Energieeinsparverordnung (EnEV)

Mit der letzten Novellierung der Energieeinsparverordnung EnEV im Mai 2014 wurden die Anforderungen an den energetischen Standard von neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden weiter verschärft und auch die Vorgaben für Energieausweise geändert. Anzuwenden ist die EnEV 2014 für alle genehmigungspflichtigen Neubauten, für die ab dem 1. Januar 2016 der Bauantrag gestellt wird und auf genehmigungsfreie Bauvorhaben, die nach dem 1. Januar 2016 starten. Die neuen Regelungen gelten sowohl für Bauherren neuer Gebäude als auch für Altbaubesitzer.

Gallerie

Neubauten
Wer einen Neubau plant, muss darauf achten, dass der berechnete jährliche Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung den erlaubten Höchstwert nicht überschreitet. Bisher wurde dieser Wert durch den sogenannten Formfaktor bestimmt, d.h. durch das Verhältnis der wärmeabgebenden Gebäudehülle zum beheizten Bauvolumen. Seit 2016 wird der Primärenergiebedarf anhand eines Referenzobjektes berechnet und darf nur noch 75 Prozent des zuvor zulässigen Wertes aufweisen, er wird also um 25 Prozent verbessert/gemindert.

Auch bezüglich des Wärmeschutzes der Gebäudehülle wurden die Anforderungen verschärft. Maßgeblich ist hier der spezifische, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogene Transmissionswärmeverlust (H’T) des neuen Gebäudes, gemessen in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K)). Dieser ist seit Januar 2016 um zwanzig Prozent im Vergleich zum vorher gültigen Wert zu mindern. Die Höchstwerte werden ebenfalls anhand eines Referenzobjektes bestimmt, das in Geometrie, Abmessungen, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung dem geplanten Bau entspricht.

Ab dem Jahr 2021 müssen nach europäischen Vorgaben außerdem alle Neubauten im Niedrigstenergiegebäudestandard errichtet werden, für Behördengebäude gilt dies schon ab 2019 (EU-Gebäuderichtlinie). Die entsprechenden Richtwerte sollen bereits früher (voraussichtlich Ende 2018) veröffentlicht werden.

Altbauten
Bei der Sanierung von Bestandsgebäuden sind noch immer die Vorgaben der EnEV 2009 gültig. Da die Anforderungen ohnehin schon recht anspruchsvoll sind, würde eine erneute Verschärfung nur geringfügig zur weiteren Energieeinsparung beitragen.

Allerdings wurde mit der Verordnung 2014 auf Wunsch des Bundesrates die Pflicht zum Tausch veralteter Kessel erweitert. Öl- und Gaskessel, sogenannte Konstanttemperaturheizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, mussten bis 2015 außer Betrieb genommen und gegen neue sparsamere Modelle getauscht werden. Kessel mit späterem Einbaudatum müssen nach dreißig Jahren Betriebslaufzeit ausgetauscht werden. Dasselbe gilt für Heizungsanlagen, die nach dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Ebenfalls befreit von der Austauschpflicht sind die Besitzer von Heizkesseln in Ein- und Zweifamilienhäusern, die am Stichtag, dem 1. Februar 2002 in ihrem Haus wohnten. Diese Regelung besteht bereits seit der EnEV 2002 und setzt sich weiter fort. Sollten die Eigentümer ihr Haus verkaufen, muss der neue Besitzer dann innerhalb von zwei Jahren eine neue Heizung einbauen.

Strengere Dämmvorschriften gelten seit 2016 für Geschossdecken, die an ein unbeheiztes Dachgeschoss angrenzen. Diese müssen die Vorgaben des Mindestwärmeschutzes (DIN 4108: Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden, alte EnEV) erfüllen. Ist das darüber liegende Dach gedämmt bzw. entspricht den Anforderungen gemäß DIN 4108, so gilt die EnEV 2014 als erfüllt. Wieder ausgenommen von der Regel sind Hausbesitzer, die am oben genannten Stichtag in ihrem Haus wohnten.

Energieausweis
Weitere Änderungen betreffen die Energieausweise. Diese enthielten bereits die bekannte
Grün-bis-Rot-Skala für die Energiekennwerte. Dieser Bandtacho wurde mit der neuen Verordnung in Energieeffizienzklassen eingeteilt. Ähnlich wie bei Kühlschränken oder Wäschetrocknern reichen diese von A+ (geringer Energieverbrauch) bis H (hoher Verbrauch). Käufer oder Mieter können damit noch besser ablesen, wie viel Energie ihr Haus oder ihre Wohnung verbraucht. Die Pflicht zur Angabe dieser Effizienzklasse besteht nur für neu ausgestellte Ausweise, bereits vorhandene behalten ihre Gültigkeit.

Zudem wurde die Energiespanne für Wohngebäude deutlich verkürzt – von bisher über 400 kWh pro Quadratmeter im Jahr im obersten Segment auf höchstens über 250 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Bei Immobilienanzeigen sind die Inhalte des Ausweises abzubilden und bei Besichtigungen potentiellen Käufern und Mietern zugänglich zu machen. Im Falle eines Vertragsabschlusses, erhalten Käufer bzw. Mieter das Dokument in Original oder Kopie.

Weitere Informationen zur aktuellen Energieeinsparverordnung gibt es auf der Webseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (siehe Surftipps).

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Für Neubauten und Sanierungen gilt seit 1. November 2020 das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“, verkürzt „Gebäudeenergiegesetz“ (GEG), ein einheitliches Anforderungssystem, das Energieeffizienz und erneuerbare Energien gleichermaßen berücksichtigt und gleichzeitig die bisherigen Regelwerke EnEG, EnEV und EEWärmeG ersetzt.

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