Hybridheizungen

Hybridheizungen kombinieren unterschiedliche Energieträger und Heizsysteme, die auch unabhängig voneinander funktionieren, aber im Zusammenspiel besonders effizient Wärme erzeugen. Solche Heizkonzepte werden auch als bivalent (zwei Energieträger), trivalent (drei Energieträger) oder multivalent (mehrere Energieträger) bezeichnet. Herzstück sämtlicher Hybridheizungen ist ein zentraler Wärmespeicher, in den alle Wärmeerzeuger einspeisen. Sämtliche Anlagenteile werden von einer übergeordneten Regelung gesteuert.

Gallerie

Neubau
In Neubauten kommen Hybridheizungen zum Einsatz, um die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) zu erfüllen, das die anteilige Deckung des Wärmebedarfs durch regenerative Energien vorschreibt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist der Anteil der neu errichteten Wohngebäude, die mehr als einen Heizenergieträger nutzen, allein in den Jahren 2011 bis 2016 von rund 34 Prozent auf rund 41 Prozent gestiegen. In der Regel verknüpfen die hybriden Heizlösungen einen fossilen Energieträger wie Erdgas oder Heizöl mit erneuerbaren Energien wie Solarwärme, Bioenergie oder Geothermie. Die klassische Hybridheizung koppelt eine Öl- oder Gasheizung mit einer Solarthermie-Anlage zur Trinkwassererwärmung und/oder Heizungsunterstützung. Laut Destatis ist Solarthermie bei neu gebauten Wohngebäuden mit rund 48 Prozent die am häufigsten eingesetzte sekundäre Wärmequelle.

Modernisierung
Bei der Modernisierung von Heizungen im Bestand können bestehende Anlagen durch die schrittweise Einbindung von erneuerbaren Energien zur Hybridheizung werden. Durch die „Add-on“-Lösungen muss nicht abgewartet werden, bis das ineffiziente Altgerät – in der Regel ein Gas- oder Ölkessel – seinen Dienst versagt.

Rein regenerative Hybridheizungen
Im Hinblick auf die Pläne der Bundesregierung für einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050, gewinnen auch Hybridlösungen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen, an Bedeutung. Dabei werden beispielsweise Holz- oder Pelletheizungen mit Solarthermie-Anlagen oder mit Wärmepumpen kombiniert. Als weitere Energiequelle für Hybridkonzepte könnte sich in Zukunft auch überschüssiger Wind- oder Solarstrom eignen, der dann über Power-to-Heat-Anlagen zur Wärmeversorgung beiträgt.

Vorteile von Hybridheizungen

  • Einsparung: In hybriden Heizsystemen, die fossile Energieträger mit erneuerbaren Energien verknüpfen, haben regenerative Energien regelungstechnisch Vorfahrt. Öl- und Gaskessel dienen oft nur zur Abdeckung von Spitzenlasten. Das spart Heizkosten und führt gleichzeitig zur politisch erwünschten Einsparung von Primärenergie und klimaschädlichem CO2.
  • Sicherheit: Die Wärmeerzeugung durch regenerative Energieträger wie Solarwärme fluktuiert. Ist die Deckung zu gering, stehen jederzeit weitere Energieträger bereit, die ständig verfügbar sind oder sich einlagern lassen, wie Erdgas, Heizöl, Pellets und Scheitholz.
  • Flexibilität: Anlagenbetreiber müssen sich nicht für viele Jahre im Voraus auf eine einzige Heiztechnologie oder einen einzigen Energieträger festlegen. Sie bleiben flexibel und können mit ihrer Hybridheizung die jeweils preisgünstigste oder am besten verfügbarste Wärmequelle nutzen.

Bauweisen
Hybridheizungen können aus einzelnen Heizgeräten frei kombiniert werden, etwa bei der Nachrüstung einer bestehenden Anlage mit Solarkollektoren. Auf dem Markt gibt es ferner modular aufgebaute Heizsysteme, die für die Nachrüstung und Einbindung weiterer Heizanlagen bereits optimiert sind. Darüber hinaus wächst das Angebot an Hybridgeräten, die mehrere Technologien platzsparend in einem Gehäuse vereinen. Das betrifft vor allem Systeme für Ein- und Zweifamilienhäuser, denn Anlagen mit größeren Leistungen erfordern in der Regel eine individuelle Konfiguration.

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