Außenwand: Tafelbau- und Massivholzwände

Ausführungsarten und Langlebigkeit

Außenwände im Holzbau werden in der Regel als diffusionsoffene Bauteile ausgeführt. Häufig werden Tafelbauwände als Außenwände verwendet, denn die Gefache zwischen den Ständern lassen sich mit kostengünstiger Dämmung befüllen (Beispiel Wandaufbau: Abb. 6). Außerdem lassen sich damit sehr schlanke Außenwandaufbauten umsetzen. Die Ständer der Tafelbauwände bieten eine leistungsfähige Unterkonstruktion für verschiedene hinterlüftete oder kompakte Fassadenaufbauten, außerdem für Vordächer und andere Fassadenapplikationen.

Gallerie

Am robustesten und langlebigsten verhalten sich Außenwände mit hinterlüfteter Fassadenbekleidung.

Massivholzwand
Werden Außenwände als Massivholzkonstruktionen mit Brettstapelholz, Brettsperrholz oder Furnierschichtholz ausgeführt, werden sie in der Regel außenseitig gedämmt. Die Außenseite der Massivholzkonstruktion bildet dabei oft die luft-/dampfdichte Schicht, indem die Stöße abgedichtet werden (bei Brettsperrholz/Furnierschichtholz) oder eine zusätzliche Folie oder luftdichte Holzwerkstoffplatte verbaut wird (bei Brettstapelkonstruktionen).

Die Dämmschicht kann aus harten Dämmplatten bestehen und direkt auf der Massivholzwand befestigt werden. Entweder wird sie direkt als Wärmedämmverbundsystem verputzt oder die Unterkonstruktion eines hinterlüfteten Fassadenaufbaus wird mit Distanzschrauben oder Schwertern in die Massivholzwand befestigt.

Ein aufwändigerer, aber robusterer Fassadenaufbau ergibt sich, wenn auf die Massivholzwand Ständer und/oder Riegel aufgebracht werden, deren Zwischenräume ausgedämmt werden können, und die nach außen mit einer Holzfaserplatte oder einer Fassadenbahn diffusionsoffen, aber winddicht abgeschlossen sind. Hinterlüftete oder kompakte Fassadenaufbauten können dann analog zu Tafelbauwänden im Ständerwerk befestigt werden.

Autor: Stefan Krötsch

Fachwissen zum Thema

Brettsperrholz besteht in der Regel aus kreuzweise miteinander verleimten Lagen von Brettern.

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Brettsperrholz

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Beim Projekt „Anbau und Sanierung Waschhaus” in Steffisburg nach Plänen von Dällenbach Ewald Architekten kam eine Brettstapelwand zum Einsatz.

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Brettstapelwand

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Der konstruktive Holzschutz greift auf den Erfahrungsschatz einer Jahrtausende alten Bautradition zurück. Für Holzhäuser in alpiner Region typisch sind weite Dachüberstände.

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Holzschutz

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Holz ist hygroskopisch, es nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf; Schwinden und Quellen der Holzbauprodukte sind die Folgen (im Bild: Dachdeckung aus Holzschindeln an historischem Kirchenbau).

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Die Holzkonstruktion dieses Wohnhauses (Berlin, Görschstraße) ist ein kombinierter Skelett- und Holztafelbau.

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Die Präzision des Bauens nimmt mit der Vorfertigung erheblich zu (im Bild: Firmensitz Flexim in Berlin-Marzahn, geplant von ZRS Architekten Ingenieure).

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Grundlagen

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Beim Projekt „Anbau und Sanierung Waschhaus” in Steffisburg nach Plänen von Dällenbach Ewald Architekten kam eine Brettstapelwand zum Einsatz.

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Brettsperrholz eignet sich sehr gut für Wandelemente. Um vertikale Lasten optimal abtragen zu können, müssen die Decklagen stehend angeordnet sein.

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