Firmensitz in Schwäbisch Gmünd

Wechselnde Nutzungen, individualisierte Leuchten

Zwischen viel Grün erheben sich zwei weiße, über einen gemeinsamen Sockel verbundene organische Baukörper: das neue Headquarter von Bosch bei Schwäbisch Gmünd. Der Entwurf für den Neubau auf dem Werksgelände am Ende des Schießtals stammt von Wulf Architekten. Das Interiordesign vom Stuttgarter Büro Alexander Fehre kombiniert Open Spaces mit geschlossenen Raumkapseln, während die Lichtplanung wechselnde Nutzungen berücksichtigt und auf individualisierte Leuchten setzt.

Gallerie

Umgeben von Grün
Der Firmensitz von Bosch Automotive Steering liegt auf einem bewaldeten, hügeligen Grundstück, das von zwei Bachläufen durchzogen wird. Das Stuttgarter Büro Wulf Architekten hat ein Projekt entwickelt, das aus drei Baukörpern besteht: Kundenzentrum, Empfangsgebäude und Parkhaus. Damit einher ging die Neugestaltung der Freianlagen und die Renaturierung der Bäche.

Das Kundenzentrum und das Empfangsgebäude sind im Erdgeschoss als gemeinsamer Sockel konzipiert, während sich das Gebäude im Bereich der Obergeschosse in einen südlichen, dreigeschossigen Baukörper sowie in einen nördlichen, fünfgeschossigen Baukörper ausbildet. Dabei folgt die Höhenstaffelung der Baumasse der Topographie der Umgebung. Die konvex gestaltete Gebäudeform ermöglicht einen effizienten Bürogrundriss mit Erschließungs- und Sanitärkernen im Zentrum sowie Einzel- und Großraumbüros, Konferenzbereiche, Teeküchen und Lounges.

Wechselspiele
Das Projekt war ursprünglich von der Vorgängerfirma ZF Lenksysteme beauftragt worden – mit der Übernahme durch Bosch wurde aus dem Headquarter ein Entwicklungscampus. Dieser Wandel sollte im Inneren abgebildet werden, weshalb das Stuttgarter Studio Alexander Fehre mit einer Neukonzeption des Interiors beauftragt wurde. Die gestalterische Idee: ein offenes Raumkonzept mit verschiedenen Rückzugsmöglichkeiten. Dabei stellten die „Eck“-Situationen des konvexen Grundrisses eine besondere Herausforderung dar. Um den Wunsch des Auftraggebers nach mehr Einzelbüros zu erfüllen, hatte Alexander Fehre eine gute Idee: Er entwickelte von der Fassade abgesetzte Raumkapseln als Holzkonstruktionen, die mit ihren abgerundeten Ecken den Gebäudegrundriss spiegeln. Auf allen Geschossen gibt es jeweils drei davon: Sie beherbergen Besprechungsräume sowie sogenannte Fokusräume für konzentriertes Arbeiten. An den Außenseiten der Raumkapseln sind Nischen als Kommunikationszonen eingelassen, die – mit Sitzbänken und Tischen ausgestattet – einen schönen Blick auf die grüne Umgebung bieten. Varianten von Grün in Form von Textilien prägen auch das durchdachte Farbkonzept und variieren von Etage zu Etage.

Lichtplanung: Funktion und Individualität
Alexander Fehre und sein Team haben bei der Lichtplanung eng mit dem Leuchtenhersteller Waldmann zusammengearbeitet, der alle Architekturprojekte von Bosch ausstattet. Ausgangspunkt der Lichtplanung war die spezielle Tageslichtsituation des Gebäudes. So ist die Fassade mit vorgestellten, perforierten und drehbaren Vertikallamellen versehen, die das natürliche Licht differenziert steuern können. So entstehen im Wechselspiel mit dem grünen Außenraum angenehme Lichtstimmungen und eine luftig-leichte Raumwirkung, vor allem in den großzügig verglasten Lounge-Bereichen.

Der offen gestaltete Grundriss der insgesamt acht Etagen schafft unterschiedliche räumliche Beleuchtungssituationen. Dabei strukturiert die Lichtplanung die Nutzungszonen und grenzt sie voneinander ab. So wird der umlaufende Flurbereich durch längliche Einbaulichtkanäle ausgeleuchtet, während Pendelleuchten die anderen Verkehrswege akzentuieren und vereinzelt auch Einbauspots zum Einsatz kommen. Die Arbeitsplätze werden durch mobile LED-Stehleuchten ausgeleuchtet – mit Direkt- und Indirektlicht. Integrierte Bewegungs- und Tageslichtsensoren steuern und regeln die Beleuchtung nach Bedarf, Anwesenheit, Tages- und Jahreszeit.

Für einige Bereiche individualisierten die Lichtplaner die Standardleuchten, was vom Innenausbauer direkt vor Ort umgesetzt wurde. In den Nischen zwischen Fassade und Raumkapseln wurde beispielsweise die Akzentbeleuchtung mit maßgefertigten, farbigen Metall verhaust, um sie in das allgemeine Farbkonzept zu integrieren. Oder aber die markanten Bogenleuchten, die die offenen Teamflächen wie eine Lichtinstallation überspannen: Hier wurden die Originalleuchten ummantelt und um einen Bogen erweitert. Dabei dient die Verbindung aus Tischbein und Leuchtenfuß gleichzeitig als Kabelführung und Halterung für die Pendelleuchten. Auch sie sind je nach Geschoss in einer anderen Farbe gehalten. -csh

Bautafel

Architektur: wulf architekten, Stuttgart
Innenarchitektur: Studio Alexander Fehre, Stuttgart
Projektbeteiligte: Alber & Schulze Baumanagement, Stuttgart (Bauleitung), wh-p, Stuttgart (Tragwerksplanung), Jetter Landschaftsarchitekten, Stuttgart (Landschaftsplanung), Büro uebele visuelle kommunikation, Stuttgart (Leitsystem); Waldmann, Villingen-Schwenningen (Pendelleuchte Vivaa und Stehleuchte Lavigo); LTS Licht und Leuchten, Tettnang (Einbau-Lichtkanäle und -Spots); Studio Alexander Fehre, Stuttgart in Zusammenarbeit mit Waldmann (Lichtplanung)
Bauherrschaft: Robert Bosch Automotive Steering, Schwäbisch Gmünd
Fertigstellung: 2019
Standort: Richard-Bullinger-Straße 77, 73527 Schwäbisch Gmünd
Bildnachweis: Zooey Braun, Stuttgart (www.zooeybraun.de); Brigida González/ Wulf Architekten, Stuttgart; Studio Alexander Fehre, Stuttgart

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