Dach: Flachdächer

Hinterlüftung und Gefälle, Bedeutung der Dampfbremse

Analog zu denen geneigter Dächer können Flachdächer als hinterlüftete, diffusionsoffene Aufbauten ausgeführt werden. Nachdem die horizontale Hinterlüftungsschicht jedoch keinen thermischen Auftrieb ermöglicht, haben die Luftschichten unter Flachdächern eine weitaus größere Schichtstärke. Außerdem kann Kondensat aus der Hinterlüftungsebene nicht ohne Weiteres abgeführt werden. Die höhere Hinterlüftung und ein Gefälle von 2% erzeugen häufig eine Aufbauhöhe, die der Höhe des Tragwerks bzw. der Dämmebene entspricht.

Gallerie

Die Richtlinie empfiehlt eine Lüftungshöhe von 5 cm und Lüftungsöffnungen von mind. 2% der gesamten Dachgrundrissfläche an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten (siehe Surftipps: Fachbeitrag im Baunetz Wissen Flachdach). Die seitlichen Lüftungsöffnungen können in der Fassade gestalterisch sehr störend sein. Es ist außerdem eine Dampfbreme mit deutlich höherem sd-Wert (sd ≥100 m) nötig mit entsprechend aufwändigeren Bauteilanschlüssen. Hinterlüftete Flachdächer sind daher relativ selten.

Flachdach als Warmdach
Flachdächer werden meist als Warmdach ausgeführt, d.h. die Abdichtung schließt den gedämmten Dachaufbau ohne Hinterlüftungsebene nach außen ab. Die Abdichtung wird oft direkt auf einer Schicht aus harten Dämmplatten verlegt und entweder mechanisch oder durch Auflast (Dachbegrünung, Kies etc.) gegen Abheben gesichert. Damit ergibt sich eine grundsätzlich andere Wirkungsweise als in den diffusionsoffenen, hinterlüfteten Dachaufbauten.

Denn mit der Flachdachabdichtung liegt ungünstigerweise eine sehr diffusionsdichte Schicht an äußerster Stelle des Fassadenaufbaus. Das kann nur durch eine Dampfbremse (früher als Dampfsperre bezeichnet) mit noch höherem sd-Wert innenseitig der Dämmschicht kompensiert werden. Damit diese luft- und dampfdichte Schicht an allen Bauteilanschlüssen und in der Fläche den hohen Anforderungen entsprechen kann, sollte die Geometrie dieser Schicht schlicht und möglichst störungsfrei sein.

Außerdem sollte die Dämmebene keine Tragwerksteile aus Holz enthalten, die im Falle eines versteckten Mangels oder Schadens durch Feuchtigkeit zerstört werden können. Das Tragwerk sollte in diesem Fall raumseitig der Dampfbremse angeordnet sein. Das gilt ebenso für filigrane Konstruktionen wie für Massivholzdecken.

Autor: Stefan Krötsch

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Geneigte Dächer werden meist als hinterlüftete, diffusionsoffene Konstruktion ausgeführt, unabhängig vom Tragwerk des Daches.

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Dach: Geneigte Dächer

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In der Praxis sind Holzkonstruktionen heute meistens Mischkonstruktionen verschiedener Bauweisen oder Hybride mit anderen Materialien wie Stahl oder Beton (im Bild: Baugruppenhaus B26 in Berlin-Mitte von Kaden Klingbeil Architekten).

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Meist werden geneigte Dächer als hinterlüftete, diffusionsoffene Konstruktion ausgeführt. Die Neigung ermöglicht den thermischen Auftrieb der unter der Dachhaut erwärmten Luft.

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