Metalldächer mit Begrünung

Metalldeckungen sind dicht, leicht, nicht brennbar und können große Spannweiten überbrücken. Die Kombination mit einer Dachbegrünung erzeugt spannende Kontraste und bietet außerdem Vorteile, z.B. bei der Wasserrückhaltung: Der Abflussbeiwert einer Metalleindeckung kann durch Begrünung halbiert werden. Zudem schützt die Begrünung vor einer starken Aufheizung der Dachfläche im Hochsommer und verhindert den Trommeleffekt bei Starkregen und Hagel, wirkt also wie ein zusätzlicher Schallschutz.

Gallerie

Eindeckmaterialien
Als Materialien für Metalleindeckungen kommen meist Aluminium, Titanzink, Kupfer oder seltener Edelstahl zum Einsatz. Edelstahldächer werden an den Stößen verschweißt und verhindern damit Undichtigkeit bei Wasserrückstau. Zu beachten sind die vergleichsweise glatten Oberfläche, die besonders bei stärker geneigten Dachflächen Vorkehrungen zum Schutz vor Wegrutschen des Gründachaufbaus erfordern. Dies kann mit gummierten Vliesen oder Gummigranulatmatten als erste Lage geschehen.

Die anderen Metalldeckungen wie Titanzink und Aluminium werden kraftschlüssig miteinander verbunden. Das macht sie zumindest wasserdicht und nach Herstellerangaben auch wurzelfest. Bei einer Aluminiumeindeckung kann der Dachaufbau aus einer Tragschale aus Holz oder Trapezprofil bestehen, einer Dampfsperre mit darüberliegender Wärmedämmung und einer Deckung aus Alu-Profiltafeln. Metalleindeckungen aus Titanzink und Aluminium sind in der Regel Leichtdächer und lassen keine hohen zusätzlichen Lasten zu. So darf eine Begrünung meist Gewichte von etwa 70 kg im wassergesättigten Zustand nicht überschreiten

Alle genannten Dächer bieten Schutz vor Huminsäuren und Mikroorganismen und sind damit korrosions- und alterungsbeständig. Metalldächer ohne verschweißte Nähte sind aufgrund ihrer mechanischen Verbindung nur in Kombination mit einem Mindestgefälle von 1,5% wasserdicht. Je nach Fließlänge, also Abstand zwischen First und Traufe, kann auch ein größeres Gefälle notwendig werden. Wasserrückstau kann insbesondere bei T-Stößen zu Undichtigkeiten führen. Daher muss bei begrünten Metalleindeckungen die schnelle Abführung des Überschusswassers gewährleistet sein, beispielsweise durch Dränplatten aus Hartkunststoff oder Dränagematten aus Wirrgelege. Das Filtervlies kann aufkaschiert sein oder als separate Lage extra aufgebracht werden.

Vegetationssubstrat und Begrünung
Das Substrat wird in der Regel in einer Stärke von 6 - 8 cm auf dem Filtervlies ausgebracht. Dieses liegt oberhalb der Dränageplatte. Eine Extensivbegrünung in Form einer Moos-Sedum-Vegetation ist pflegeleicht und entwickelt nur kurze Wurzeln. Damit das Überschusswasser des Substrates die Metalloberfläche bzw. deren Schutz aus Zinkoxid nicht angreift, darf der pH-Wert des Substrates nicht höher als 7 (alkalisch) liegen, sondern sollte sich zwischen 5 und 7 bewegen.

Die Aufbringung der Vegetation erfolgt durch Sprossenaussaat, Pflanzung oder mit Vegetationsmatten. Bei Metalldächern, deren Profilstege aus dem Substrat herausragen, dürfen keine Vegetationsmatten verwendet werden. Diese liegen dann nicht vollflächig auf dem Substrat auf, es können sich Hohlräume bilden und die Pflanzen wurzeln nicht ein.

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