Entscheidung: Architekturpreis Beton 2017

Knapp 170 Projekte wurden zum Architekturpreis Beton 2017 eingereicht, nun stehen die Gewinner fest. Bereits zum zwanzigsten Mal hatte das Informationszentrum Beton in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA den mit 25.000 Euro dotierten Preis ausgelobt, mit dem Wohn-, Kultur-, Verwaltungs- und Industriebauten, aber auch Ingenieurbauwerke sowie An- und Umbauten ausgezeichnet werden, deren Qualität von den gestalterischen, konstruktiven und technologischen Möglichkeiten des Baustoffs Beton geprägt ist.

Gallerie

Im Mai kam die interdisziplinär besetzte Jury zusammen und wählte die Sieger. Sie vergab insgesamt vier gleichrangige Preise sowie vier Anerkennungen. Über zwei aus jeder Gruppe haben wir hier im Baunetz Wissen Beton berichtet (siehe Objekte zum Thema), über einen Preisträger im Baunetz Wissen Dämmstoffe (siehe Surftipps). Die Verleihung findet am 18. September 2017 in Düsseldorf statt.

Preisträger

  • Erweiterung des Sprengel Museums Hannover von Meili Peter Architekten, Zürich:
    An den Altbau aus den 1970er-Jahren von Peter und Ursula Trint mit Dieter Quast schließt sich an den hohen, geböschten Sockel der Erweiterungsbau an, den die Juroren als „langgestreckten eleganten Quader aus anthrazitfarbenem Sichtbeton" lobten. Die Bänderung der Fassade, die teils poliert, teils im Rohzustand des Betons belassen wurde, „inszeniere ein Eigenleben im städtischen Raum". Zudem sei den Architekten im Inneren der „komplizierte Übergang von den Ebenen des Altbaus zum Neuen“ durch ein Treppenhaus „mit organischem Formenschatz“ gelungen.

  • Neubau des Konzerthauses in Blaibach von Peter Haimerl Architektur, München:
    Ein schräg in die Erde eingelassener Quader aus Beton bildet auf dem Dorfplatz den Eingang zum unterirdisch gelegenen Konzertsaal. Die Jury lobte die diffizil entworfene Raumform und die reliefierten Oberflächen, „die nicht nur eine ungewohnte Räumlichkeit erzeugen, sondern auch die akustischen Verhältnisse des Aufführungsortes kontrollieren." Der Neubau sei „ein außergewöhnlicher Beitrag zur Revitalisierung einer peripheren Region, die von einem tiefgreifenden Strukturwandel betroffen ist".

  • Neubau E20_Wohnhaus in Pliezhausen von Steimle Architekten, Stuttgart:
    Ein Exot mit „skulpturaler Extravaganz" in einer Einfamilienhaussiedlung: Der Neubau in Sichtbeton mit sägerauer Bretterschalung fällt auf. Neben dem „spannungsvollen dreidimensionalen Zusammenspiel" bewertete die Jury vor allem die Verwendung von Leichtbeton mit Blähtonzuschlag als „preiswürdig und zukunftweisend". „Der einschalige Dämmbeton erlaubt nicht nur ein energieeffizientes, ressourcenschonendes Bauen, auch der Verzicht auf komplizierte, ökologisch problematische Wärmedämmverbundsysteme ist bei dieser innovativen Bauweise positiv hervorzuheben."

  • Neubau des Kreativwirtschaftszentrums in Mannheim von Hartwig Schneider Architekten, Stuttgart:
    „In dem von industriellen Backsteinbauten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägten Umfeld nimmt der durchgefärbte, ziegelrote Ortbeton mit seiner rauen Bretterschalung den Charakter des historischen Bestands auf", befand die Jury. Mit dem Kreativzentrum Mannheim sei es den Architekten gelungen, „ein hartnäckiges Vorurteil, dass Beton per se grau, kalt und abweisend wirke“ zu widerlegen, die enorme Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit des Materials zu zeigen und im besten Sinne weiterzubauen.

Anerkennungen

  • Neubau eines Seminargebäudes für die Hochschule der Medien Stuttgart von Simon Freie Architekten, Stuttgart
  • Umbau der Kirche St. Agnes – König Galerie in Berlin von Brandlhuber + Emde, Burlon, Berlin, gemeinsam mit Riegler Riewe Architekten, Berlin
  • Neubau eines Bürogebäudes am Hamburger Bahnhof in Berlin von Miller & Maranta Architekten, Basel
  • Neubau eines Wohnsolitärs Gret-Palucca-Straße in Dresden von Leinert Lorenz Architekten, Dresden

Weitere Informationen und die ausführlichen Jurybegründungen hat der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie auf einer eigenen Internetseite zum Architekturpreis zusammengestellt (siehe Surftipps).

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