Dachneigung, Gefälle

Regelwerke und Mindestvorgaben

Bei der Planung eines regelgerechten Gefälles muss unterschieden werden, ob dieses nach den Regeln für Abdichtungen (Flachdachrichtlinie) des Deutschen Dachdeckerhandwerks oder nach der Abdichtungsnorm DIN 18531: Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen ausgeführt werden soll. Auch nach Angleichung der Regelwerke bestehen Unterschiede, sodass Planerinnen und Planer vorab festlegen bzw. vereinbaren sollten, nach welchen Vorgaben die Leistung erbracht wird.

Galerie

Gemäß den Regeln für Abdichtungen (Flachdachrichtlinie) Pkt 2.2 soll die Unterlage der Abdichtung für die Ableitung des Niederschlagswassers mit einem Gefälle von mind. 2% in der Fläche geplant werden. In begründeten Fällen können jedoch gefällelose Flächen ausgebildet werden (2.2[4]):

  • infolge reduzierter Anschlusshöhen an Türen,
  • wenn die konstruktiv vorgegebene Lage der Entwässerungseinrichtungen eine Gefällegebung nicht ermöglichen,
  • bei Bestandsgebäuden mit vorgegebener Lage der Entwässerungseinrichtungen,
  • bei Intensivbegrünung oder erdüberschütteten Flächen mit Anstaubewässerung oder
  • wenn baurechtliche Anforderungen eine Gefällegebung nicht ermöglichen.
Aufgrund von Durchbiegung und/oder zulässigen Toleranzen in der Ebenheit der Unterlage, der Dicke von Werkstoffen, durch Überlappungen und Verstärkungen kann es jedoch selbst auf Flächen mit einer Neigung von bis zu 5% (ca. 3°) zu Pfützenbildung kommen (2.2[2]). Sollte stehendes Wasser die folgenden Aufbauten schädigen können (z.B. Plattenbelag im Mörtelbett), soll für eine ausreichende Wasserableitung gesorgt werden

Galerie

In der Abdichtungsnorm DIN 18531 heißt es zum Punkt Dachneigung/Gefälle:
„Die Abdichtung sollte, außer bei intensiv begrünten Dächern mit Anstaubewässerung, so geplant und ausgeführt werden, dass Niederschlagswasser nicht langanhaltend auf der Abdichtungsschicht stehen kann. Dazu sollte ein Mindestgefälle von 2% geplant werden“.
„Bei Dachflächen mit einer Neigung bis ungefähr 5% (3°) ist aufgrund zulässiger Ebenheitstoleranzen, der Durchbiegung des Tragwerks, vorhandenem Gegengefälle und aufgrund von Unebenheiten an Bahnenüberlappungen und -verstärkungen eine Pfützenbildung möglich. Soll Pfützenfreiheit erreicht werden, ist eine Neigung von mehr als 5% zu planen.“

Fachwissen zum Thema

Industriedach

Industriedach

Dachabdichtungen

Anforderungen an Dachabdichtungen

Die Normenreihe DIN 18531 zur Abdichtung genutzter und nicht genutzter Dächer wurde überarbeitet.

Flachdächer lassen sich vielseitig nutzen (Abb. Wohnen am Lokdepot in Berlin-Schöneberg, Robertneun, 2014/15).

Flachdächer lassen sich vielseitig nutzen (Abb. Wohnen am Lokdepot in Berlin-Schöneberg, Robertneun, 2014/15).

Nutzung Flachdach

Arten von Flachdächern

Über die Unterscheidung und Nutzungsmöglichkeiten von Flachdächern

Gemäß der Dachbegrünungsrichtlinie sind Abflussbeiwerte bzw. Abflusskennzahlen bei der Dimensionierung der Entwässerungseinrichtungen in Ansatz zu bringen. Ausschlaggebend hier sind sowohl die Art der Begrünung (also Extensiv- oder Intensivbegrünung), als auch die Dachneigung (größer oder kleiner als 5°) und die Aufbaustärke des Gründachs.

Gemäß der Dachbegrünungsrichtlinie sind Abflussbeiwerte bzw. Abflusskennzahlen bei der Dimensionierung der Entwässerungseinrichtungen in Ansatz zu bringen. Ausschlaggebend hier sind sowohl die Art der Begrünung (also Extensiv- oder Intensivbegrünung), als auch die Dachneigung (größer oder kleiner als 5°) und die Aufbaustärke des Gründachs.

Gründächer

Dachentwässerung und Dachgefälle bei Gründächern

Welcher Anteil des Niederschlagwassers abzuführen ist, hängt im Wesentlichen von der Aufbauhöhe der Begrünung ab.

Normen

Normen zur Ausführung von Abdichtungen

Auflistung von Normen zu Abdichtungsbahnen und der Ausführung von Abdichtungen bei genutzten und nicht genutzten Dächern

Wasserflächen werten eine begrünte Dachfläche auf.

Wasserflächen werten eine begrünte Dachfläche auf.

Nutzung Flachdach

Wasser(flächen) auf Dachflächen

Die statische Tragfähigkeit eines Daches ist bei der Planung von Wasserflächen entscheidend - im Übrigen gibt es vielfältige Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Flachdach sponsored by:
Paul Bauder GmbH & Co. KG | Korntaler Landstraße 63 | 70499 Stuttgart | www.bauder.de
Zum Seitenanfang

Dachneigung, Gefälleneu

Aufgrund von Unterschieden der Regelwerke sollte vorab vereinbart werden, nach welchen Vorgaben die Leistung erbracht wird (Abb.: Baustelle Munch Museum in Oslo; Architektur: Jens Richter, Kassel)

Aufgrund von Unterschieden der Regelwerke sollte vorab vereinbart werden, nach welchen Vorgaben die Leistung erbracht wird (Abb.: Baustelle Munch Museum in Oslo; Architektur: Jens Richter, Kassel)

Um stehendes Wasser auf Flachdächern zu vermeiden, sollte der Dachaufbau eine Neigung von mindestens zwei Prozent, besser sogar drei bis fünf Prozent aufweisen.

Allgemeines zum Feuchteschutz

Der äußere Schutz vor Regen erfolgt durch eine Abdichtung.

Der äußere Schutz vor Regen erfolgt durch eine Abdichtung.

Außenbauteile wie z.B. Flachdächer müssen einerseits vor Durchnässung von außen und andererseits vor Feuchtigkeit aus dem...

Auswahl der geeigneten Dampfsperre

Warmdachaufbau - mit Kies und Plattenbelag, die Dampfsperre befindet sich direkt oberhalb der Betonkonstruktion

Warmdachaufbau - mit Kies und Plattenbelag, die Dampfsperre befindet sich direkt oberhalb der Betonkonstruktion

Flachdächer sind gegen Feuchtigkeit von außen und innen zu schützen. Außen erfolgt eine Abdichtung gegen Regen oder Schnee z.B....

Feuchteadaptive Dampfbremse

Dampfdichte Dächer, zu denen unter anderem unbelüftete Flachdächer mit dichtem Unterdach sowie Flachdächer mit Blecheindeckung...

Notüberlauf

Die Wasserspeier sind bei dieser von Sep Ruf geplanten Dreifaltigkeitskapelle des Fuldaer Priesterseminars von 1968 klar erkennbar.

Die Wasserspeier sind bei dieser von Sep Ruf geplanten Dreifaltigkeitskapelle des Fuldaer Priesterseminars von 1968 klar erkennbar.

Welche Regelwerke befassen sich mit Notüberläufen und warum? Welche Arten der Notentwässerung gibt es?

Tauwasserbildung

Keine Kondensation: Der vorhandene Wasserdampfteildruck ist in allen Schichten kleiner als der Sättigungsdruck des Wasserdampfes

Keine Kondensation: Der vorhandene Wasserdampfteildruck ist in allen Schichten kleiner als der Sättigungsdruck des Wasserdampfes

Als bauphysikalische Grundregel für alle Außenbauteile und damit auch für Flachdächer gilt, dass der...

Flachdach-Navigator

In wenigen Schritten zum optimalen Systemaufbau für Flachdächer und Nutzdächer – mit dem BAUDER
Flachdach-/Nutzdach-Navigator.

Partner-Anzeige