Landschaftsprojekt am Neusiedler See/A

Dreiläufige Treppenanlage

Dreißig Jahre besteht diese Außenanlage bereits und hat nichts von seiner ursprünglichen Aktualität verloren. "The pit" = die Grube wird es vom Bauherren und Planer Professor Peter Noever, dem jetzigen Direktor des MAK (Museum für angewandte Kunst) in Wien genannt.
Er erwarb damals einen 200 Jahre alten Weinkeller mit einem angrenzenden Steinbruch, den er in ein "der Freundschaft" gewidmetes Feriendomizil umwandelte.
Seit 1993 wurde das Gelände um ein veritables Gebäude, den Würfel Nr. 37 erweitert, in Anspielung auf ein ebenfalls auf dem Gelände befindliches Kunstobjekt aus 36 Steinwürfeln mit integrierten Lautsprechern.
Den Kernpunkt der Anlage bildet eine aus dem Baugrund ausgehobene acht Meter im Durchmesser breite Grube mit steilen Böschungen als Pendant zur Vertiefung des ehemaligen Steinbruchs. Hier befindet sich unter einer etwas auskragenden Gewölbedecke ein überdachter, windgeschützter Sitzbereich mit dem Zugang zum dahinterliegenden Weinkeller.

Treppe
Der Bereich der Grube ist mit dem Steinbruch durch einen drei Meter tiefen und fast 70 Meter langen Geländeschlitz verbunden, der über eine kleine grasbewachsene Treppenflucht erreicht wird. Seitliche Flügeltreppen mit begrenzenden, weißen Dreieckswänden führen auf ein grasbewachsenes Plateau ins Nirgendwo.
Am Ende der künstlichen, grasbewachsenen Schlucht führt eine wilde Steinplattenformation als natürliche Treppenanlage ins Steinbruchgelände hinab, wo ein Aussichtsturm das landschaftliche Experiment krönt.
Abbildung 1 zeigt die zwei seitlichen "Dreiecks-Ohren", welche die Treppenflügel verbergen, die aus dem schluchtartigen Durchstich zum Steinbruch im Hintergrund, auf das Plateau des so genannten "Klosetts" führen. Im Vordergrund ist die vertiefte Grube "the Pit" erkennbar.

Bildnachweis: Paolo Utimberger

Bautafel

Architekt: Prof. Peter Noever, Wien
Bauherr: Familie Noever, Wien
Standort: Breitenbrunn am Neusiedler See, Österreich
Fertigstellung: 1971
Treppentyp: dreiläufige Außentreppe als Landschaftsskulptur