Muster-Holzbaurichtlinie 2004 M-HFHHolzR

Konstruktive Mindestanforderungen und Auswirkungen auf die Praxis

Konstruktive Mindestanforderungen
Die konstruktiven Mindestanforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile der Gebäudeklasse 4 werden durch die Muster-Holzbaurichtlinie 2004 (M-HFHHolzR) spezifiziert. Darin sind die Anforderungen an tragende, aussteifende und raumabschließende Bauteile unter anderem nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften geregelt.

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Anforderungen gemäß § 26 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 MBO:

  • Hochfeuerhemmend
  • Allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen
  • Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Baustoffen (Schmelzpunkt > 1000°C)

Der Anwendungsbereich beschränkt sich auf Holzsystembauweisen, wie den Holzrahmen- bzw. Holztafelbau und die Fachwerkbauweise, die einen gewissen Grad der Vorfertigung aufweisen. Ausgenommen ist die Holzmassivbauweise, wie Brettsperrholz- und Blockbauweise, mit Ausnahme von Brettstapeldecken. Durch Einhaltung der konstruktiven Anforderungen sollen folgende Risiken ausgeschlossen werden:

Risiken:

  • ein Brennen der tragenden und aussteifenden Holzkonstruktionen,
  • die Einleitung von Feuer und Rauch in die Wand- und Deckenbauteile über Fugen, Installationen oder Einbauten sowie eine Brandausbreitung innerhalb dieser Bauteile und
  • die Übertragung von Feuer und Rauch über Anschlussfugen von raumabschließenden Bauteilen in angrenzende Nutzungseinheiten oder Räume verhindern.

Konstruktive Anforderungen:

  • Baustoffe,
  • Brandschutzbekleidungen,
  • Konstruktive Ausbildung der Wand- und Deckenbauteile,
  • Stützen und Träger einschließlich ihrer Anschlüsse,
  • die Öffnungen für Türen, Fenster und sonstige Einbauten und
  • die Installationsführungen.
Kapselklasse K260
Die M-HFHHolzR und die DIN EN 13501-2 spezifizieren die Anforderungen nach § 26 (2) der MBO an eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung für hochfeuerhemmende Holzbauteile in der Kapselklasse K260. Diese Klassifizierung verhindert eine Entzündung der tragenden und aussteifenden Bauteile aus Holz- und Holzwerkstoff über einen definierten Zeitraum von 60 Minuten und konkretisieren sich über die folgenden brandschutztechnischen Anforderungen:
  •  Brandschutzbekleidung muss allseitig und durchgängig aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen,
  • Bekleidung ist mit Fugenversatz, Stufenfalz oder Nut- und Federverbindungen auszubilden.
Auswirkungen der M-HFHHolzR
In mehrgeschossigen Holzbau findet die Kapselklasse K230 in Verbindung mit Massivholzdecken regelmäßig Verwendung und stellt somit aber eine Abweichung von der M-HFHHolzR für Gebäudeklasse 4 dar. Dies erfordert ein Brandschutzkonzept .

Die M-HFHHolzR 2004 schließt die Verwendung von Massivbauteilen bis auf die Brettstapelbauweise aus. Eine Erweiterung der Richtlinie für andere Massivholzbauweisen ist in dem neuen Entwurf von 2019 der Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile in Holzbauweise für Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5 (M-HFHHolzR) vorgesehen.

Weitere Informationen zu konstruktiven Einflüssen, schallschutztechnischer Vorbemessung und Bauteilaufbauten sind in der Schrift Brandschutzkonzepte für mehrgeschossige Gebäude in und Aufstockungen vom Informationsdient Holz, Holzbau Handbuch Reihe 3, Teil 5, Folge 1 zu finden (siehe Surftipps).

Autorenschaft: Holzbau Deutschland Institut

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