Skisprungschanze in Willingen

Einläufige Treppe mit Gitterroststufen

Da die ehemalige Schanzenanlage den heutigen Anforderungen nicht mehr genügte, wurde der alte Schanzentisch abgerissen und sollte in kürzester Zeit bis zur nächsten Weltcupveranstaltung neu errichtet werden. Dies gelang nur unter engster Zusammenarbeit der Skisprungspezialisten mit den Architekten und Statikern. Insbesondere die Gradiente, die das Sprungverhalten wesentlich beeinflusst wurde in Großmodellen erprobt.
Der eigentliche Schanzenturm mit dem Schanzentisch wurde als filigrane Stahl-Konstruktion, überwiegend aus Fertigteilen, hergestellt.
Alle Fertigteile wurden senkrecht zur Lauflinie, zur gekurvten Gradiente entwickelt. Auch die Halterungen für den Plexiglaswindschutz neben der Laufspur und die Treppe neben der Bahn wurden in diesen Winkeln aneinander gefügt.

Treppe
Freitragend als auskragendes Faltwerk hängt das Zickzack der Treppe am Aufzugsturm. Innenseitig tragen Wangenträger die Podestflächen; zugleich kragen von diesen Wangen die eingespannten Kassetten der Trittflächen aus, die mit Gitterrosten belegt wurden. Die Brüstungen sind als einfache vertikale Stabgeländer ausgebildet. Lediglich die Kopfseiten der Podeste wurden mit rostförmigen Stabgittern geschlossen. Die exponierte Ausbildung des Treppenturms mit dem Aufzugskern steht wie ein "Campanile" losgelöst von der eigentlichen Sprungkanzel, deren Gewicht nur auf filigranen Rohrstützen in den steilen Hang eingeleitet wird.

Bildnachweis: Stefan Schilling

Bautafel

Architekten: Pahl + Weber-Pahl, Darmstadt
Mitarbeiter: Stephan Neumahr, Thomas Ulrich, Stefan Hambach
Tragwerk: KHP König, Heunisch& Partner, Frankfurt a.M.
Bauherr: Skiclub Willingen, Hochsauerland
Standort: Willingen
Fertigstellung: 2001
Treppentyp: mehrläufig gegenläufige Treppe mit Wendepodesten