Sektorkopplung

Als Beitrag zum internationalen Klimaschutzübereinkommen von Paris will die Bundesregierung bis zum Jahr 2050 die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Das bedeutet, die Nutzung fossiler Energieträger wie Erdgas, Erdöl und Kohle, bei deren Verbrennung klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht, wird zugunsten erneuerbarer Energien beendet. Während regenerative Energien bei der Stromproduktion mittlerweile die dominierende Energiequelle sind und sogar ein Überangebot an Ökostrom besteht, kommt die Umstellung im Wärme- und Verkehrssektor nur langsam voran. Die geplanten Klimaziele lassen sich so nicht erreichen. Um die Energiewende auch in diesen Sektoren anzukurbeln, soll überschüssiger erneuerbarer Strom aus Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen deshalb künftig zum Heizen und zum Antrieb von Autos eingesetzt werden. Diese engere Verzahnung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr bezeichnet man als Sektorkopplung.

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Über intelligente Stromnetze, so genannte Smart Grids, könnten beispielsweise Wärmepumpen bei hohem Stromaufkommen gezielt eingeschaltet werden. Die Wärmepumpen beladen dann Wärmespeicher, deren Leistung erst später abgerufen wird, denn generell lässt sich Wärme leichter speichern als Strom. Zeitgleich könnten die Batterien von E-Autos aufgeladen werden. Die zusätzliche Stromnachfrage des Wärme- und Verkehrssektors im Rahmen der Sektorkopplung würde die fluktuierende Einspeisung von erneuerbarem Strom ausgleichen, zur Stabilität des Stromsystems beitragen und hohe Entschädigungszahlungen für die Abregelung vermeiden. Nach den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI) sollen Wind- und Solarstrom in Deutschland schrittweise zum wichtigsten Energieträger werden.

Ausgangslage Stromsektor
Mit einem Anteil am Bruttostromverbrauch von über 35 Prozent sind erneuerbare Energien inzwischen die dominierende Energiequelle bei der deutschen Stromproduktion. Regenerativ erzeugter Strom muss immer öfters abgeregelt werden, da es in Zeiten hoher Einspeisung von Wind- und Solarenergie zu einem Überangebot kommt, der keine entsprechende Nachfrage und nur wenige Speichermöglichkeiten gegenüberstehen. Die Drosselung ist teuer: 2016 summierten sich die Entschädigungsansprüche für die Zwangsabregelung gegenüber den Betreibern nach Schätzungen der Bundesnetzagentur auf 373 Millionen Euro. Über die Netzentgelte werden sie von den Stromkunden bezahlt.

Ausgangslage Wärmesektor
Für die Energiewende besitzt der Wärmesektor eine wichtige Schlüsselfunktion. Auf ihn entfallen inklusive Prozesswärme rund 54 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa vierzig Prozent der gesamten deutschen CO2-Emissionen. Ein dynamisches Wachstum der erneuerbaren Energien, wie im Stromsektor, fand bisher nicht statt. Der deutsche Gebäudebestand ist noch immer durch fossile Verbrennungssysteme geprägt, die nur langsam ausgetauscht werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch beträgt rund 13 Prozent und ist zuletzt sogar gesunken.

Ausgangslage Verkehrssektor
Der Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor ist in den vergangenen Jahren gesunken und stagniert bei rund fünf Prozent.

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