Altbauten nachhaltig sanieren

Grundsätzlich ist eine baukonstruktiv und wirtschaftlich sinnvolle Altbaumodernisierung einem Neubau vorzuziehen, denn zu den Kerngedanken der Nachhaltigkeit gehören die Wiederverwertung, Zweitnutzung und Verlängerung der Lebensdauer in einem angemessenen Rahmen – auch bei Gebäuden.

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Bei einer nachhaltigen Sanierung sind neben den bekannten Grundsätzen der Bauausführung auch übergeordnete Aspekte zu berücksichtigen. Sie sollten gewährleisten, dass sich die Maßnahme auch auf lange Sicht als ökologisch verträglich, ökonomisch überzeugend und energieeffizient bewährt.

Die grundsätzlich für alle Altbaumodernisierungsmaßnahmen geltenden Regeln können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Altbaugerechte Arbeitsweise
    Notwendige Veränderungen an der vorhandenen Konstruktion sollten weitestgehend minimiert werden. Die einzelnen Arbeitsschritte sollten keine zusätzlichen Schäden an der vorhandenen Bausubstanz hervorrufen.

  • Schutz und Wiederverwendung vorhandener Bauteile
    Alle zu erhaltenden Bauteile müssen vor Beschädigungen während der Bauzeit geschützt werden, um Restaurationskosten vorzubeugen. Jedes Bauteil sollte auf seine Wiederverwertbarkeit überprüft werden. Erhaltene Bauteile tragen wesentlich zum historischen Erscheinungsbild des Hauses bei.

  • Trockene Bauweise bevorzugen
    Unnötige Feuchtigkeitsmengen belasten das Bauwerk und können später noch zu Schäden durch Schimmelpilzbildung führen.

  • Endbehandelte Bauteile
    Wo immer möglich, sollten endbehandelte Bauteile in der Altbaumodernisierung verwendet werden.

  • Vertikale Erschließungsstränge
    Das Zusammenfassen von vertikalen Erschließungssträngen ist besonders wichtig, da zumeist alle Deckendurchbrüche inklusive der erforderlichen Vor- und Folgearbeiten erst hergestellt werden müssen.

  • Verlegung von Leitungen
    Bereits zu Beginn der Planung sollte das Verlegen von Leitungen vor die vorhandene Konstruktion oder in entsprechende Schächte berücksichtigt werden.

Die Kriterien für eine nachhaltige Altbaumodernisierung können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Energetisch effizient
    Energieeffiziente Maßnahmen im Bestand sind nicht nur im Hinblick auf Fördermöglichkeiten attraktiv. Ökologische und ökonomische Überlegungen überlagern sich in optimaler Weise in der Forderung nach energiesparender Architektur.

  • Passive Energiegewinne
    Durch umfassende Studien und Forschungstätigkeiten konnten auch für die Altbaumodernisierung enorme Steigerungen im Bereich der passiven Energiegewinne erzielt werden. Diese sollten umfassend in die Planung mit einfließen.

  • Ökobilanz
    Alle verwendeten Materialien sollten neben ihrer Kombinationsfähigkeit auch im Hinblick auf ihre Ökobilanz gewählt werden.

  • Recycling / Wiederverwertung
    Als Teilaspekt der Ökobilanz ist die Fähigkeit zur Wiederverwendung bzw. zum Recyceln der einzelnen Baustoffe zu prüfen.

  • Ökonomisch bauen
    Der kostenbewusste Planungsgrundsatz gilt in jedem Bauvorhaben, nachhaltige Maßnahmen weiten die ökonomischen Überlegungen jedoch aus, so sind auch die Erstellung-, Transport- oder Entsorgungskosten mit in die Berechnungen einzubeziehen.

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