U-Bahn-Haltestelle Glauburgstraße in Frankfurt am Main

Hochbahnsteige mit Mast- und Bodeneinbauleuchten

Die Haltestelle Glauburgstraße gestalteten Just/Burgeff Architekten neu, unter anderem wurden die Bahnsteige höher gelegt

Die Haltestelle Glauburgstraße gestalteten Just/Burgeff Architekten neu, unter anderem wurden die Bahnsteige höher gelegt

Eine Überdachung aus gefaltetem und lackiertem Stahlblech bietet den Wartenden Wetterschutz

Eine Überdachung aus gefaltetem und lackiertem Stahlblech bietet den Wartenden Wetterschutz

LED-Bodeneinbauleuchten stellen die die Grundausleuchtung sicher und inszenieren die Überdachung

LED-Bodeneinbauleuchten stellen die die Grundausleuchtung sicher und inszenieren die Überdachung

Die U-Bahn-Linie 5 verbindet den Frankfurter Hauptbahnhof mit dem Stadtteil Preungesheim im Norden. Auf 7,6 Kilometer Streckenlänge hält sie an 14 Stationen. Obwohl ihrem Namen nach eine Untergrundbahn, verläuft sie auf einem Teilabschnitt über der Erde, partiell sogar auf einer ehemaligen Straßenbahnstrecke. Oberirdisch gibt es zwei Haltestellen; beide wurden zwischen 2013 und 2016 umgebaut und barrierefrei zugänglich gemacht. Die Neugestaltung der Haltestelle Glauburgstraße übernahmen Just/Burgeff Architekten, die als Gewinner aus einem von der städtischen Verkehrsgesellschaft ausgelobten Wettbewerb hervorgegangen waren.

Die Baumaßnahmen umfassten die Neuordnung und Sanierung der Fahrbahnen, Fuß- und Radwege an der Kreuzung Glauburg-/Eckenheimer Landstraße sowie die Erneuerung der Bahnsteige. Letztere liegen nördlich und südlich der Kreuzung, mittig verlaufen die Fahrbahnen für Autos und die Bahnschienen, jeweils außen die Wege für Fußgänger und Radfahrer. Vormals ebenerdig, wurden die Bahnsteige für den stufenlosen und damit barrierefreien Ein- und Ausstieg in die Bahn angehoben. Um einen möglichst fließenden Übergang von Haltestelle, Gehweg und umgebendem Straßenraum zu erreichen, wurden die Bahnsteige leicht ansteigend ausgeführt: Die äußeren Segmente sind 60 cm hoch, der Mittelteil 80 cm. Rampen und Treppen führen hinauf. Der Gehwegbelag setzt sich auf dem Bahnsteig fort, Grünflächen und ein taktiles Leitsystem ergänzen ihn.

In der Mitte der beiden Bahnsteige befindet sich jeweils eine Überdachung als Wetterschutz für die Wartenden. Sie wirkt wie eine gefaltete Skulptur aus Metall. Auf drei schrägen Stützen liegt ein langes, schmales Dach, das sich aus einer senkrecht abknickenden Stütze entwickelt und in einer pfeilähnlichen Spitze mündet. Die triangulär gefaltete Außenhaut besteht aus lackiertem Stahlblech und umschließt einen Hohlraum. Die Konstruktion funktioniert nach dem Prinzip zweier Trichter auf Stützen: Die Faltdächer leiten das Regenwasser in Fallrohre im Inneren ab. Hinter den Sitzflächen bildet ein eingespanntes Sicherheitsglas den Wetterschutz.

Elektro/Beleuchtung

Ein wichtiges Element der Planung war die Belichtung der Bahnsteige zu Abend- und Nachtstunden. In enger Zusammenarbeit mit der Firma Mailänder Lichtdesign entwickelten die Architekten ein zweiteiliges Beleuchtungskonzept, das sowohl die Überdachung akzentuiert, als auch die Bahnsteige über ihre ganze Länge erhellt. Dabei galt es zu beachten, dass der nah angrenzende Autoverkehr nicht geblendet wird; ebenso relevant war es, die Fahrgäste durch Rückstrahlung von Licht auf der Metalloberfläche zu blenden.

Die Reflexion nutzten die Planer gezielt zur indirekten Beleuchtung des Wartebereichs: Runde, begehbare LED-Bodeneinbauleuchten sind um die schräg stehenden Stützenfüße platziert. Einerseits inszeniert das Licht das geknickte, gefaltete Dach als Skulptur. Gleichzeitig stellt die Reflexion auf der metallenen Oberfläche die Grundausleuchtung der Bahnsteigvorderkante sicher. Die Neigungswinkel der Reflektoren ließen sich variabel anpassen.

Für die gleichmäßige Ausleuchtung der gesamten Bahnsteiglänge sorgen LED-Mastleuchten. Auf sechs bzw. acht Meter hohen Masten sitzen Aufsatzleuchten mit asymmetrisch breit strahlender Lichtstärkeverteilung. Die Leuchtenkörper sind 720 mm lang, 290 mm breit, 210 mm hoch und bestehen aus einem wetterfesten, pulverbeschichteten Alumniumdruckgussgehäuse in Hell- und Anthrazitgrau. In dieses sind jeweils 28 bzw. 48 Hochleistungs-LED integriert. Jede ist mit einem UV- und temperaturbeständigen optischen Linsensystem ausgestattet, das eine bedarfsgerechte Lichtlenkung ermöglicht. Die Leuchtmittel geben bei einer Farbtemperatur von 4.000 Kelvin neutralweißes Licht ab. Die Lebensdauer der Leuchtdioden wird mit 80.000 Stunden angegeben.

Bautafel

Architekten: Just/Burgeff Architekten, Frankfurt am Main
Projektbeteiligte: Mailänder Lichtdesign, Köln (Beleuchtungskonzept); Arnold & Hensel Elektroingenieure, Klein-Winternheim (Elektroplanung), Trilux, Arnsberg (Leuchten)
Bauherr: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF)
Fertigstellung: 2016
Standort: Eckenheimer Landstraße/Ecke Glauburgstraße, 60318 Frankfurt am Main
Bildnachweis: Kirsten Bucher, Frankfurt am Main

Architektenprofil

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