Umnutzung der Eissporthalle im Olympiapark München

Infrarot-Strahlungsheizungen für verlustfreie Wärmestrahlung

Die Architektur und Technik des Olympiaparks München von 1972 überzeugt auch heute noch. Besonderes Merkmal des Parks sind die Zeltdächer der Olympiabauten (1968–72) von Günter Behnisch und Frei Otto. Die leicht und hell wirkenden Dachkonstruktionen scheinen mit den umgebenden Hügeln zu verschmelzen. Sie bestehen aus einem Netzdach aus Acrylglas, das von Stahlseilen gehalten wird, deren Kräfte über Stahlmasten ins Fundament geleitet werden.

Gallerie

In das Konzept der "leichten" Überdachung wurde lediglich das Eissportzentrum nicht mit einbezogen. Das einzige vor-olympische Bauwerk wurde bereits 1967 eröffnet und hatte für den allgemeinen Publikumsbetrieb neben der Haupthalle eine Freieisfläche. Um die Freifläche ganzjährig als Eislauffläche nutzbar zu machen, wurde sie 1983 überdacht. Das Konzept sah hierfür eine einfache Überdachung vor, die sich in den Rahmen der Gesamtanlage einfügen sollte. Die Architekten Ackermann und Partner entwarfen ein leichtes Flächentragwerk, das an einer bogengestützten Tragkonstruktion aufgehängt wurde. Die Dachhaut, eine transluzente und nur 0,8 mm dünne PVC-Folie, wurde hierbei auf einen Lattenrost aufgespannt, der wiederum durch ein Seilnetz getragen wird. Aus diesem Konstruktionsprinzip entstand ein elliptisches, bogenförmig ausgewölbtes Dach, das weitläufig an einen Schildkrötenpanzer erinnert.

Seit 2005 wird das Eislaufzelt für Hallenfußball (SoccaFive) genutzt. Anstelle der Eisfläche wurden fünf 26 x 13 Meter große Fußballfelder (Speed Courts) errichtet.

Heizung
Im Zuge der Umnutzung des rund 4.200 m² großen Zeltes wurde auch ein neues Konzept zur Beheizung notwendig, da sich konventionelle Heizmethoden u.a. aus funktionellen und energetischen Gründen nicht integrieren ließen. Zur Beheizung dienen nun Gas-Infrarot-Strahlungsheizungen. Dabei wird die Infrarot-Energie durch das Verbrennen von einem Gas-Luftgemisch in den keramischen Platten ausgelöst. An der Oberfläche wird eine Temperatur von 950°C erreicht. Die Dach- und Fassadenkonstruktion dient lediglich als Wind- und Wetterschutz. Eine Isolierungsfunktion übernimmt sie nicht. Um einen wirtschaftlichen Betrieb mit möglichst hohem Wirkungsgrad zu erreichen, werden die Spielfelder mit 40 Hellstrahlern mit je 40 kW beheizt.

Acht Hellstrahler mit je 20 kW beheizen den Gastronomiebereich. Die entstehende Wärmestrahlung trifft nahezu verlustfrei auf Mensch und Boden. Aufgrund einer flexiblen, zonenweisen Temperaturregelung kann jedes Spielfeld separat beheizt werden, wobei die Nutzer trotz des Foliendaches und der Membranfassade eine angenehme Wärme empfinden. Vom Dach abgehängten Strahlungsfühler übernehmen hierbei die Temperaturregelung.

Bautafel

Architekten: Ackermann und Partner, München
Projektbeteiligte: Schwank GmbH, Köln (Planung Haustechnik, Installation Strahler); Bauer Ingenieurbüro, Unterschleißheim (Ausführung HKLS); HAWE GmbH, München (Gas- und Elektroinstallation)
Bauherr: Olympiapark München GmbH, München
Fertigstellung: Umnutzung 2005
Standort: Spiridon-Louis-Ring, 80809 München
Bildnachweis: Sigrid Neubert, München (1); Schwank, Köln (2, 3)

Baunetz Architekten

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