Vollholz

Sortierung, Anforderungen und Einsatzbereiche

Als Vollholz (VH) wird Schnittholz unterschiedlicher Sortierung und unterschiedlichen Einschnitts bezeichnet. Je nach Querschnitt wird Schnittholz als Kantholz (Querschnittsbreite (B) ≥ 60 mm / Querschnittshöhe (H) ≥ B), Bohle (Stärke (S) ≥ 40 mm / B > 2S), Brett (S = 8 - 40 mm / B = 80 - 300 mm) oder Latte (B ≤ 40 mm / H ≤ 80 mm) bezeichnet.

Gallerie

Um Vollholz homogener und berechenbarer zu machen, gibt es Qualitäts- und Verarbeitungskriterien für Konstruktionsvollholz (KVH), das für tragende Bauteile verwendet wird. Die Anforderungen beziehen sich üblicherweise auf die Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie. Das Holz kann nach der Festigkeit visuell (z.B. C24) oder maschininell (z.B. C24M) sortiert werden (DIN 14081-1). Es wird in zwei Kategorien nach seinem Verwendungszweck für den sichtbaren Bereich (KVH-Si) oder den nicht sichtbaren Bereich (KVH-NSi) unterschieden. An das Holz werden bestimmte Anforderungen gestellt bezüglich der Holzfeuchte (technische Trocknung auf einen Feuchtegehalt auf 15%, +/- 3%), Maßhaltigkeit und Dimensionsstabilität, optisches Erscheinungsbild und Oberflächenbeschaffenheit sowie Vorzugsquerschnitte und -längen. Zugelassen ist sowohl nicht-keilgezinktes KVH als auch KVH mit Keilzinkverbindungen, für die jeweils unterschiedliche Produktnormen gelten.

Für KVH ohne Keilzinkverbindungen ist die DIN 14081-1: Holzbauwerke – Nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt – Teil 1: Allgemeine Anforderungen maßgebend. Für die Anwendung in Deutschland gilt die DIN 20000-5. Bei einer visuellen Sortierung sind Sortiernormen aus ganz Europa grundsätzlich zulässig. In Deutschland ist die DIN 4074-1: Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 1: Nadelschnittholz üblich. Für Kantholz der Sortierklassen S7, S10 und S13 finden sich in DIN EN 1912 die Zuordnung zu den europäischen Festigkeitsklassen.

Durch Keilverzinkung ist Konstruktionsvollholz in der Länge nicht mehr auf die Rohholzlänge beschränkt. Für keilgezinktes KVH wird die europäische Produktnorm DIN EN 15497 – Keilgezinktes Vollholz für tragende Zwecke – Leistungsanforderungen und Mindestanforderungen an die Herstellung  mit der Anwendungsnorm DIN 20000-7 in Bezug genommen.

KVH ist herzgeschnitten. Der Einschnitt erfolgt unter der Berücksichtigung, dass bei einem ideal gewachsenen Stamm die Markröhre beu zweistiliegen Einschnitt durchschnitten wird. Für die Verwendung im sichtbaren Bereich (KVH-SI) kann ein herzfreier Einschnitt vereinbart werden. Durch die technische Trocknung auf einen Feuchtigkeitsgehalt von mind. 18% werden die meisten Therpene ausgedünstet und das Holz ist weniger anfällig für Schädlinge. Die definierte Holzfeuchte ist Voraussetzung für einen weitreichenden Verzicht auf vorbeugenden chemischen Holzschutz, ggf. auch Voraussetzung für die Herstellung von Keilzinkverbindungen. Die Oberflächen sind je nach Verwendungsart gefast und gehobelt (KVH-Si) oder gefast und egalisiert (KVH-NSi). Abhängig von der Anwendung ist auch die Zulässigkeit bzw. Größe von Astzustand, Baumkante, Rindeneinschluss, Rissbreiten, Harzgallen, Verfärbungen, Fraßgänge von Insekten, Verdrehung. Inhomogenitäten wie Äste über 70 mm und Harzgallen werden ab einer gewissen Größe herausgeschnitten.

Die Vorzugsquerschnitte sind B/H = 60/120 bis 120/240 mm. Auf größere Breiten als 120 mm wird aus Gründen der Trocknung verzichtet, auf größere Höhen aufgrund des Baumquerschnitts. Für größere Querschnitte sollte Balkenschichtholz oder Brettschichtholz verwendet werden. KVH wird hauptsächlich als tragende Teile von Decken, Dächern, Wänden und für das Stabwerk von Holz-Tafelbauelementen verwendet.

Weitere relevante Normen zum Thema:
DIN 4074–1: Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 1: Nadelschnittholz
DIN 4074–2: Bauholz für Holzbauteile; Gütebedingungen für Baurundholz (Nadelholz)
DIN 4074–5: Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 5: Laubschnittholz
DIN EN 13556: Rund- und Schnittholz – Nomenklatur der in Europa verwendeten Handelshölzer
DIN EN 350–2: Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten – Natürliche Dauerhaftigkeit von Vollholz

Fachwissen zum Thema

Balkenschichtholz besteht aus miteinander verleimten Bohlen oder Kanthölzern.

Balkenschichtholz besteht aus miteinander verleimten Bohlen oder Kanthölzern.

Baustoff Holz

Balkenschichtholz

Balkenschichtholz wird meist als Deckenbalken eingesetzt, und wenn erhöhte Formstabilität oder größere Querschnitte gefordert sind, als mit Konstruktionsvollholz möglich sind.

Brettschichtholz (BSH) besteht aus beliebig vielen, festigkeitssortierten Brettlamellen mit maximal 45 mm Dicke, die faserparallel zu Trägern verklebt sind.

Brettschichtholz (BSH) besteht aus beliebig vielen, festigkeitssortierten Brettlamellen mit maximal 45 mm Dicke, die faserparallel zu Trägern verklebt sind.

Baustoff Holz

Bauprodukte

Was sind die Eigenschaften zeitgemäßer Holzbauprodukte, und welche Verfahren erhöhen die Dauerhaftigkeit des natürlichen Baustoffs?

Brettschichtholz (BSH) besteht aus mehreren miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen.

Brettschichtholz (BSH) besteht aus mehreren miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen.

Baustoff Holz

Brettschichtholz

Brettschichtholz (BSH) besteht aus mehreren flachseitig faserparallel miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen. Die Dimensionen einzelner Bauteile sind nur durch Herstellung und Transport beschränkt.

Stützen werden im Holzbau sowohl für Skelettkonstruktionen verwendet, wenn sie als systematische Teile des Tragwerks eingesetzt sind, als auch in Kombination mit flächig lastabtragenden Bauteilen, wenn punktuell Öffnungen oder Raumzusammenhänge hergestellt werden sollen (wie hier im Bild).

Stützen werden im Holzbau sowohl für Skelettkonstruktionen verwendet, wenn sie als systematische Teile des Tragwerks eingesetzt sind, als auch in Kombination mit flächig lastabtragenden Bauteilen, wenn punktuell Öffnungen oder Raumzusammenhänge hergestellt werden sollen (wie hier im Bild).

Konstruktionselemente

Stützen

Welche Funktionen übernehmen Stützen, welche Holzwerkstoffe eignen sich, und was ist beim Einbau zu beachten?

Die Holzkonstruktion dieses Wohnhauses (Berlin, Görschstraße) ist ein kombinierter Skelett- und Holztafelbau.

Die Holzkonstruktion dieses Wohnhauses (Berlin, Görschstraße) ist ein kombinierter Skelett- und Holztafelbau.

Holzbausysteme

Tafelbau/Rahmenbau

Diese Art der Wandkonstruktion ist in Mitteleuropa weit verbreitet: Sie ist materialeffizient und kann kostengünstig hochwärmedämmend ausgeführt werden.

Dachträger aus Brettschichtholz kommen im Hallenbau häufig zum Einsatz.

Dachträger aus Brettschichtholz kommen im Hallenbau häufig zum Einsatz.

Konstruktionselemente

Träger: Teil 1

Wie bei Tragwerken aus Beton oder Stahl bilden Träger im Holzbau sehr unterschiedliche Geometrien aus. Geradlinige BSH-Träger können mit Spannweiten bis 60 Meter hergestellt werden.

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Holz sponsored by:
Informationsdienst Holz | getragen durch den Informationsverein Holz, Düsseldorf
Kontakt: +49 (0) 211 9665580 | info@informationsvereinholz.de
und Holzbau Deutschland Institut e.V., Berlin
Kontakt: +49 (30) 20314533 | kontakt@institut-holzbau.de
und Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V., Wuppertal
Kontakt: +49 (0) 20276972732 | info@studiengemeinschaft-holzleimbau.de
Zum Seitenanfang

Holzarten

Grundsätzlich wird in Nadel- und Laubbäume und dementsprechend in Holz der beiden Arten unterschieden.

Grundsätzlich wird in Nadel- und Laubbäume und dementsprechend in Holz der beiden Arten unterschieden.

Welches sind Laub-, welches Nadelbäume? Über die Verbreitung von Fichte, Kiefer, Buche und Eiche in deutschen Wäldern.

Eigenschaften und Merkmale von Holz und Holzwerkstoffen

Die Eigenschaften unterschiedlicher Holzarten können stark voneinander abweichen.

Die Eigenschaften unterschiedlicher Holzarten können stark voneinander abweichen.

Holz verändert sein Volumen abhängig von der Umgebungsfeuchte. Die Zug- und Druckfestigkeit ist je nach Faserrichtung sehr unterschiedlich.

Bauprodukte

Brettschichtholz (BSH) besteht aus beliebig vielen, festigkeitssortierten Brettlamellen mit maximal 45 mm Dicke, die faserparallel zu Trägern verklebt sind.

Brettschichtholz (BSH) besteht aus beliebig vielen, festigkeitssortierten Brettlamellen mit maximal 45 mm Dicke, die faserparallel zu Trägern verklebt sind.

Was sind die Eigenschaften zeitgemäßer Holzbauprodukte, und welche Verfahren erhöhen die Dauerhaftigkeit des natürlichen Baustoffs?

Vollholz

Für tragende Bauteile aus Konstruktionsvollholz (KVH) gibt es bestimmte Qualitäts- und Verarbeitungskriterien.

Für tragende Bauteile aus Konstruktionsvollholz (KVH) gibt es bestimmte Qualitäts- und Verarbeitungskriterien.

Die Qualitäts- und Verarbeitungskriterien für Konstruktionsvollholz (KVH), das für tragende Bauteile verwendet wird, beziehen sich auf die Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie.

Brettsperrholz

Brettsperrholz besteht in der Regel aus kreuzweise miteinander verleimten Lagen von Brettern.

Brettsperrholz besteht in der Regel aus kreuzweise miteinander verleimten Lagen von Brettern.

Brettsperrholz (BSP) ist ein flächiger, als Platte oder Scheibe verwendbarer Holzwerkstoff aus jeweils kreuzweise miteinander verleimten Lagen von Brettern.

Brettschichtholz

Brettschichtholz (BSH) besteht aus mehreren miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen.

Brettschichtholz (BSH) besteht aus mehreren miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen.

Brettschichtholz (BSH) besteht aus mehreren flachseitig faserparallel miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen. Die Dimensionen einzelner Bauteile sind nur durch Herstellung und Transport beschränkt.

Balkenschichtholz

Balkenschichtholz besteht aus miteinander verleimten Bohlen oder Kanthölzern.

Balkenschichtholz besteht aus miteinander verleimten Bohlen oder Kanthölzern.

Balkenschichtholz wird meist als Deckenbalken eingesetzt, und wenn erhöhte Formstabilität oder größere Querschnitte gefordert sind, als mit Konstruktionsvollholz möglich sind.

Mehrschichtplatten

Mehrschichtplatten bestehen aus drei oder fünf verleimten, dünnen Brettlagen (hier eine Drei-Schicht-Platte).

Mehrschichtplatten bestehen aus drei oder fünf verleimten, dünnen Brettlagen (hier eine Drei-Schicht-Platte).

Mehrschichtplatten ähneln Brettsperrholz, bestehen jedoch aus drei oder fünf Brettlagen, die zu vergleichsweise dünnen Platten verleimt sind.

Baufurniersperrholz

Baufurniersperrholz (BFU) besteht aus mehreren, kreuzweise verleimten Lagen Schälfurnier.

Baufurniersperrholz (BFU) besteht aus mehreren, kreuzweise verleimten Lagen Schälfurnier.

Für den sehr formstabilen Plattenwerkstoff mit zweiachsiger Spann-/Tragrichtung werden meist Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Seekiefer, Douglasie oder Hemlocktanne verwendet.

Furnierschichtholz

Furnierschichtholz besteht aus mehreren Lagen Schälfurnier, die miteinander verleimt sind.

Furnierschichtholz besteht aus mehreren Lagen Schälfurnier, die miteinander verleimt sind.

Die hauptsächlich parallel angeordneten Faserrichtungen sorgen für eine ausgeprägte einachsige Tragfähigkeit, die hohe Schichtanzahl für große Homogenität.

Holzspanwerkstoffe

Herkömmliche Spanplatten finden meist im Ausbau Verwendung.

Herkömmliche Spanplatten finden meist im Ausbau Verwendung.

Für Konstruktionen im Holzbau sind Langspanholz (LSL), das für hochbelastete Bauteile eingesetzt werden kann, und Oriented Strand Boards (OSB) am bedeutendsten.

Faserplatten

Weiche Holzfaserplatte

Weiche Holzfaserplatte

Je nach Herstellungsverfahren und zugefügten Bindemitteln ergeben sich verschiedene Plattenmaterialien, die überwiegend für Möbel und im Ausbau verwendet werden.

Ingenieurholzbau

Erfahren Sie mehr über die technischen und gestalterischen Möglichkeiten sowie die Vielfalt des modernen Hightech-Holzbaus.

Partner-Anzeige