Konzerthalle Casa da Musica in Porto

Kristalliner Körper aus weißem Sichtbeton

Gallerie

1999 schrieb die Stadt Porto im Hinblick auf die Wahl als Kulturhauptstadt Europas einen beschränkten Realisierungs-Wettbewerb für ein neues innerstädtisches Konzerthaus aus, bei dem das Büro OMA den ersten Preis erzielte. Im Inneren des Gebäudes staffeln sich rechtwinklige Boxen auf- und nebeneinander, so auch zwei Konzertsäle mit 1.200 und 350 Plätzen, die dem Prinzip der akustischen Schachtel folgen. Zudem beinhaltet das Konzerthaus diverse Einrichtungen wie Studios, Aufnahmeräume, einen Kindersaal, ein Cypergelände für Experimentalmusik, VIP-Bereiche und Gastronomie. Die Räume der Casa da Musica sind fast durchgängig mit unterschiedlichen Materialien verkleidet: Im großen Konzertsaal wurde Blattgold auf rohe Holzplatten aufgebracht, der Innenraum des kleinen Aufführungssaals wurde komplett rot gestaltet, diverse Foyers mit portugiesischen Azuejos gekachelt. Aus dem Auditorium blickt man durch ein riesiges Fenster direkt auf den Platz, die Rotunda da Boavista. Aus Gründen der Akustik sind die Scheiben des Fensters gewellt.

Mit einer Fassaden-Konstruktion aus weißem Sichtbeton wirkt das Gebäude äußerlich wie ein herabgefallener Meteorit, birgt jedoch im Innern eine Vielzahl von Geometrien, Räumen, Gängen und avantgardistischen Materialien bzw. Oberflächen, die auch von den Türelementen übernommen wurden.

Türen
Koolhaas wählte für die Türen das System 2000 des Willicher Herstellers MBB Metallbau-Bedarf. Dieses System bietet durch seinen symmetrischen Aufbau die Möglichkeit, nahezu jedes Material zu adaptieren, ohne die Funktion des Brand- und Rauchschutzes zu verlieren. So wurden u.a. Glas, Aluminium, Lochblech, Kacheln, Stoffe, Schallschutzmaterial und Polycarbonate verarbeitet.

Der von den Außenseiten gedämmte Stahlkern der Konstruktion bietet eine sehr gute Statik und gewährleistet eine minimale Verformung im Brandfall. Die Mehrzahl der Türen ist axial gelagert. Das Gewicht großer Türen kann somit mittelachsig in den Boden abgetragen werden, zudem sind keine Türbänder sichtbar. Durch eine spezielle minimale Zarge, die den sonst üblichen Blendrahmen ersetzt, wirken Wand und Tür mit der entsprechenden Beplankung wie eine Fläche.

Die Integration von Ausstattungsmerkmalen wie Panikstangengriffen, entsprechenden Schloss- Kombinationen und Schließfolgeregelungen gewährleisten neben den präventiven Brandschutzfunktionen die Sicherung der Fluchtwege. Kleine Details wie runde Rosetten für Türdrücker und Zylinder, doppelte Magnetbodendichtung für einen optimalen Schallschutz sind ergänzende Möglichkeiten, die das Türsystem als universell einsetzbar auszeichnen.

Bautafel

Architekten: OMA, Rem Koolhaas und Ellen van Loon, Rotterdam
Projektbeteiligte: Arup, London (Statik und Haustechnik); Porseg Sistemas de Seguranca S.A., Porto (Metallbau); MBB Systeme GmbH, Willich (Metallbau-System)
Bauherr: Porto 2001, Stadt Porto
Fertigstellung: 2005
Standort: Rotunda da Boavista, Porto, Portugal
Bildnachweis: OMA/Fotograf: Christian Richters (1), MBB Metallbau-Bedarf (2-4)

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