Zentrale und dezentrale Wohnungslüftungs-Systeme

Angenehmes Raumklima in Neu- und Altbauten

Geringere Wärmeverluste, weniger Wärmebedarf, niedrigerer Primärenergieverbrauch, damit niedrigere Energiekosten und weniger CO₂-Emissionen – das sind die Ziele, die die Bundesregierung mit jeder neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) anstrebt. Eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage (KWL) mit Wärmerückgewinnung (WRG) ist in Wohngebäuden, die nach der EnEV gebaut oder saniert werden, sowie in einem KfW-Effizienzhaus 55 oder 70 nicht in der Verordnung vorgeschrieben, aber nahezu unverzichtbar, denn die immer dichtere Gebäudehülle – sei es im Neubau oder aufgrund einer energetischen Altbausanierung – schränkt den natürlichen Luftaustausch ein. Dieser ist aber notwendig, um beispielsweise Schimmelpilz, Feuchteschäden, eine hohe CO₂-Konzentration und damit stickige Raumluft zu vermeiden.

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Und wer hat schon Zeit regelmäßig Fensterzulüften, das außerdem in energieeffizienten Gebäuden hohe Energieverluste verursachen kann. Eine mechanische Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung schafft Abhilfe: Im Vergleich zur manuellen Fensterlüftung gewinnt die Anlage Abluftwärme zurück. Das bedeutet erhebliche energetische Vorteile und mehr Wohnkomfort durch permanenten Luftaustausch. Im Bedarfsfall lässt sich der Außenluftfilter gegen einen Pollenfilter tauschen, z.B. für Allergiker. Wenn also Raumklima und Energiebilanz stimmen sollen, bietet sich eine ventilatorgestützte Lüftung mit Wärmerückgewinnung als zentrale oder dezentrale Ausführung an.

Zentrales oder dezentrales Wohnungslüftungs-System?
Im Neubau lassen sich sowohl zentrale als auch dezentrale Wohnungslüftungsgeräte sehr gut integrieren. Bei bestehenden Gebäuden sind die dezentralen Geräte aufgrund der raumweisen Positionierung in der Außenwand ohne Luftverteilsystem im Innenraum von Vorteil. Bei der Sanierung ist der Grad der Sanierung (Teil- oder Kernsanierung) insbesondere bei Mehrfamilienhäusern bzw. im Wohnungsbau für die Wahl der passenden Lösung mit entscheidend.

Außer der energetischen Betrachtung der beiden Systeme, steht der Komfort, aber vor allem auch der Planungs- und Installationsaufwand und die damit einhergehenden Kostensituation im Vordergrund. Durch den Einsatz einer Wohnungslüftungsanlage mit WRG reduzieren sich der Energieverbrauch sowie der Ausstoß von CO₂ deutlich. Der reine Stromverbrauch nimmt durch die Leistungsaufnahme der Lüftungsventilatoren zu. Im Gesamtresultat liegen die Energieverbrauchskosten durch den Einsatz einer zentralen KWL mit WRG um ungefähr 22% niedriger. Auch die dezentralen Thermo-Lüfter erreichen eine deutliche Einsparung von ungefähr 18%. Bei Gebäuden, die dichter und energieeffizienter gebaut oder saniert werden als ein KfW-Effizienzhaus 70 und somit einen geringeren Jahresheizwärmebedarf aufweisen, sind Primärenergieeinsparungen durch die Wohnungslüftung mit WRG von mehr als 30 Prozent beziehungsweise 50% realistisch.

Ein wesentlicher Vorteil der zentralen KWL entsteht durch die Frischluftansaugung. Damit lässt sich im Winter die Frischluft durch das Erdreich mit Hilfe eines Luft-Erdwärmetauschers vorwärmen beziehungsweise im Sommer „natürlich kühlen“. Heizregister übernehmen die Vor- und Nacherwärmung der Außenluft. Zentrale und dezentrale Systeme ermöglichen eine Feinfilterung der Außenluft.

Die Vorteile der dezentralen KWL sind der geringere Aufwand bei Planung, Installation und Wartung, weil ein Lüftungskanalsystem nicht erforderlich ist. Bei der Auslegung erstellt der Experte eine Volumenstromberechnung und platziert die Thermo-Lüfter an der idealen Position im Raum. Die einzelnen Thermo-Lüfter werden mit der Zentralsteuerung verkabelt. Wartung und Reinigung dieser Geräte sind sehr einfach und können im Normalfall vom Endnutzer vorgenommen werden.

Wichtig bei allen Wohnungslüftungsanlagen ist ein ausreichender Schallschutz. Schließlich müssen außer den Funktionsräumen wesentlich sensiblere Bereiche,wie Wohn- und Schlafräume be- und entlüftet werden. Durch geeignete Kanalführung, den Einsatz von Schalldämpfern und der gezielten Positionierung der Ventile arbeiten zentrale KWL-Anlagen sehr komfortabel. Weil die dezentralen Geräte mit ihren Ventilatoren direkt im Raum angebracht sind, ist bei der Auswahl auf möglichst geringe Schallemissionen der Geräte zu achten.

Zentrale und dezentrale Systeme weisen in Bezug auf Gebäudetypologie und Anforderungen Vor- und Nachteile auf. Entscheidend ist, dass jedes Gebäude individuell betrachtet und der Bauherr umfassend beraten wird. Eine Broschüre des Herstellers Buderus gibt einen Überblick über die verschiedenen KWL-Systeme, zählt die jeweiligen Vor- und Nachteile auf und vergleicht sie miteinander. Sie steht im Anhang als Pdf-Datei zum Download zur Verfügung.

Bildnachweis: Buderus, Wetzlar

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