Kalvebod Waves in Kopenhagen

Uferpromenade in Sichtbeton und Holz

Das Stadtgebiet zwischen Kopenhagens Hauptbahntrasse und dem Inderhavne Kanal galt bislang als eher steriles Geschäftsviertel. Das könnte sich nun ändern: Eine neue Uferpromenade südlich der Langebro soll helfen, das Viertel zu beleben und eine bessere Verbindung zwischen Innenstadt und Hafen herzustellen. Die sogenannten Kalvebod Waves wurden von Julien de Smedt Architekten entworfen – direkt gegenüber dem etwa zehn Jahre zuvor fertiggestellten Freibad „Islands Brygge“, das durch dasselbe Büro in Zusammenarbeit mit BIG Architekten errichtet wurde. Die neu geschaffene urbane Parklandschaft auf dem Wasser verbindet drei bestehende Plätze am Ufer durch eine horizontal und vertikal gewellte Steganlage, die als großzügige Flaniermeile dient. Das Bauwerk selbst lädt mit Sitzgelegenheiten, Spielgeräten und Aussichtspunkten zum Verweilen ein und bietet außerdem eine Plattform für Veranstaltungen wie Festivals und Messen.

Gallerie

Die Form der gesamten Anlage leiteten die Architekten aus den Bedingungen von Windströmung und Sonneneinstrahlung ab. Der Lauf der Promenade weicht der Verschattung durch die Uferbebauung aus und bildet dabei zwei dreiecksförmige Wasserbecken aus (siehe Abb. 13). Das nördliche Bassin umschließt ein Freibad mit uferseitig angelegtem Strand, das südliche hält Anlegestellen, Liegeplätze und Infrastruktur für den Freizeitbootsverkehr bereit. Die nördlichen und südlichen Ankerpunkte der Stegkonstruktion bilden geschwungene Plattformen aus Beton, an denen sich lange, holzbeplankte Wege festmachen. Diese sind in Längsrichtung wie mit dem Rasiermesser eingeschnitten und führen rechts und links der Einschlitzungen wellenförmig mit verschiedenen Steigungen mal auf- und mal abwärts und überwinden dabei Höhenunterschiede von bis zu fünf Metern. Dadurch ergeben sich Wege unterschiedlicher Breite und Neigung, wasserseitig auch Sitzstufen, die auf verschiedenen Niveaus den Blick aufs Wasser inszenieren. Dort, wo sich die Holz- oder Betonflächen auf gleicher Ebene treffen, bilden sich Orte zum Verweilen aus. Ist der Höhenunterschied der Bauteile dagegen hoch, werden die Räume, die sich beispielsweise unterhalb der Betondecks ergeben, für Serviceeinrichtungen des Kajak- und Kanuklubs oder des Freibades genutzt.

Boden

Die Stahlbetonstege sind 300 mm stark und werden wie die gesamte Konstruktion von runden Stahlstützen getragen. Ihre in Sichtbeton ausgeführten Oberflächen erhielten keine weitere Behandlung, die Unterseiten wurde mit großformatigen glatten Platten verschalt, die Oberseiten mit einer sägerauen Bretterschalung, deren Abdruck als rutschhemmende Profilierung wirkt.

Die Holzstege sind mit unbehandelten, massiven Kiefernbohlen beplankt. Die knapp 3,00 Meter langen Hölzer haben einen Querschnitt von 177,5 x 38 mm und wurden im Abstand von 10 mm quer zur Laufrichtung auf eine Lattung (100 x 60 mm) geschraubt. Diese liegt unmittelbar auf der Unterkonstruktion auf. Letztere besteht in der Regel aus Stahl-Kastenprofilen mit einem Querschnitt von 120 x 200 mm, mitunter auch aus Doppel-T-Trägern (IPE 120). Die meisten der Tragprofile sind gerade, nur an wenigen Anschlussstellen kommen gekrümmte Elemente zum Einsatz.

Die Unterkonstruktion wird an den Stirnseiten durch 380 mm hohe Bleche aus korrodiertem Stahl verdeckt. Dort, wo die Holz- und Betonkonstruktionen oberflächenbündig aneinanderstoßen, liegen die Holzbohlen zudem auf einem Stahlwinkel auf. An den Außenkanten der Holzstege sind jeweils Randplanken mit einem Querschnitt von 31 x 120 mm aufgebracht. Diese besitzen in regelmäßigen Abständen nummerische Markierungen. Dafür wurden die Zeichen 8 mm tief in die Planken eingefräst und anschließend mit Ziffern aus Polycarbonatplatten flächenbündig gefüllt. Fluoreszierende Farbe zwischen zwei Polycarbonatplatten sorgt dafür, dass die Ziffern nachleuchten und auch am Abend sichtbar sind (siehe Abb. 25).

Bautafel

Architekten: Julien de Smedt Architekten, Kopenhagen
Projektbeteiligte: Klar Architekten, Kopenhagen (Entwurf); Niras, Kopenhagen (Projektentwicklung); Sloth Møller, Kopenhagen (Tragwerksplanung); CG Jensen, Glostrup (Ausführung)
Bauherr: Stadt Kopenhagen
Standort: Kalvebod Brygge, Kopenhagen
Fertigstellung: 2013
Bildnachweis: Julien de Smedt Architekten, Kopenhagen, Klar Architekten, Kopenhagen, Ursula Bach, Kopenhagen

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