Penthouse in der Hamburger Elbphilharmonie

Passgenaue Bauteilfertigung dank 3D-Modell

Es dürfte auf Jahre hin eine der exklusivsten Adressen in Hamburg sein: das zweigeschossige Penthouse im 24. Stock der Hamburger Elbphilharmonie. Der Entwurf stammt von der Innenarchitektin Irena Richter; Brückner Architekten aus München sowie die Holzbauspezialisten Schotten & Hansen aus Peiting sind die Generalplaner bei diesem Gemeinschaftsprojekt.

Gallerie

Auf rund 200 Quadratmetern Wohnfläche ist ein amorphes, weißes Raumgefüge entstanden, das an den Expressionismus der 1920er-Jahre erinnert und mit der prägnanten Ziegelstruktur des alten Speichergebäudes kontrastieren. Als eine von insgesamt fünf geplanten Wohnungen gehört sie wohl zu den teuersten Deutschlands. Die Hamburger Morgenpost will von 35.000 Euro pro Quadratmeter erfahren haben. Ob das nun stimmt oder nicht – hoch dürfte der Preis allemal gewesen sein. Dafür bekommen die Käufer aber nicht nur eine außergewöhnliche Lage mit einzigartigem Blick über Alster, Elbe und Hafen, sondern auch eine Luxusausstattung mit Marmorbädern und eigens entworfenen Einbauten.

Besondere Herausforderung bei Planung und Realisierung war das knappe Zeitfenster, denn die Fertigstellung der Schlussarbeiten an der Elbphilharmonie durfte nicht behindert werden. Sämtliche Baumaterialien mussten überdies mit dem Personenaufzug befördert werden. Unter anderem deshalb entschieden sich die Beteiligten für eine komplette Vorfertigung im Werk. Möglich war dies nur, weil ein präzises digitales Abbild des leeren Rohbaus vorlag.

Digitale Planung mit 3D
Der Rohbau wurde vorab mit einem Laserscanner millimetergenau vermessen und das Punktmodell zu einem räumlichen 3D-Modell umgewandelt. Anschließend wurden die Skizzen und Zeichnungen der Innenarchitektin in das Modell übersetzt, um eine detaillierte Entwurfsplanung zu erhalten. Im nächsten Schritt wurde das Modell inklusive der Sanitärinstallationen, Elektroleitungen und Lüftungskanäle in Konstruktionsdateien überführt.

Der Rechner zerlegte die organischen Wand- und Deckenschalen in rund 1.000 segmentierte Einzelteile. Diese wurden anschließend mit computergesteuerten CNC-Fräsen und Fräsrobotern aus Porenbeton oder Gipskarton geschnitten. Auf der Baustelle ließen sie sich einem Puzzle gleich wieder zusammenfügen und erhielten abschließend einen feinkörnigen Putz. Zuvor war auf der Baustelle eine ebenfalls am Computer geplante Unterkonstruktion errichtet worden.

Bautafel

Innenarchitektur: Irena Richter
Projektbeteiligte: Brückner Architekten, München gemeinsam mit Schotten & Hansen, Peiting (Generalplaner); Cora Digital Interior Manufacturing, München (digitale Innenraumplanung)
Bauherr:
Privat
Fertigstellung:
2018
Standort:
Platz der Deutschen Einheit 1, 20457 Hamburg

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