Strandbad Lochau

Zwei Gebäudeteile unter einem großen Schmetterlingsdach

Mit schönem Ausblick auf den Bodensee, die nahegelegene Stadt Bregenz und den 1.064 Meter hohen Pfänder, befindet sich im österreichischen Bundesland Vorarlberg die kleine Stadt Lochau. Am südöstlichen Seeufer, der sogenannten Bregenzer Bucht, liegt das Strandbad Lochau. Innauer Matt Architekten entwarfen einen reduziert gestalteten, lang gestreckten Gebäuderiegel in Holzbauweise, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt.

Gallerie

Der flache, eingeschossige Baukörper steht parallel zur dicht befahrenen Schnellstraße Richtung Begrenz, der Bahnlinie und einem belebten Radweg. In südwestlicher Richtung befindet sich der See. Der Neubau ist gegenüber dem Radweg zurückversetzt. Dadurch entsteht eine verkehrsberuhigte Situation vor dem Bad sowie ausreichend Platz für rund 200 Fahrradstellplätze. Begrenzungsmauern in hellem Sichtbeton schotten das Strandbad von der befahrenen Straße ab und leiten die Besucher gleichzeitig zum zurückliegenden Eingang.

Zweigeteilter Riegel mit Badebetrieb und Gastronomie
Der Gebäuderiegel ist in zwei Abschnitte unterteilt: Der größere, im Nordwesten angeordnete Teil, beherbergt Badebetrieb mit sanitären Anlagen, Umkleide-, Nass- und Spindbereichen. Gegenüberliegend, in südöstlicher Richtung befindet sich der kleinere, nochmals zurückversetzte Gebäudeteil mit Gastronomie und vorgelagerter Terrasse zum See. Dazwischen liegt der Eingang zum Strandbad mit Schrankenanlage und Zutrittskontrolle. Wer nur die Gastronomie besuchen möchte, nutzt den separaten Eingang im Südosten. Ein leichter Höhenunterschied mit einer Mauer aus Sichtbeton grenzt diesen Bereich vom Außengelände des Strandbades ab.

Schmetterlingsdach in Holz als verbindendes Element
Der Neubau ist als vorgefertigter konstruktiver Holzbau ausgeführt. Die Bodenplatte ist aus Beton. Ein großes, flaches Schmetterlingsdach in Holzmassivbauweise verbindet die einzelnen Bereiche zu einer Einheit. Im Verhältnis zur Größe des Daches sind die tragenden Balken und der Unterzug relativ schlank gestaltet. Getragen wird das Dach von Wandscheiben aus massiven, vorgefertigten Brettsperrholzplatten sowie der langen Stahlbetonwand im Nordosten. Im Eingangsbereich kragt es weit aus. Hier vervollständigen schlanke Stützen die Tragstruktur.

Die Bretterschalung ist als leichtes Stab- und Flächentragwerk in regionalem Fichtenholz ausgeführt. Im Bereich der Fassade wurde das Fichtenholz zum Teil diagonal verlegt. Der Umgang mit den verschiedenen Holzelementen, die zum Teil mit Abstand oder geschlossen gestaltet sind, löst die Kompaktheit des Gebäuderiegels auf. Im Eingangsbereich befindet sich auf dem Dach eine leichte Konstruktion, gefertigt aus verzinktem Stahlgewebe. Dahinter verbergen sich technische Aufbauten und die Solaranlage; zugleich ist hier der Namensschriftzug des Strandbades angebracht.

Bautafel

Architektur: Innauer Matt Architekten, Bezau
Projektbeteiligte: Flatz&Jäger, Bezau (Bauleitung); Merz Kley Partner, Dornbirn (Statik); Peter Messner, Dornbirn (HSL-Technik); Ludwig Schneider Elektroplanung, Egg (Elektroplanung); Günter Meusburger, Schwarzenberg (Bauphysik)
Bauherr: Gemeinde Lochau
Fertigstellung: 2020
Standort: Lochau
Bildnachweis: Adolf Bereuter, Dornbirn

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Brettschichtholz (BSH) besteht aus beliebig vielen, festigkeitssortierten Brettlamellen mit maximal 45 mm Dicke, die faserparallel zu Trägern verklebt sind.

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