Hinterlüftete Fassade

Zweischalige Außenwände mit Wärmedämmschicht und Hinterlüftung bestehen aus der inneren tragenden Schale, der Wärmedämmschicht, dem von der Außenluft durchströmten Luftspalt und der äußeren Schale. Die innere tragende Schale, meist mittlerer bis schwerer Bauart, trägt mit ihrer Wärmespeicherfähigkeit zum Ausgleich der sommerlichen Raumtemperaturen bei. Der eigentliche sommerliche Wärmeschutz beruht allerdings zu einem Großteil auf der Hinterlüftung. Sie gewährleistet, dass ein potenzieller Wärmestau bzw. ein Aufheizen zwischen Wärmedämmung und Fassade weitgehend verhindert wird. Außerdem erwärmt sich die Außenwand selbst weniger und langsamer als bei dem direkten Kontakt mit der Sonneneinstrahlung. Schwankungen in der Außentemperatur wirken sich deutlich weniger auf das Raumklima aus als bei anderen Konstruktionen. Eine geschlossenporige Dämmschicht wirkt ausschließlich wärmedämmend, eine offenporige dagegen wärmedämmend und schallschluckend zugleich.

Gallerie

Das Wärmedämmmaterial darf lediglich bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 schwer entflammbar (Baustoffklasse B1 gemäß DIN 4102) sein. Bei allen anderen Gebäuden muss das Dämmmaterial nicht brennbar sein (Baustoffklasse A2 bzw. A1). Abweichungen davon können sich aus den Bauordnungen und Technischen Baubestimmungen des jeweiligen Bundeslandes und den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der Baustoffhersteller ergeben. Der durchströmte Luftspalt verhindert einen Feuchtetransport von der Wandaußenfläche in das Wandinnere. Die Außenschale kann leichter oder schwerer Bauart sein.

Eine besondere Ausführungsvariante ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF). Auch hier befindet sich die Wärmedämmung außen auf der tragenden Wand, sodass eine lückenlose und wärmebrückenarme Ausführung entsteht, die für den winterlichen Wärmeschutz besonders günstig ist. Zusätzlich kann die Dämmschicht den Anforderungen des Wärmeschutzes entsprechend angepasst werden. Die äußere Schale besteht dabei z.B. aus einer Natursteinbekleidung. Im Vergleich zu ungedämmten Wänden lassen sich bei VHF, je nach Dämmmaterial und gewählter Ausführungsdicke, bis zu 15 dB Schallverbesserungen erreichen.

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