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Schlammfang

Die erste Komponente einer Abscheideanlage besteht aus einen Schlammfang. Voraussetzung für dessen Funktion ist eine Wasserfüllung, deren Oberkante frostfrei, bei Einbau im Freien mindestens 800 mm unter Gelände liegen muss. Der Schlammfang verlangsamt die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers, sodass sich die schweren Schmutzstoffe (Sinkstoffe) im Speicherraum absetzen. Der Speicherraum rechnet sich ab Rohrsohle des Ablaufrohres.

Schlammfänge in Fertigbauweise aus Stahl, Edelstahl, Beton, GFK oder Stahlbeton enthalten einlaufseitig eine Prallplatte und ablaufseitig einen Rechen, jedoch keinen Geruchverschluss. Hierdurch werden die Sink- und Schwimmstoffe besser zurückgehalten. Obwohl diese Ablagerungen hygienisch harmlos sind, vermindern sie doch das Leistungsvermögen der Entwässerungsnetze, erfordern eine zusätzliche Unterhaltung, verschleißen die Pumpen und lagern sich im Vorfluter ab. Damit eine unbeabsichtigte Verschlammung der Ablaufleitung mit Sicherheit ausgeschlossen wird, darf die Schlammfüllung nur eine Höhe bis 300 mm unter Rohrsohle erreichen.

Wenn in dem zu behandelnden Abwasser Schwebstoffe (z.B. Torffasern, Tannennadeln, Laub etc.) zu erwarten sind, die auf Grund ihres spezifischen Gewichtes (Dichte 1 g/cm³) nicht sedimentationsfähig sind, dann müssen entsprechende Maßnahmen getroffen werden, insbesondere wenn dem Schlammfang ein Koaleszenzabscheider direkt nachgeschaltet wird. Ferner sind nachfolgend aufgeführte Parameter zu berücksichtigen:

  • der Wasseranfall in l/s
  • die Art der Schmutzstoffe (zementierend, sandartig, breiig, flockig)
  • die Menge der Schmutzstoffe (Reinigungsintervalle sind davon abhängig)
  • der erforderliche Reinheitsgrad
Die Schlammfänge sind vor Leichtflüssigkeitsabscheidern und Fettabscheidern einzubauen. Vor Stärkeabscheidern werden grundsätzlich keine Schlammfänge angeordnet, da sich Schlamm bzw. der Sand wie Stärke verhält, d.h. sedimentiert und sich die Stärke ebenfalls im Schlammfang sammeln würde. Ein Schlammfang wird ausschließlich für den Bereich der Kartoffelwäsche erforderlich, dessen Abflussleitung dann direkt in den Kanal einmündet. Erfahrungsgemäß werden dem Waschbereich je 100 kg Rohware mindestens 100 Liter Schlammfangvolumen zugeordnet.

Dimensionierung
Das erforderliche Füllvolumen des Schlammfanges richtet sich nach der Nenngröße (NG) der Abscheideanlage. In der Regel ist das Füllvolumen des Schlammfanges mit dem 100-fachen Zahlenwert der Nenngröße in Liter zu bemessen. In Schlachthöfen und ähnlichen Betrieben ist das Füllvolumen des Schlammfanges mit dem 200-fachen Zahlenwert der Nenngröße zu dimensionieren. Die Nennweiten der Zu- und Ablaufrohre der Schlammfänge sind auf die der Abscheider abzustimmen. Die Zuleitungen zu Schlammfängen müssen ein Gefälle von mindestens 1:50 (2 cm/m)haben. Die Schlammfänge sollen von oben gereinigt werden, z.B. mittels Saugwagen. Wenn ein Einsteigen nicht zu vermeiden ist, muss der Schlammfang vorher „gasfrei“ gemacht werden. Hierbei sind die die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften zu beachten.

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