Gesundheitsaspekte

Herstellung, Verwendung und Nutzung

Gallerie

Zum Schutz des Weltklimas hat sich die Bundesregierung verpflichtet, den Ausstoß von CO2 zu senken. Die Sachverständigen sind sich darin einig, dass dieses Ziel nur unter Einbezug zusätzlicher Wärmedämmmaßnahmen im Gebäudebestand möglich ist. Unter dem generellen Aspekt der Energieeinsparung und zur Reduktion der CO2 -Emmissionen ist der Einsatz von Dämmstoffen wichtig und notwendig. Gleiches gilt im Hinblick auf Schallschutzdämmmaßnahmen zur Lärmminderung, die den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Lärm Rechnung tragen.

Der energetische Aufwand bei Herstellung und Verarbeitung ist für alle Dämmstoffe gering im Vergleich zum Energieeinsparpotenzial bei der Nutzung: In der Regel steht eine energetische Amortisationsdauer von unter einem Jahr einer Nutzungsdauer von mehr als 25 Jahren gegenüber. Eine Differenzierung der Dämmstoffe hinsichtlich des Primärenergieaufwandes ist vor diesem Hintergrund wenig sinnvoll. Darüber hinaus erscheint auch eine ökologisch begründete Bevorzugung von Dämmstoffen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe aufgrund von energetischen Argumenten als nicht stichhaltig. Mit Blick auf die Schaffung von Stoffkreisläufen ist vor allem die Verwendung von Altstoffen (Altglas, Altpapier) als günstig einzuschätzen.

Für die Gebrauchsphase der betrachteten Dämmstoffe können unter stofflichen Gesichtspunkten folgende generalisierende Aussagen getroffen werden:

  • Hauptproblem vieler Dämmstoffe aus anorganischen Fasermaterialien ist die Freisetzung von lungengängigen Faserstäuben, die hinreichend biobeständig sind, um ein krebserzeugendes Potenzial aufzuweisen. Inzwischen wird in Deutschland eine ganze Palette neuer Mineralwolleprodukte angeboten, deren Fasern eine deutlich verringerte Biobeständigkeit aufweisen. Empfohlen werden nur die Produkte, die beim Umgang keine Faserstäube freisetzen können, die nach §4a GefStoffV unter Beachtung der in der TRGS 905 dargelegten Kriterien als krebserzeugend oder krebsverdächtig einzustufen sind. Auch dickere, lungengängige Fasern können beim Ein- und Ausbau vorübergehende Schädigungen der Haut, der Schleimhäute und der Augen bewirken, die aber durch konsequent staubarmes Arbeiten und geeignete Schutzmittel (Schutzhandschuhe, ggf. Schutzbrille und FFP1-Maske) zu vermeiden sind.

  • Organische Faserdämmstoffe werden, um ihre langfristige Verwendbarkeit sicherzustellen, mit Bioziden und Flammschutzmitteln ausgerüstet, deren toxikologische und ökotoxikologische Bewertung z. T. noch aussteht und die ggf. bei der Wiederverwertung oder Deponierung zu Problemen führen können. Offen ist auch die Frage nach der toxikologischen Bewertung der beim Schütten bzw. Einblasen von Zellulosefaserprodukten freigesetzten organischen Faserstäube. Die Entwicklung staubarmer Verarbeitungstechniken ist hier aus Arbeitsschutzgründen dringend geboten.

  • Organische Schaumstoffe werden wegen ihrer Brennbarkeit ebenfalls mit Flammschutzmitteln ausgerüstet; häufig kommen für diesen Zweck promorganische Verbindungen mit Dioxinbildungspotenzial im Brandfall zum Einsatz. Als Treibmittel sollten keine Stoffe mit Ozonabbaupotenzial und hohem Treibhauspotenzial verwendet werden. Für einige Dämmstoffprodukte werden immer noch derartige Treibmittel eingesetzt.

  • Anorganische Schaum- und Blähstoffe sind unter stofflichen Gesichtspunkten weitgehend unproblematisch. Ihre Anwendungsmöglichkeiten sind jedoch wegen ihrer mechanischen Eigenschaften und der daraus resultierenden anderen Verarbeitung eingeschränkt.

Die Entscheidung, welcher Dämmstoff für den jeweiligen Anwendungszweck zum Einsatz kommt, verbleibt letztendlich beim Anwender. Wichtig ist jedoch, dass dieser neben den technischen und wirtschaftlichen Aspekten des Dämmstoffeinsatzes, auch den Arbeits-, Verbraucher- und Umweltschutz hinreichend berücksichtigt. Nicht nur der unmittelbare Einbau, sondern die gesamte Lebensdauer des Dämmstoffproduktes – einschließlich seiner Erzeugung und seiner späteren Verwertung bzw. Deponierung – sollte hierbei in Betracht gezogen werden. Einfache Schlussfolgerungen, wie z. B. „Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind prinzipiell empfehlenswerter als andere“, tragen eindeutig dem Aspekt des präventiven Umwelt- und Gesundheitsschutzes nicht angemessen Rechnung.

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