Klubhaus St. Pauli in Hamburg

Medienfassade mit RGB-LEDs in Glas und Metallgittern

Gallerie

Die Reeperbahn ist weit über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus bekannt und zieht zahlreiche Nachtschwärmer an. Mit dem Klubhaus St. Pauli hat die Vergnügungsmeile eine weitere Attraktion erhalten: Auf sechs Etagen und rund 5.000 Quadratmetern bietet der Neubau Raum für Konzerte und Unterhaltungsprogramme. Das auffallende Bauwerk nach Plänen von akyol kamps : bbp Architekten beherbergt nicht nur Live-Musik-Klubs und Bars, sondern auch ein Theater, Bühnen und Büros.

Das Klubhaus ist Teil einer zum Spielbudenplatz ausgerichteten Häuserzeile und beidseitig von Nachbargebäuden gefasst. Zwischen einem dreigeschossigen, verputzten Altbau mit dem Musikklub Docks im Osten und der deutlich höheren, gläsernen Architektur des Schmidt Theater im Westen erhebt sich der Baukörper mit goldglänzender Fassade. Diese zeigt sich jedenfalls bei Tag als metallisches, querrechteckiges Raster, das sich wie unterschiedlich weit geöffnete Schubladen über die Gebäudefront zieht. Am Abend und in der Nacht allerdings wandelt sich das Erscheinungsbild.

Drei Eingänge leiten von der Straße ebenerdig ins Gebäude: Mittig öffnet sich ein geräumiges, tief liegendes Entree. Eine Kneipe und ein Salon flankieren den Haupteingang und werden separat erschlossen. Zwei schmale Außentreppen beidseitig des zentralen Zugangs führen ins erste Obergeschoss zu weiteren Klubs mit auskragenden Balkonen. Erst im Herzen des Erdgeschosses folgt auf das Entree ein Vorraum als Übergang zum Theater. Rechts und links davon liegen Treppenhäuser zur Erschließung der höher gelegenen Büroetagen. Direkt von der Straßenebene wird zudem ein Klub auf der obersten Etage mit einem Fahrstuhl erschlossen: Hinter gläsernen Schachtwänden transportiert die Kabine die Gäste nach oben und unten. Der Turm bildet einen Kontrapunkt zu der im übrigen horizontalen Fassadengliederung.

Elektro / Beleuchtung

Während die Hülle des Stahlbetonbaus bei Tageslicht mattgold schimmert, wandelt sie sich bei Dunkelheit in ein farbenfrohes Lichtspektakel und dient wie ein groß dimensionierter Bildschirm als aufmerksamkeitserregende Kommunikationsebene. Bewegte Bilder und Texte wandern über die Fläche – sie beinhalten Programmhinweise, Neuigkeiten und Werbespots.

Die integrierte Medienfassade ist ein grundlegender Bestandteil der Planung. Architekten und Lichtplaner arbeiteten für die Symbiose von Architektur, Technik und Licht eng zusammen. Sie konzipierten eine spezifische Lösung aus goldfarben beschichteten Metallrahmen, die in variierender Tiefe vor der eigentlichen Gebäudehaut angeordnet sind. In diese sind Drahtgitter gespannt, die mit hochauflösenden Leuchtdioden (LED) bestückt sind. Die eingesetzten RGB-LED sind einzeln ansteuerbar und lassen sich so zu großflächigen, dynamischen Bildern und Botschaften zusammensetzen.

Der Fassadenquerschnitt der Konstruktion wurde so entwickelt, dass kein Kunstlicht zum Himmel, sondern nur zum Stadtraum hin abstrahlt. Die Anordnung bewirkt zudem Blendfreiheit für die dahinterliegenden Büros. Durch die semitransparenten Metallgittermodule, die den Großteil der Fassade bedecken, dringt tagsüber Licht und sie lassen Durchblick nach außen zu.

Für die Verglasung des Fahrstuhlschachtes wurde eine andere Lösung gefunden: Sie fungiert als 50 Quadratmeter große Fenster- und hochauflösende Bildschirmfläche. Sechs großformatige, je 600 Kilogramm schwere Scheiben sind übereinander gesetzt; dünne Bänder aus tausenden LED sind als feines Raster im Scheibenzwischenraum montiert. Die Leuchtmittel und elektronischen Teile sind in die Isolierverglasung eingebettet und wettergeschützt. So passt sich die Beleuchtung den nordisch-regnerischen Witterungsverhältnissen an und das Klubhaus mit seiner dynamisch leuchtenden Fassade fügt sich in das Umfeld von St. Pauli.

Video

Medienfassade in Bewegung

Bautafel

Architekten: akyol kamps : bbp architekten, Hamburg
Projektbeteiligte: Urbanscreen, Bremen (Lichtdesign); Intermediate Engineering, Hamburg (Elektroplanung, Medientechnik); Bartenbach, Aldrans (Lichtplanung); Onlyglass, Verden (Glasfassade); Multivision LED-System; Ingenieurbüro Binnewies, Hamburg (Tragwerksplanung); Dehn Austria, Enne  (Überspannungsschutz)
Bauherr:
Klubhaus St. Pauli, Hamburg
Fertigstellung:
2015
Standort:
Spielbudenplatz 21/22, Hamburg
Bildnachweis: Jochen Stüber, Hamburg / Klaus Frahm, Börnsen

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