Bauordnungsrechtliche Grundlagen

Musterbauordnung und Landesbauordnungen

Musterbauordnung (MBO) 2002
Die Inhalte der Musterbauordnung (MBO) werden kontinuierlich von der Bauministerkonferenz (ARGEBAU – Arbeitsgemeinschaft der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland) aktualisiert und beraten. Sie bildet damit die Grundlage für die Gesetzgebung der Bundesländer. Die Aufgabe der MBO besteht in der Vereinheitlichung der Landesbauordnungen (LBO). Die Länder sind angeraten, ihre jeweilige Landesbauordnung im Rahmen von Novellierungsverfahren an die MBO anzupassen.

Die Musterbauordnung definiert unter anderem die allgemeinen Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen § 26 (2) sowie die Einteilung der Gebäude in Gebäudeklassen (GK) 1 - 5. § 26 (2) MBO 2002 stellt den Bezug zur Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise – M-HFHHolzR her.

Die Anwendung der Holzbauweise mit oder ohne Abweichung von der MBO ist in nachfolgender Tabelle beschrieben (s. Abb 11). 


Gebäudeklassen GK 1-5
Die Musterbauordnung 2002 teilt Gebäude in Abhängigkeit von Anforderungen an den Brandschutz und die Standsicherheit in fünf Gebäudeklassen ein (s. Abb. 2). Die Gebäudeklassen differenzieren sich über unterschiedliche Eigenschaften. Für die Einteilung in eine Gebäudeklasse sind die Höhe des Gebäudes, die Anzahl und die Größe der Nutzungseinheiten maßgebend.


Gebäude in Holzbauweise sind in der Gebäudeklasse 4 möglich, wenn ausschließlich nichtbrennbare Dämmstoffe verwendet werden und die Bauteile allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Beplankung aufweisen. Die brandschutztechnischen Anforderungen an Bauteile in Gebäudeklasse 4 nach MBO 2002 sind folgende (s. Abb 3):


Die Musterbauordnung – einschließlich aktueller Änderungen – kann auf der Homepage der Bauministerkonferenz eingesehen werden (siehe Surftipps).

Landesbauordnung (LBO)
Die Landesbauordnungen (LBO) der Bundesländer beinhalten die brandschutztechnischen Anforderungen und werden zuweilen in Novellierungsverfahren der Musterbauordnung angepasst. Die Anforderungen werden individuell übernommen und gegebenenfalls abgeändert. Daraus resultieren unterschiedliche Bauordnungen, die beispielsweise eine einheitliche Betrachtung vergleichbarer Bauvorhaben bei einem Baugenehmigungsverfahren zusätzlich erschweren.

Die unterschiedlichen Anforderungen der Landesbauordnungen bezüglich des Feuerwiderstandes an tragende, aussteifende und raumabschließende Holzbauteile in Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5 sind in Tabelle 1 aufgelistet. Dabei beziehen sich die Anforderungen ausschließlich auf oberirdische Geschosse. Die Ausnahme bildet hierbei das Dachgeschoss. Die Anforderungen der LBO bezüglich des Feuerwiderstandes in einem Dachgeschoss sind in der Regel geringer anzusetzen (s. Tabelle3).


Weitere Informationen zu konstruktiven Einflüssen, schallschutztechnischer Vorbemessung und Bauteilaufbauten sind in der Schrift Brandschutzkonzepte für mehrgeschossige Gebäude in und Aufstockungen vom Informationsdient Holz, Holzbau Handbuch Reihe 3, Teil 5, Folge 1 zu finden (siehe Surftipps).

Anmerkungen: 1) fh = feuerhemmend, hf = hochfeuerhemmend, fb = feuerbeständig, M = widerstandsfähig gegen zusätzliche mechanische Belastung, nb = nicht brennbar, 1 = gilt nicht für Wohngebäude, 2 = Gebäudeabschlusswand in F30/F90-Bauweise.
2) R = Tragfähigkeit (Résistance), E = Raumabschluss (Étanchélté), I = Wärmedämmung unter Brandeinwirkung (Isolation), M = Stoßbeanspruchung auf Wände (Menchanical).
3) In der Tabelle sind die Brennbarkeitsklassen in Anlehnung an die Hessische Landesbauordnung (HBO) beschrieben.
AB: Konstruktion in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen, BA: Tragkonstruktion brennbar und durch eine brandschutztechnische Bekleidung eingekapselt, B: Konstruktion mit brennbaren Schichten, i.d.R. wird eine reduzierte Kapselung (K230) ausgeführt.

Autorenschaft: Holzbau Deutschland Institut / Abbildungen: Informationsdienst Holz, Düsseldorf

Fachwissen zum Thema

Wärme-/​Schall-/​Brandschutz

Brandschutz

Brandverhalten von Holz und Bauordnungsrechtliche Grundlagen

Wärme-/​Schall-/​Brandschutz

Brandschutzkonzepte

Baulicher, anlagentechnischer, abwehrender und organisatorischer Brandschutz sind die Bestandteile eines ganzheitlichen Konzeptes.

Die konstruktiven Mindestanforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile der Gebäudeklasse 4 werden durch die Muster-Holzbaurichtlinie 2004 (M-HFHHolzR) spezifiziert (im Bild: Baugruppenhaus B26 in Berlin-Mitte, geplant von Kaden Klingbeil Architekten).

Die konstruktiven Mindestanforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile der Gebäudeklasse 4 werden durch die Muster-Holzbaurichtlinie 2004 (M-HFHHolzR) spezifiziert (im Bild: Baugruppenhaus B26 in Berlin-Mitte, geplant von Kaden Klingbeil Architekten).

Regelwerke

Muster-Holzbaurichtlinie 2004 M-HFHHolzR

Welche konstruktiven Mindestanforderungen gibt es, welche Risiken sollen ausgeschlossen werden, und was sind die Auswirkungen auf die Praxis?

Für Leitungsanlagen, die ohne Abschottung und in gemeinsamen Durchbrüchen durch Bauteile mit Anforderungen an den Feuerwiderstand geführt werden, sind spezielle Randbedingungen zu beachten.

Für Leitungsanlagen, die ohne Abschottung und in gemeinsamen Durchbrüchen durch Bauteile mit Anforderungen an den Feuerwiderstand geführt werden, sind spezielle Randbedingungen zu beachten.

Regelwerke

Verwendung von Bauprodukten/Abschottungen

Bei der Ausführung von Gebäuden in Holzbauweise stellen fehlende Verwendbarkeitsnachweise, beispielsweise für Brandschutztüren, Verglasungen oder Abschottungen, erhebliche Hindernisse dar.

Tipps zum Thema

Publikationen

Brandschutzkonzepte

Die Planungshilfe unterstützt beim Erstellen von Brandschutzkonzepten für mehrgeschossige Gebäude und Aufstockungen.

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Holz sponsored by:
Informationsdienst Holz | getragen durch den Informationsverein Holz, Düsseldorf
Kontakt: +49 (0) 211 9665580 | info@informationsvereinholz.de
und Holzbau Deutschland Institut e.V., Berlin
Kontakt: +49 (30) 20314533 | kontakt@institut-holzbau.de
und Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V., Wuppertal
Kontakt: +49 (0) 20276972732 | info@studiengemeinschaft-holzleimbau.de
Zum Seitenanfang

Bauordnungsrechtliche Grundlagen

Welche Unterschiede gibt es zwischen MBO und LBO? Welche Bundesländer haben Regelungen in ihre Bauordnungen aufgenommen, die den Holzbau befördern sollen?

Muster-Holzbaurichtlinie 2004 M-HFHHolzR

Die konstruktiven Mindestanforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile der Gebäudeklasse 4 werden durch die Muster-Holzbaurichtlinie 2004 (M-HFHHolzR) spezifiziert (im Bild: Baugruppenhaus B26 in Berlin-Mitte, geplant von Kaden Klingbeil Architekten).

Die konstruktiven Mindestanforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile der Gebäudeklasse 4 werden durch die Muster-Holzbaurichtlinie 2004 (M-HFHHolzR) spezifiziert (im Bild: Baugruppenhaus B26 in Berlin-Mitte, geplant von Kaden Klingbeil Architekten).

Welche konstruktiven Mindestanforderungen gibt es, welche Risiken sollen ausgeschlossen werden, und was sind die Auswirkungen auf die Praxis?

Verwendung von Bauprodukten/Abschottungen

Für Leitungsanlagen, die ohne Abschottung und in gemeinsamen Durchbrüchen durch Bauteile mit Anforderungen an den Feuerwiderstand geführt werden, sind spezielle Randbedingungen zu beachten.

Für Leitungsanlagen, die ohne Abschottung und in gemeinsamen Durchbrüchen durch Bauteile mit Anforderungen an den Feuerwiderstand geführt werden, sind spezielle Randbedingungen zu beachten.

Bei der Ausführung von Gebäuden in Holzbauweise stellen fehlende Verwendbarkeitsnachweise, beispielsweise für Brandschutztüren, Verglasungen oder Abschottungen, erhebliche Hindernisse dar.

Normen zu (Bau-)holz, Werkstoffen, Bauprodukten

Welche Normen befassen sich mit Spanplatten und Sperrholz, Bauholz für tragende Zwecke, Massivholzplatten oder Klebstoffen?

Normen zu Tragwerk und Konstruktion

Welche Normen regeln Grundlagen der Tragwerksplanung, Einwirkungen auf Tragwerke oder die Bemessung und Konstruktion von Holzbauten?

Normen zu Wärmeschutz, Schallschutz und Brandschutz

Welche Normen befassen sich mit Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden, mit Schallschutz im Hochbau oder dem Brandverhalten von Bauteilen?

Ingenieurholzbau

Erfahren Sie mehr über die technischen und gestalterischen Möglichkeiten sowie die Vielfalt des modernen Hightech-Holzbaus.

Partner-Anzeige