlenkung ausgestattet. Die Beleuchtung ist sowohl präsenz- als auch helligkeitsgesteuert und trägt zur Energieeinsparung bei. Die Räume werden mittels Heizkörper über Fernwärme beheizt, Lüftungsanlagen mit hocheffizienter Wärme- und Feuchterückgewinnung wurden nur für den Mehrzwecksaal und die Sanitärräume vorgesehen. Im Sommer können die Büros über eine Betonkernaktivierung die an 12 Erdsonden von 70 m Tiefe angebunden sind gekühlt werden, im Winter wird über die Sonden die Zuluft vorgewärmt. Eine Kältemaschine ist nur als Redundanz vorgesehen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes EnOB wurde das Gebäude mit umfassender Messtechnik ausgestattet. Die Auswertung der ersten Messergebnisse hat einen Heizwärmebedarf von rund 35 kWh/m² ergeben. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes liegt insgesamt bei rund 124 kWh/m². Hierbei stellten mit rund 30 kWh/m² die elektrischen Bürogeräte die größte Verbrauchergruppe. Bezogen auf die gesetzlichen Anforderungen gemäß der im Planungszeitraum vorgeschriebenen EnEV 2007 unterschreitet das Regionshaus die Anforderungswerte um rund 50%.

Bautafel

Architekt: Bünemann + Collegen, Hannover
Baubeteiligte: Billfinger Berger, Hannover (Bauausführung, Generalunternehmer); Energydesign, Braunschweig (Beratung Energie); S. Burmester + K. Sellmann Ingenieurgesellschaft, Garbsen (Statik, Bauphysik); Ringkamp, Hannover (Prüfstatik); Rockwool, Gladbeck (Dämmstoffe)
Bauherr: Region Hannover
Fertigstellung: 2007
Standort: Hildesheimer Straße 20, Hannover
Bildnachweis: Fotodesign Andreas Braun, Hamelnund Bünemann + Collegen, Hannover

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