Laborgebäude in Tulln an der Donau

Nachhaltiger Holzbau mit Steinwolledämmung

Auf ihrer Homepage spricht sich die Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) klar für eine nachhaltige Lebens- und Arbeitseinstellung aus, sodass „die Grenzen der ökologischen Tragfähigkeit unseres Planeten nicht überschritten werden“. Konsequent gemäß dieser Haltung wurde das neue Laborgebäude für Agrartechnologie am Standort in Tulln an der Donau als Holzbau entworfen, was in ganz Österreich kein zweites Mal zu finden ist. Geplant wurde das zweigeschossige Gebäude im Niedrigenergiestandard von der Arbeitsgemeinschaft SWAP Architekten und Delta Projektkonsult.

Gallerie

Das neue Laborgebäude integriert sich in den bestehenden Campus der BOKU in Tulln und ist am Ende einer Magistrale positioniert, die durch die gesamte Anlage führt. Zusammen mit den umliegenden Gebäuden wird ein kleiner Platz ausgebildet, von dem aus der Zugang über einen kleinen Rücksprung an der Südwestseite erfolgt.

Vertikale Anmutung und klare Struktur
Der kompakte, zweigeschossige Baukörper weist eine Fassadenverkleidung aus schmalen, senkrecht verlaufenden Lärchenholzlatten auf. Die vorgestellten Holzlisenen inklusive Sonnenschutz, die jeweils seitlich die Fensteröffnungen begrenzen, verstärken die vertikale Anmutung zusätzlich. Die raumhohen Öffnungen folgen einem strengen Raster und lassen weite Blicke in die Natur zu. Die beiden diagonal an den Gebäudeecken angeordneten Einschnitte reichen bis zum Obergeschoss und dienen so als Überdachung des Eingangs sowie der Fluchttreppe.

Die Grundrisse sind klar zoniert; entlang der Süd- und Westfassade liegen die Büros, die Labore sind nach Norden ausgerichtet und erhalten so blendfreies Licht. Über eine einläufige Treppe, die von holzvertäfelten Wänden begleitet wird, kann das Obergeschoss mit gleichem Grundriss erschlossen werden. Zusätzlich befindet sich eine Außentreppe in einem Gebäuderücksprung an der nordöstlichen Ecke des Baus.

Heimisches Holz und Steinwolledämmung
Das Gebäude wurde in einer Kombination aus Holzständer- und Holzmassivbauweise errichtet. Für das etwa 1.300 m² große Laborgebäude kamen rund 500 m³ Holz aus der Region zum Einsatz. Da viele Teile bereits werksseitig vorgefertigt wurden, konnte der Neubau in nur sieben Tagen fertiggestellt werden.

Die Außenwände bestehen aus 18 cm starken Holzständern, deren Zwischenraum mit nichtbrennbarer Steinwolle mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,036 W/mK gedämmt wurde. OSB-Platten dienen als Dampfsperre. Innenseitig wurde eine Installationsebene mit 75 mm Dicke vorgesehen, die mit Mineralwolle gefüllt und mit Gipskarton verkleidet ist. Die hinterlüftete Fassade aus Lärchenholz ist auf einer zweilagigen Unterkonstruktion an den Holzständern befestigt.

Das Flachdach ist extensiv begrünt und mit einer Gefälledämmung aus expandiertem Polystyrol (EPS) mit einer mittleren Dämmdicke von 26 cm ausgeführt. Das EPS erreicht eine Wärmeleitfähigkeit von 0,031 W/mK. Die etwa 52 cm hohen Brettschichtholzträger bleiben ungedämmt und wurden lediglich mit 5 cm Mineralwolle als Hohlraumbedämpfung belegt und unterseitig mit Gipskarton verkleidet. -sus

Ganz im Sinne der Ressourcenschonung ist auch auf dem Campus in Wien ein Neubau errichtet worden: Das sogenannte Türkenwirtgebäude beherbergt Mensa, Hörsaal und drei Institute der Universität für Bodenkultur und erreicht mit ausgeklügeltem Energiekonzept Plusenergiestandard. Baunetz Wissen hat darüber berichtet  (siehe Objekte zum Thema).

Bautafel

Architekten: SWAP Architekten, Wien; Delta Projektkonsult, Wels
Projektbeteiligte: Delta Projektkonsult, Wels (Bauleitung); VP3 ZT, Wien (Tragwerksplanung);  Welatech, Schäffern (Haustechnik)
Bauherrschaft: BIG Bundesimmobilien, Wien
Standort: Konrad-Lorenz-Straße 20, 3430 Tulln an der Donau, Österreich
Fertigstellung: 2018
Bildnachweis: Chris­tian Brandstätter, Klagenfurt; SWAP Architekten, Wien

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