Vollholz

Sortierung, Anforderungen und Einsatzbereiche

Als Vollholz (VH) wird Schnittholz unterschiedlicher Sortierung und unterschiedlichen Einschnitts bezeichnet. Je nach Querschnitt wird Schnittholz als Kantholz (Querschnittsbreite B ≥ 60 mm, Querschnittshöhe H ≥ B), Bohle (Stärke S ≥ 40 mm, B > 2S), Brett (S = 8-40 mm, B = 80-300 mm) oder Latte (B ≤ 40 mm; H ≤ 80 mm) bezeichnet.

Gallerie

Konstruktionsvollholz (KVH): Sortierung nach Festigkeit
Um Vollholz homogener und berechenbarer zu machen, gibt es Qualitäts- und Verarbeitungskriterien für Konstruktionsvollholz (KVH), das für tragende Bauteile verwendet wird. Die Anforderungen beziehen sich üblicherweise auf die Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie. Das Holz kann nach der Festigkeit visuell (z.B. C24) oder maschinell (z.B. C24M) sortiert werden.

Kategorien nach Verwendungszweck
KVH wird nach seinem Verwendungszweck für den sichtbaren (KVH-Si) oder den nicht sichtbaren Bereich (KVH-NSi) unterschieden. An das Holz werden bestimmte Anforderungen gestellt in Bezug auf die Holzfeuchte (technische Trocknung auf einen Feuchtegehalt unter 18%), die Maßhaltigkeit und Dimensionsstabilität, das optische Erscheinungsbild, die Oberflächenbeschaffenheit. Es gibt Vorzugsquerschnitte und -längen. Zugelassen ist KVH mit und ohne Keilzinkverbindungen, für die jeweils unterschiedliche Produktnormen gelten.

Wichtige Normen zu KVH
Für KVH ohne Keilzinkverbindungen ist die DIN 14081-1: Holzbauwerke - Nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt - Teil 1: Allgemeine Anforderungen maßgebend. Für die Anwendung in Deutschland gilt die DIN 20000-5: Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken – Teil 5: Nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt.

Bei einer visuellen Sortierung sind Sortiernormen aus ganz Europa grundsätzlich zulässig. In Deutschland ist die DIN 4074-1: Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 1: Nadelschnittholz üblich. Für Kantholz der Sortierklassen S7, S10 und S13 finden sich in DIN EN 1912: Bauholz für tragende Zwecke – Festigkeitsklassen – Zuordnung von visuellen Sortierklassen und Holzarten die Zuordnung zu den europäischen Festigkeitsklassen.

Durch Keilverzinkung ist KVH in der Länge nicht mehr auf die Rohholzlänge beschränkt. Für keilgezinktes KVH wird die europäische Produktnorm DIN EN 15497 – Keilgezinktes Vollholz für tragende Zwecke – Leistungsanforderungen und Mindestanforderungen an die Herstellung mit der Anwendungsnorm DIN 20000-7: Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken – Teil 7: Keilgezinktes Vollholz für tragende Zwecke nach DIN EN 15497 in Bezug genommen.

Eigenschaften
KVH ist herzgeschnitten. Der Einschnitt erfolgt unter der Berücksichtigung, dass bei einem ideal gewachsenen Stamm die Markröhre bei zweistieligem Einschnitt durchschnitten wird. Für die Verwendung im sichtbaren Bereich (KVH-Si) kann ein herzfreier Einschnitt vereinbart werden. Durch die technische Trocknung auf einen Feuchtigkeitsgehalt von maximal 18% werden die meisten Therpene ausgedünstet und das Holz ist weniger anfällig für Schädlinge.

Die definierte Holzfeuchte ist Voraussetzung für einen weitreichenden Verzicht auf vorbeugenden chemischen Holzschutz, ggf. auch Voraussetzung für die Herstellung von Keilzinkverbindungen. Die Oberflächen sind je nach Verwendungsart gefast und gehobelt (KVH-Si) oder gefast und egalisiert (KVH-NSi). Abhängig von der Anwendung ist auch die Zulässigkeit bzw. Größe von Astzustand, Baumkante, Rindeneinschluss, Rissbreiten, Harzgallen, Verfärbungen, Fraßgängen von Insekten, Verdrehung. Inhomogenitäten wie Äste über 70 mm und Harzgallen werden ab einer gewissen Größe herausgeschnitten.

Vorzugsquerschnitte
Die Vorzugsquerschnitte sind B/H = 60/100 bis 120/240 mm. Auf größere Breiten als 120 mm wird aus Gründen der Trocknung verzichtet, auf größere Höhen aufgrund des Baumquerschnitts. Für größere Querschnitte sollte Balkenschichtholz oder Brettschichtholz verwendet werden. KVH wird hauptsächlich für tragende Teile von Decken, Dächern, Wänden und für das Stabwerk von Holz-Tafelbauelementen verwendet.


Abb.: Informationsdienst Holz, Holzbau Handbuch Reihe 4 I Teil 2 I Folge 1: Konstruktionsvollholz KVH und Balkenschichtholz

Weitere relevante Normen:

  • DIN 4074-1: Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 1: Nadelschnittholz
  • DIN 4074-2: Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 2: Baurundholz (Nadelholz)
  • DIN 4074-5: Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit – Teil 5: Laubschnittholz
  • DIN EN 13556: Rund- und Schnittholz – Nomenklatur der in Europa verwendeten Handelshölzer
  • DIN EN 350-2: Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten – Natürliche Dauerhaftigkeit von Vollholz

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Für tragende Bauteile aus Konstruktionsvollholz (KVH) gibt es bestimmte Qualitäts- und Verarbeitungskriterien.

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Die Qualitäts- und Verarbeitungskriterien für Konstruktionsvollholz (KVH), das für tragende Bauteile verwendet wird, beziehen sich auf die Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie.

Brettsperrholz

Brettsperrholz besteht in der Regel aus kreuzweise miteinander verleimten Lagen von Brettern.

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Brettsperrholz (BSP) ist ein flächiger, als Platte oder Scheibe verwendbarer Holzwerkstoff aus jeweils kreuzweise miteinander verleimten Lagen von Brettern.

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Brettschichtholz (BSH) besteht aus mehreren miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen.

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Die Dimensionen der Bauteile aus flachseitig faserparallel miteinander verleimten Brettern oder Brettlamellen sind nur durch Herstellung und Transport beschränkt.

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Balkenschichtholz besteht aus miteinander verleimten Bohlen oder Kanthölzern.

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Mehrschichtplatten

Mehrschichtplatten bestehen aus drei oder fünf verleimten, dünnen Brettlagen (hier eine Drei-Schicht-Platte).

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Mehrschichtplatten ähneln Brettsperrholz, bestehen jedoch aus drei oder fünf Brettlagen, die zu vergleichsweise dünnen Platten verleimt sind.

Baufurniersperrholz

Baufurniersperrholz (BFU) besteht aus mehreren, kreuzweise verleimten Lagen Schälfurnier.

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Für den sehr formstabilen Plattenwerkstoff mit zweiachsiger Spann-/Tragrichtung werden meist Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Seekiefer, Douglasie oder Hemlocktanne verwendet.

Furnierschichtholz

Furnierschichtholz besteht aus mehreren Lagen Schälfurnier, die miteinander verleimt sind.

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Die hauptsächlich parallel angeordneten Faserrichtungen sorgen für eine ausgeprägte einachsige Tragfähigkeit, die hohe Schichtanzahl für große Homogenität.

Holzspanwerkstoffe

Herkömmliche Spanplatten finden meist im Ausbau Verwendung.

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Für Konstruktionen im Holzbau sind Langspanholz (LSL), das für hochbelastete Bauteile eingesetzt werden kann, und Oriented Strand Boards (OSB) am bedeutendsten.

Faserplatten

Weiche Holzfaserplatte

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Je nach Herstellungsverfahren und zugefügten Bindemitteln ergeben sich verschiedene Plattenmaterialien, die überwiegend für Möbel und im Ausbau verwendet werden.

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