Kulturzentrum KU.BE in Frederiksberg

Bodenmix aus Beton, Linoleum und Stabparkett

Westlich des Kopenhagener Stadtzentrums und doch inselartig umschlossen von der dänischen Hauptstadt, bildet Frederiksberg eine eigenständige Gemeinde. Als dynamischer Treffpunkt für alle möglichen Alters- und Interessensgruppen soll das Kulturzentrum KU.BE fungieren, das mitten in Frederiksberg zwischen Geschosswohnungsbauten und gewerblicher Nutzung entstand. Realisiert nach Plänen des niederländischen Architekturbüros MVRDV in Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Architekten von ADEPT vereint das rund 3.200 Quadratmeter große Kulturhaus ein Gemeinschaftszentrum mit Ausstellungsflächen, Theater, Spiel- und Kletterzonen, Gesundheitszentrum, Bibliothek, Arbeitsbereichen, Sporthalle und Yogaraum, ein Café, Geschäfte und Büros. Weiterhin gehören ein Außenspielplatz sowie ein rund 4.500 Quadratmeter großer, öffentlicher Park dazu.

Ein Außenspielplatz und ein öffentlicher Park gehören ebenfalls zum Kulturzentrum, das hier von Norden zu sehen ist
Kletterhalle im Erdgeschoss mit Hügel aus Sichtbeton
Die Betonhügel werden mit farbigen Kunststoffgriffen, Mulden und Einkerbungen zur künstlichen Landschaft, in der Seile das Hochziehen ermöglichen

Sämtliche Funktionen sind in einem quaderförmigen Flachbau mit vier Geschossen und großflächigen, unregelmäßigen Verglasungen vereint. Er steht parallel zur östlichen Wohnbebauung und wendet seine kurze Front zur südwestlichen Dirch Passers Allé. Im Inneren überlagern sich die Nutzungsbereiche, differenziert in sechs Volumen, die sich in Form, Farbe und Material unterscheiden. Sie stehen beispielsweise für Bewegung, Theater oder Ruhe und erleichtern die Orientierung im Gebäude. Die farbigen Einbauten erstrecken sich oftmals über mehrere Etagen, an einigen Stellen ablesbar durch die Verglasungen der fragmentierten Fliesenfassade. Die unregelmäßigen Öffnungen lassen den Baukörper leichter erscheinen, die Großform wird optisch aufgelöst.

Im Erdgeschoss befinden sich Gastronomie, Geschäfte und Sanitäranlagen. Diagonal durch das Erdgeschoss hindurch verläuft eine geschwungene Bewegungs- und Kletterzone als Verbindung zu den umgebenden Freiflächen. Das Theater und weitere Bewegungsräume erstrecken sich in den oberen Etagen über mehrere Ebenen. Ein Teil der Glasfassade lässt sich öffnen, sodass eine Freilichtbühne entsteht. Die flexible Nutzung der Räume war ein wichtiges Planungsziel. Die Wege sind nicht vorgegeben – die Besucher entscheiden vielmehr selbst, welchen Weg sie nehmen und in welcher Reihenfolge sie die Bereiche nutzen. Größere Raumvolumen eignen sich für Auftritte und Versammlungen, kleinere für Ausstellungen oder Vorträge. Neben Treppenhäusern und dem Aufzug dienen spielerische Elemente der Erschließung: So überspannt ein Kletternetz mehrere Stockwerke, Betonrampen mit Seilen und Klettergriffen überwinden den Niveauunterschied zwischen Erd- und Obergeschoss, Rutschen und Feuerwehrmasten ermöglichen an anderer Stelle einen schnellen Weg nach unten. Die Bewegung steht im Vordergrund – um allen Fähigkeiten und Altersklassen gerecht zu werden, gibt es schwierige und leichte Wege.

Boden

Die Räume des Kulturzentrums sind entsprechend ihrer Funktion mit unterschiedlichen Bodenbelägen ausgestattet. Der Yoga- und Meditationsraum erhielt Stabparkett, ein hygienischer und fußwarmer Bodenbelag mit guten Wärmedämmeigenschaften, auf dem auch das Sitzen angenehm ist. Die feuchteregulierenden Eigenschaften des Holzes tragen zu einem angenehmen Raumklima bei. Auch in der Kletterhalle dient Parkett als Bodenbelag. Die Hügel sind hingegen aus gegossenem Sichtbeton und mit farbigen Kunststoffgriffen versehen;  durch Mulden und Einkerbungen werden sie zur künstlichen Landschaft, in der Seile das Hochziehen ermöglichen.

In den Sportbereichen kommt Linoleum zu Einsatz, ein elastischer Belag mit griffiger Oberfläche, der sicheren Halt bietet und die Verletzungsgefahr bei Unfällen verringert. Auf dem grünen Linoleumboden in der Skaterhalle kommen die aufgeklebten weißen Markierungen gut zur Geltung. Die Farbe des Bodens richtet sich nach dem Farbkonzept der unterschiedlichen Einbauten; in der gelb gestalteten Zone wurde sonnengelber Linoleumboden verlegt.

Bautafel

Architekten: MVRDV, Rotterdam und ADEPT, Kopenhagen
Projektbeteiligte:
Søren Jensen, Aarhus (Statik); SLA, Kopenhagen (Landschaftsarchitekten)
Bauherr: Kommune Frederiksberg, Dänische Stiftung für Kultur- und Sportstätten, Realdania Stiftung
Standort: Dirch Passers Allé 4, Frederiksberg
Fertigstellung: 2016
Bildnachweis: Adam Mørk, Kopenhagen

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