Holzbauten

Nach Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hoch feuerhemmende Bauteile in Holzbauweise (M-HFHHolzR)

Holzbauten zählen nach Musterbauordnung § 51 weder zu den geregelten noch zu den ungeregelten Sonderbauten. Tragkonstruktionen aus Holz können jedoch die Forderung der meisten Landesbauordnungen (LBO) für Gebäude ab Gebäudeklasse (GK) 4 nach „nichtbrennbaren Baustoffen“ (Baustoffklasse A) für tragende und aussteifende Bauteile grundsätzlich nicht erreichen. Selbst wenn sie Feuerwiderstandsdauern von 60 Minuten (F 60) aufweisen, werden sie damit nicht in allen LBO als „feuerbeständig“ eingestuft.

Gallerie

Gebäude, deren Höhe eine „feuerbeständige“ Tragkonstruktion erfordert (GK 5; i.d.R. > 4 Geschosse), können daher nur abweichend vom Baurecht genehmigt werden. Für die Zulassung dieser „Abweichungen“ sind ein durchdachtes Brandschutzkonzept und sinnvolle Kompensationen (alternative Maßnahmen zum Brandschutz, z.B. Hausalarmanlage) erforderlich.

Bei Gebäuden, deren Höhe lediglich eine „hochfeuerhemmende“ Tragkonstruktion erfordert (GK 4; in der Regel bis 4 Geschosse mit Standardwohnungen) ist derzeit noch die „Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hoch feuerhemmende Bauteile in Holzbauweise“ (M-HFHHolzR1) anzuwenden. D.h. tragende und aussteifende Bauteile aus Holz müssen durch nichtbrennbare Verkleidungen „gekapselt“ werden. Ein aufwendiges Verfahren, das Sicherheit und Erfahrung im Umgang mit Detailplanung und Ausführung verlangt.

In dieser Richtlinie sind die besonderen Anforderungen und die Bauausführung von „Gebäuden (GK 4) geregelt, deren tragende, aussteifende oder raumabschließende Teile aus Holz oder Holzwerkstoffen bestehen, die nach bauaufsichtlichen Vorschriften hoch feuerhemmend sein müssen, allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus nicht brennbaren Baustoffen haben müssen und deren Dämmstoffe nur aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen dürfen.

Andererseits ist der Nachweis, dass tragende Konstruktionen aus Holz mit Feuerwiderständen von 60 bzw. 90 Minuten oder als Brandwandersatzkonstruktion mit Stoßbeanspruchung möglich sind, durch viele Forschungsergebnisse erbracht. Die Forderung, nichtbrennbare Baustoffe für tragende Bauteile des Gebäudes verwenden zu müssen, geht davon aus, dass die Tragfähigkeit der Konstruktion bei einem realen Brandereignis auch ohne wirksame Löscharbeiten der Feuerwehr erhalten bleiben soll. Für die Feuerwehren, die in allen Gemeinden Deutschlands auf Lösch- und ggf. Rettungsmaßnahmen bei Bränden vorbereitet sind, ist es entscheidend, ob das Brandszenario insgesamt beherrschbar bleibt. Die Brennbarkeit oder Nichtbrennbarkeit einer Konstruktion ist deshalb von untergeordneter Bedeutung, wenn der Gesamtkontext (freiwillige Feuerwehr, Berufsfeuerwehr, Innenangriff unter Atemschutz möglich etc.) stimmt. Konstruktionen, die einen ausreichend langen Feuerwiderstand aufweisen, die Ausbreitung von Feuer und Rauch auf benachbarte Nutzungseinheiten behindern und damit eine wirkungsvolle Brandbekämpfung erlauben, können auch in Holzbauweise die Schutzziele des Brandschutzes zumindest bis zur Hochhausgrenze erfüllen.

Bemessung unbekleideter tragender Holzbauteile
Die Bemessung tragender Holzbauteile, wie z.B. Wände, beruht auf einer Brandschutzbetrachtung zum Thema Holz, die schon lange bekannt, aber seit 100 Jahren nicht angewendet wurde: Holz hilft sich im Brandfall selbst. Durch eine Verkohlungsschicht, die sich exakt nach dem Brandverlauf berechnen lässt (Abbrand), schützt es über einen definierten Zeitraum den tragenden oder raumabschließenden Holzkern vor dem Einsturz oder dem Durchbrand. Zu dem statisch erforderlichen Holzquerschnitt wird der z.B. für 90 Minuten Branddauer errechnete Abbrand addiert und damit sichergestellt, dass das Gebäude innerhalb dieser Zeit weder einstürzt, noch sich Brände in andere Brandabschnitte ausbreiten können.

Für die brandschutztechnische Bemessung tragender Holzbauteile werden in Teil 1 und 2 der DIN EN 1995: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten zwei vereinfachte Rechenverfahren angegeben, die beide von der Abbrandrate d(tf) ausgehen und eine bestimmte Abbrandtiefe d nach einer Brandeinwirkung von tf Minuten berechnen. Die Abbrandrate βn wird in Abhängigkeit von der Holzsorte (Vollholz, Brettschichtholz, u.a.) vorgegeben.

Bei der Bemessung mit ideellem Restquerschnitt (Δd-Methode) wird die effektive Abbrandtiefe d(tf) um einen Betrag d0 = 7 mm erhöht. Dieser Wert berücksichtigt die verminderten Werkstoffeigenschaften infolge des Abbrandes bei erhöhten Temperaturen. Der Tragfähigkeitsnachweis für den effektiven Restquerschnitt wird dann mit den Festigkeits- und Verformungseigenschaften bei Normaltemperatur durchgeführt.

Die Bemessung mit reduzierter Festigkeit und Steifigkeit (Tm-Methode) wird mit dem um d0 reduzierten Restquerschnitt geführt. Für die temperaturabhängige Reduzierung der Biege-, Druck- und Zugfestigkeit sowie des Elastizitätsmoduls werden Rechenfunktionen in Abhängigkeit vom Verhältnis des beflammten Umfangs des Restquerschnitts zur Fläche des Restquerschnitts angegeben. Diese Bemessung darf nur für Rundhölzer mit allseitiger bzw. Rechteckquerschnitte aus Nadelholz mit drei- oder vierseitiger Brandbeanspruchung angewendet werden.

Probleme mit Bauprodukten
Ein weiteres Hindernis bei der Bauausführung von Gebäuden in Holzbauweise stellen fehlende Übereinstimmungsnachweise und Zulassungen für Bauprodukte wie Türen oder Abschottungen dar. Für solche „ungeregelten“ Bauprodukte (Bauprodukte, für die es keine Technische Baubestimmung und keine allgemein anerkannte Regel der Technik gibt oder die von Technischen Baubestimmungen wesentlich abweichen) oder Bauarten werden die für die Verwendung (oder Anwendung) erforderlichen Übereinstimmungsnachweise (allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen ‒ abZ ‒ oder allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse ‒ abP) nur auf Basis der Musterbauordnung (MBO) erteilt. In der MBO sind allerdings nur feuerbeständige bzw. hochfeuerhemmende Bauteile aus nichtbrennbaren Baustoffen (bzw. nichtbrennbar gekapselt) enthalten.

Die Zulassungen von Feuer- und Rauchschutzabschlüssen (Brand- oder Rauchschutztüren) oder Abschottungen für brennbare oder nichtbrennbare Leitungsanlagen (Elektrokabel oder Installationsrohre), die durchaus für den Einsatz in Holzbauteilen geeignet wären, enthalten daher Anforderungen an die umgebenden Bauteile (z.B. Wand oder Decke), die von feuerbeständigen Bauteilen nach Lesart der Musterbauordnung (MBO) nicht erfüllt werden können (z.B. nichtbrennbar zu sein).

Der Versuch mancher Hersteller von Bauprodukten, sich ‒ soweit die Voraussetzungen nach der europäischen Bauproduktenverordnung vorliegen ‒ europäische CE-Kennzeichnungen, vorzugweise vom Österreichischen Institut für Bautechnik (ÖIB), ausstellen zu lassen, wurde durch die Änderung in der MBO 2016 in Verbindung mit der Einführung der MVV TB unterbunden. Dabei wurden Bauprodukte, die auf Grundlage einer CE-Kennzeichnung nach europäischer Bauproduktenverordnung ohne weitere Nachweise verwendbar sind, kurzerhand zu Bauarten erklärt, die ohne nationales Anwendungsdokument (Bauartgenehmigung) nicht angewendet werden dürfen.

Der einzig verbleibende Weg, zu einer Erklärung des Anwenders („Herstellers“) eines Bauprodukts zu gelangen, dass er die maßgebenden technischen Regeln und die Anforderung in einer abZ oder in einem abP eingehalten hat (Übereinstimmungserklärung), ist die sogenannte „nicht wesentliche Abweichung“. „Als Übereinstimmung gilt auch eine Abweichung, die nicht wesentlich ist“ heißt es z.B. im § 21 (1) der LBO BW. Der „Hersteller“ hat also durchaus die Möglichkeit, bei entsprechender Sachkunde und Erfahrung und in Rücksprache mit dem tatsächlichen Hersteller des Bauprodukts (baurechtlich oft „Systemgeber“ genannt) eine Übereinstimmungserklärung auszustellen, wenn nicht alle Vorgaben des Übereinstimmungsnachweises eingehalten sind und diese Abweichung „nicht wesentlich“, d.h. geringfügig ist.

„Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hoch feuerhemmende Bauteile in Holzbauweise“ (M-HFHHolzR)
Eine Herausforderung bei Holzbauten insbesondere nach den LBO BW, HBO, BauO NRW und BremLBO stellt die Umsetzung der zusätzlichen Anforderung z.B. in BauO NRW § 26 (3), dass „die Bauteile so hergestellt und eingebaut werden [müssen], dass Feuer und Rauch nicht über Grenzen von Brand- oder Rauchabschnitten, insbesondere Geschosstrennungen, hinweg übertragen werden können.“ Diese Formulierung stammt ursprünglich aus der „Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise“ (M-HFHHolzR) von 2004, besser bekannt als „Holzbaurichtlinie“. Durch die in der Richtlinie aufgeführten Anforderungen sollen nämlich

  • „ein Brennen der tragenden und aussteifenden Holzkonstruktionen,
  • die Einleitung von Feuer und Rauch in die Wand- und Deckenbauteile über Fugen, Installationen oder Einbauten sowie eine Brandausbreitung innerhalb dieser Bauteile und
  • die Übertragung von Feuer und Rauch über Anschlussfugen von raumabschließenden Bauteilen in angrenzende Nutzungseinheiten oder Räume“

verhindert werden.

In der Praxis führt dies dazu, dass die Anforderung, eine Übertragung von Feuer und Rauch über Grenzen von Brand- oder Rauchschutzbereichen bei Holzbauten zu verhindern, nur durch die Anwendung der Holzbaurichtlinie sicher erfüllt werden kann. Holzbauten der GK 4 und 5 werden daher vielfach weiterhin auf Basis der Holzbaurichtlinie (GK 4) oder einer Erweiterung ihres Anwendungsbereichs auf GK 5 errichtet. Dadurch entfällt jedoch z.B. die Möglichkeit, Holzbauteile wie Wände oder Stützen sichtbar in Holz zu belassen, da sie gemäß Holzbaurichtlinie gekapselt, d.h. mit Gipskarton- oder Faserzementplatten bekleidet werden müssen.

Anforderungen an die Baustoffe
Baustoffe, die in Holzbauten besonderen Anforderungen genügen müssen, sind Holz, Dämmstoffe und Folien. Für das verwendete Bauschnittholz gelten Anforderungen an die Sortierklasse (S 10 nach DIN 4074-1 Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit - Teil 1: Nadelschnittholz), die Holzfeuchte (15 ± 3%) und die Maßhaltigkeit der Querschnitte (± 1 mm). Es dürfen ausschließlich mineralische Dämmstoffe mit einem Schmelzpunkt ≥ 1.000°C verwendet werden. Auf dichte bzw. versetzte Fugen bei einlagigen oder zweilagigen Dämmschichten ist zu achten. Für die Bauteilabdichtung (Luft- und Winddichtheit, Dampfbremsen) sind normal entflammbare Folien zulässig.

Anforderungen an die Bauteile
Für die Einstufung der verwendeten Bauteile als hoch feuerhemmend (hfh) sind Feuerwiderstandsprüfungen erforderlich, die zu einer Einstufung des Bauteils nach DIN EN 13501-2: Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten - Teil 2: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Feuerwiderstandsprüfungen, mit Ausnahme von Lüftungsanlagen als REI 60 bzw. EI 60 (F 60 B nach DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen mit oder ohne tragende Funktion) führen können. Wände, die anstelle von Brandwänden zulässig sind, und Treppenraumwände müssen zusätzlich widerstandsfähig gegen mechanische Belastung (M) sein.

Wände und Wandscheiben
Sie sind zusätzlich zur Brandschutzbekleidung mit umlaufenden Rahmenhölzern und einer formschlüssig verlegten Dämmung aus zulässigen Dämmstoffen auszuführen.

Decken
Die Brandschutzbekleidung von Decken ist von unten auszuführen. Oberseitig kann ein Fußbodenaufbau, der den Anforderungen K₂60 (oder höher) entspricht, verwendet werden. Geregelt sind dabei folgende Fußbodenaufbauten:

  • ≥ 30 mm schwimmender nicht brennbarer Estrich auf ≥ 20 mm nicht brennbaren Dämmstoffen
  • ≥ 25 mm mehrlagige Trockenestrichelemente aus nicht brennbaren Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, mit umlaufenden Randstreifen aus nicht brennbaren Baustoffen

Decken in Holzrahmen- oder Holztafelbauweise sind umlaufend mit Holzprofilen (sog. Verblockung) auszuführen, die zwischen die Deckenbalken oder die Rippen einzubauen sind. Zwischen Deckenbalken oder -rippen muss ein zulässiger Dämmstoff flankenformschlüssig verlegt werden.

Anforderungen an Anschlüsse
Die für Bauteile erforderlichen Brandschutzbekleidungen sind so auszubilden, dass keine durchgängigen Fugen entstehen und bei Brandeinwirkung die Bekleidung nicht aufreißt. Die geschützten Bauteile aus Holzbaustoffen sind in Abständen ≤ 500 mm mit Schrauben von einem Schaftdurchmesser ≥ 12 mm, mit einer Einschraubtiefe ≥ 70 mm oder mit Schrauben bzw. Gewindestangen mit einem Mindestdurchmesser ≥ 8 mm und einer Verbindungskraft ≥ 0,85 kN/lfm zu verbinden. Fugen sind mit nicht brennbaren Baustoffen zu verschließen. Wände und Decken der Feuerwiderstandsfähigkeit < REI/EI 60 (F 60) müssen an Bauteile REI/EI 60 (F 60) so angeschlossen werden, dass die Brandschutzbekleidung dieser Bauteile nicht unterbrochen wird.

Anschlüsse von Wänden und Stützen an Wände und Decken
Die Anschlüsse sind so auszubilden, dass die Holzstiele und Rahmenhölzer der Wände sowie die Balken und Verblockung der Decken miteinander verschraubt werden können. Soweit nötig, sind zusätzliche Stiele einzubauen. Anstelle eines Fugenversatzes der Brandschutzbekleidung in der Fuge kann ein ≥ 20 mm dicker Streifen aus zulässigen Dämmstoffen eingebaut werden. Dies gilt auch für die vertikalen Fugen zwischen den Wand- und Deckenbauteilen.

Öffnungen für Türen, Fenster und sonstige Einbauten
Laibungen in Öffnungen sind mit Fugenversatz, Stufenfalz oder Nut- und Federverbindungen auszuführen. Abschlüsse von Öffnungen, z.B. Feuerschutzabschlüsse, Brandschutzverglasungen, Rohr- oder Kabelabschottungen und Brandschutzklappen benötigen einen Verwendbarkeitsnachweis. Abschottungen sind meist nicht für den Einbau in hoch feuerhemmende Holzbauteile wie Brettstapeldecken usw. zugelassen. Abschottungen können zulassungskonform in einen Betonkranz ≥ 10 cm (oder nach Zulassung) eingebaut werden. Der Betonkranz ist in einer entsprechend vergrößerten Öffnung gemäß den Anforderungen an Anschlüsse zu befestigen.

Installationen
Innerhalb der hoch feuerhemmenden Bauteile dürfen keine Installationen (Leitungs- und Lüftungsanlagen) geführt werden. Sie sind in Installationsebenen vor Wänden bzw. unterhalb von Decken oder in Schächten und Kanälen zu führen. Außer in Wänden anstelle von Brandwänden dürfen innerhalb von Wänden und Decken nur einzelne elektrische Leitungen und Hüllrohre geführt werden, die aus nicht brennbaren Baustoffen mit bis zu drei Leitungen bestehen, die zur Versorgung des angrenzenden Raumes innerhalb derselben Nutzungseinheit dienen. Einzelne Hohlwanddosen zum Einbau von Steckdosen, Schaltern und Verteilern dürfen im Abstand ≥ 150 mm von Holzständern bzw. Holzrippen eingebaut werden. Gegenüberliegende Hohlwanddosen sind gefachversetzt einzubauen.

Die Durchführung der Leitungen durch die Brandschutzbekleidung ist mit nicht brennbaren Baustoffen auszufüllen. Hohlwanddosen innerhalb des Wandhohlraumes sind vollständig mit zugelassenen Dämmstoffen, Mindestdicke ≥ 30 mm, zu umhüllen.

Verwendbarkeits- und Übereinstimmungsnachweise
Hoch feuerhemmende Bauteile mit dem Kapselkriterium K₂60 nach M-HFHHolzR sind unter Pkt. 2.44 in die Bauregelliste A Teil 2 aufgenommen. Als bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweis ist für sie ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) erforderlich, das sich auf die Brandschutzbekleidung, die Feuerwiderstandsfähigkeit einschließlich der Elementfugen und die brandschutztechnischen Anforderungen dieser Richtlinie bezieht. Für die Herstellung dieser Bauteile ist als Übereinstimmungsnachweis ein Übereinstimmungszertifikat (ÜZ) erforderlich.

Bauausführung
Bauarbeiten nach dieser Richtlinie dürfen nur durch Unternehmen ausgeführt werden, die nachgewiesen haben, dass sie „in außergewöhnlichem Maße von der besonderen Sachkenntnis und Erfahrung“ im Holzbau verfügen und damit für diese Arbeiten geeignet sind und über die erforderlichen Vorrichtungen verfügen. Bauaufsichtsbehörden oder Prüfsachverständige/Prüfingenieure haben zusätzlich die ordnungsgemäße Bauausführung nach dieser Richtlinie zu überwachen und zu bescheinigen.

1) Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise – M-HFHHolzR (Fassung Juli 2004) Diese Richtlinie soll noch 2020 von einer neuen Holzbaurichtlinie abgelöst werden.

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Sonderbauten nach MBO § 2 (4)

Hochhäuser zählen gemäß MBO zu den Sonderbauten (im Bild: Barcode-Quartier in Oslo).

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Welche Gebäude und Nutzungsarten sind in der Musterbauordnung (MBO) unter Paragraph zwei, Absatz vier als Sonderbauten aufgeführt?

Anforderungen und Arten von Sonderbauten

Zu den geregelten Sonderbauten gehören Hochhäuser (im Bild: Hochhaus am Kurfürstendamm in Berlin).

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Für die meisten Typen von Sonderbauten existieren Muster-Verordnungen, die in den Bundesländern unterschiedlich sein können: Dann spricht man von geregelten Sonderbauten.

Hochhäuser

Gebäude mit einer Höhe von mehr als 22 Metern zählen zu den Hochhäusern und sind in der Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR) geregelt.

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Die Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR) enthält besondere Anforderungen und Lösungen für den baulichen und betrieblichen, besonders aber für den anlagentechnischen Brandschutz.

Versammlungsstätten

Die Muster-Versammlungsstättenverordnung regelt besondere Anforderungen und Erleichterungen für den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten mit Versammlungsräumen, die einzeln mehr als 200 Besucher fassen (Abb.: Messe Leipzig).

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Welche Gebäude und Nutzungsarten gelten als Versammlungsstätten, welche Vorgaben gelten für Bauteile, Rettungswege und technische Einrichtungen?

Verkaufsstätten

Die Muster-Verordnung über den Bau und Betrieb von Verkaufsstätten (Muster-Verkaufsstättenverordnung oder kurz MVkVO) regelt besondere Anforderungen und Erleichterungen für den Bau und Betrieb von Verkaufsstätten, deren Verkaufsräume und Ladenstraßen einschließlich ihrer Bauteile eine Fläche von insgesamt > 2.000 m² haben.

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Für welche Verkaufsräume und Ladenstraßen gilt die MVkVO, und welche Regelungen enthält die Verordnung in Bezug auf Brandabschnitte, Rettungswege, technische Anlagen und Einrichtungen?

Schulbauten

Die Muster-Schulbau-Richtlinie (MSchulbauR) regelt bezüglich des Brandschutzes besondere Anforderungen und Erleichterungen für den Bau und Betrieb von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, soweit sie nicht ausschließlich der Unterrichtung Erwachsener dienen (Abb.: Sekundarschule in Berlin-Mahlsdorf).

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Industriebauten

Für Industriebauten, dazu zählen Gebäude oder Gebäudeteile im Bereich der Industrie und des Gewerbes, die der Produktion oder Lagerung von Produkten oder Gütern dienen, sind die Mindestanforderungen an den Brandschutz in der Muster-Richtlinie über den baulichen Brandschutz im Industriebau (M-IndBauRL) festgelegt.

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Beherbergungsstätten

Für Beherbergungsstätten mit mehr als 12 Betten gilt die Muster-Beherbergungsstättenverordnung (Abb.: Hotel Nhow in Berlin).

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Büro- und Verwaltungsgebäude mit Atrien

Vorbeugender Brandschutz durch Rauchschürzen im Kranhaus „Pandion Vista“ in Köln

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Krankenhäuser und Pflegeheime

In den meisten Bundesländern zählen Krankenhäuser und Pflegeheime zu den ungeregelten Sonderbauten (Abb.: Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg).

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Welche Aspekte sind maßgebend für den Brandschutz in Krankenhäusern und Pflegeheimen, welche Verordnungen und Richtlinien gibt es?

Labore

Labore verlangen meist eine definierte Atmosphäre aus Parametern wie Temperatur, Feuchte und Druck (Abb.: Labor mit Zellkultivierung im biopharmazeutischen Prozess).

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Um einen effizienten Brandschutz in Laboren zu gewährleisten, ist der anlagentechnische und organisatorische Brandschutz gefragt.

Holzbauten

Gebäude, deren Höhe eine „feuerbeständige“ Tragkonstruktion erfordert (GK 5; i.d.R. > 4 Geschosse), können daher nur abweichend vom Baurecht genehmigt werden. Für die Zulassung dieser „Abweichungen“ sind ein durchdachtes Brandschutzkonzept und sinnvolle Kompensationen erforderlich (Abb.: Studierendenwohnheim Woodie im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, Sauerbruch Hutton Architekten).

Gebäude, deren Höhe eine „feuerbeständige“ Tragkonstruktion erfordert (GK 5; i.d.R. > 4 Geschosse), können daher nur abweichend vom Baurecht genehmigt werden. Für die Zulassung dieser „Abweichungen“ sind ein durchdachtes Brandschutzkonzept und sinnvolle Kompensationen erforderlich (Abb.: Studierendenwohnheim Woodie im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, Sauerbruch Hutton Architekten).

Welche Regelungen gelten für überwiegend aus Holz errichtete Gebäude der GK 4 und 5? Was ist bei den eingesetzten Bauteilen, Anschlüssen und Öffnungen zu beachten?

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Holz-Hybrid-Elementsystem aus Holzbalken in Betoneinbettung vor dem Brandversuch

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Für mehrgeschossige Holzbauweisen (GK 4) muss in der Regel die Brandsicherheit bzw. das Brandverhalten der Baustoffe und Bauteile über eine Zulassung nachgewiesen werden.

Garagen

Offene Garagen haben direkt ins Freie führende unverschließbare Öffnungen, die mindestens 1/3 der Gesamtfläche der Umfassungswände sind.

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