Anschlüsse und Details nach neuer Abdichtungsnorm

Durchdringungen und Bauteilfugen regelkonform ausführen

Die Einführung der neuen Abdichtungsnormen DIN 18531 bis 18535 wurde in Fachkreisen einhellig als sehr positiv (und längst überfällig) bewertet. Aus Sicht des Fliesenlegergewerks ist insbesondere die Normierung vieler Ausführungsdetails im Innenraum sowie im Bereich von Schwimmbecken begrüßenswert, die zwar auch zuvor schon sicher lösbar waren, jedoch mangels eindeutiger Regelungen häufig genug zum Gegenstand von Streitigkeiten wurden.

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Ein Augenmerk der neuen Normen sind Abdichtungen im Bereich von Durchdringungen. Übergänge, An- und Abschlüsse der Abdichtungsschicht an Einbauteilen müssen so hergestellt sein, dass sie nicht hinter- oder unterlaufen werden können. Sichergestellt werden soll dies durch eine werksseitige Ausstattung von Einbauteilen mit einem mindestens 50 mm breiten Klebeflansch oder einer Los-/Festflanschkonstruktion mit 50 mm Festflanschbreite (DIN 18534 Abdichtung von Innenräumen - Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze und DIN 18535 Abdichtung von Behältern und Becken - Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze).

Bei Abläufen oder Rinnen ist der Anschluss der Verbundabdichtungsebene so vorzunehmen, dass auf fachgerecht vorbereitetem und/oder grundiertem Anschlussflansch eine bauseitige Klebeverbindung einer Dichtmanschette oder eines Dichtbandes hergestellt wird. Dichtband oder Dichtmanschette müssen im Übergangsbereich des Klebeflansches zu angrenzenden Bereichen des Untergrundes ebenfalls mit mindestens 50 mm Überlappung eingebaut werden (siehe Bild 3).

Materialen, die diesen Anforderungen nicht entsprechen – also etwa Einbauteile mit ungeeignetem oder gänzlich fehlendem Anschlussflansch oder Dichtbänder mit einer Breite von weniger als 10 cm – gelten als ungeeignet.

Selbst für die durch das Anbringen einer Duschstange nachträglich erfolgende Perforation der Abdichtungsebene gibt es nun eine Regelung. Die DIN 18534-1 führt an, dass derartige Perforationen für die Wassereinwirkungsklassen W2-I (hoch) und W3-I (sehr hoch) als Durchdringungen zu planen und auszuführen sind.

Zum Schutz von Bereichen unter bzw. hinter Dusch- oder Badewannen zeigen die Verfasser zwei alternative Vorgehensweisen auf: Möglich sind entweder ein Anschließen des Wannenrandes an die Verbundabdichtung mit Wannenranddichtbändern oder ein Fortführen der Abdichtungsschicht unter und hinter der Wanne ggf. mit Unterflur-Entwässerung.

Auch Streitigkeiten zwischen Zimmerern und Fliesenlegern dürfte die neuen Normen nun vorbeugen. So schreibt die DIN 18534-1 eindeutig vor, dass die Abdichtungsschicht im Bereich von Türen und Zugängen auch in den Laibungen hochzuführen ist. Der Einbau der Zargen sollte daher erst nach Fertigstellung der Verbundabdichtung erfolgen. Alternativ ist der Einbau von Türzargen mit Abdichtungsanschluss möglich.

Bauteilfugen sind in der Abdichtungsschicht und im keramischen Belag an gleicher Stelle zu übernehmen. Die Abdichtungsschicht soll dabei durch den Einbau von systemzugehörigen Dichtbändern dehnfähig ausgebildet werden, damit die zu erwartenden Bewegungen aufgenommen werden können. Die Stöße der Dichtbänder müssen dabei mindestens 50 mm überlappen und dauerhaft wasserdicht verklebt werden. Im Belag muss die Bauteilfuge mit elastischen Dichtstoffen oder geeigneten Fugenprofilen verschlossen werden.

Quelle: Dipl.-Ing. Ingo Höll / Schomburg, Detmold

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