Baulicher Brandschutz mit Beton

Erfüllt die Anforderungen der DIN 4102 und Eurocode 2

Ein sinnvoller und sicherer vorbeugender Brandschutz kann Schäden vermindern oder sogar verhindern. Dabei bildet der bauliche Brandschutz die Grundlage für einen wirkungsvollen Schutz von Personen, Sachwerten und Umwelt.

Aufgrund seiner mineralischen Zusammensetzung aus Zement, Wasser und Zuschlägen erfüllt Beton die gesetzlichen Brandschutzvorschriften, die durch die Bauordnungen festgelegt sind. Dabei gilt es, die nationalen und europäischen Normen zu erfüllen. Die gültige DIN für Betonbauteile in brandschutztechnischer Hinsicht ist die DIN 4102-4 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteile - Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile mit dem Katalog „klassifizierte Baustoffe und Bauteile”. Danach erfüllt Beton ohne zusätzliche Maßnahmen wie Schutzanstrichen oder Bekleidungen alle Feuerwiderstandsklassen von F 30 bis F 180. Seit 1. Juli 2012 gilt für die sogenannte heiße Bemessung der Eurocode 2 Teil 1-2 (DIN EN 1992-1-2 NA Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken - Allgemeine Regeln - Tragwerksbemessung für den Brandfall), in dem Brandschutznachweise für die Tragwerksbemessung von Stahlbeton- und Spannbetonkonstruktionen festgelegt sind.

Auf europäischer Ebene regelt die DIN EN 13501-1 Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten - Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten die Klassifizierung von Baustoffen. Danach werden die unterschiedlichen Betonsorten sowie die mineralischen Betonausgangsstoffe der Klasse A1 - nicht brennbar zugeordnet. Die Norm ordnet Baustoffe in sieben Stufen von A1, A2, B, C, D, E und F ein, wobei A1 für nicht brennbar steht.

Beton gilt als Baustoff, der nicht brennbar und nicht entzündbar und somit beständig ist gegen Schwelbrände, die sehr hohe Temperaturen erreichen und Brände immer wieder entfachen können. Im Gegensatz zu Kunststoff gibt Beton keine brennbaren Teilchen ab, die eine Ausbreitung des Brandes beschleunigen könnten. Da die Betonmasse außerdem über eine sehr hohe Wärmespeicherkapazität verfügt, ist der Durchwärmungswiderstand ebenfalls sehr hoch, das heißt, der Beton wirkt Hitze abschirmend. Damit bleibt der Temperaturanstieg in den Bauteilen sehr gering. Innere Querschnittsbereiche bleiben von der Wärmeentwicklung unberührt, das Festigkeitsverhalten von Beton wird nicht eingeschränkt. Werte hierzu wurden bei der Normbrand-Prüfung ermittelt, wo Betonbalken mit einem tragfähigen Querschnitt von 160 x 300 mm eine Stunde lang den Flammen ausgesetzt werden. 16 mm von der Oberfläche lag die Temperatur bei 600°C, im Abstand von 42 mm von der Oberfläche halbierte sich die Temperatur auf den unkritischen Bereich von 300°C.

Im Brandfall bieten Betonkonstruktionen aufgrund ihrer Standsicherheit sehr gute Fluchtmöglichkeiten. Treppenhäuser, Wände und Decken dienen als Brandschutzbarriere und verhindern das weitere Ausbreiten von Flammen; bei Löscharbeiten verringert sich die Gefahr durch einstürzende brennende Bauteile. Zudem entwickelt Beton keine toxischen Gase oder Rauch und verhindert damit die Ausbreitung von umweltschädlichen Gasen. Seine stofflichen Eigenschaften ermöglichen bei sinnvoller Planung, gegen Brandgefahr sichere Bauwerke zu errichten.

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