Musée Yves Saint Laurent in Marrakesch

Traditionell und modern, robust und elegant

In ein und demselben Jahr öffneten gleich zwei Museen, die sich dem Werk Yves Saint Laurents widmen, ihre Pforten: Neun Jahre nach dem Tod des Modeschöpfers wurde im 16. Pariser Arrondissement das frühere Atelier als Ausstellungsort wiedereröffnet, während in Marrakesch ein Museumsneubau nach dem Entwurf des Büro KO Studio eingeweiht wurde. Errichtet im Jardin Majorelle, wo sich einstmals Saint Laurents Wohnsitz in der marokkanischen Großstadt befand, zeigt das Museum nebst Kleidungsstücken und Accessoires auch zahlreiche Skizzen und Entwürfe des Designers. Zudem beherbergt die Einrichtung ein Auditorium sowie eine Bibliothek mit Lokalbezug zur Geschichte und Kultur der Imazighen.

Gallerie

Kunstvoll gemauert
Wie ineinandergeschoben scheinen die Baukörper, denen ein Sockel aus rotem Terrazzo gemein ist. Darüber aber erheben sich, nur durch einen Streifen hellen Betons getrennt, mannigfaltige Ziegelkörper. Verschieden nicht nur in der Höhe, variieren sie auch durch verschiedene, kunstvoll gemauerte Verbände. Wie angefast, wird die Erscheinung des Museumsbaus zudem durch die Rundungen bestimmt, die die Volumina in Grundriss wie Ansicht prägen. Den Angaben der Architekten zufolge bedeuten sie eine Hommage an das Werk des Couturieurs, für dessen Oeuvre das Zusammenspiel von Kurven und Geraden bestimmend gewesen sei.

Geheimnisvoll eingekleidet
Statt eines schwellenfreien Glasbaus in der Manier des International Style ist mit dem Musée Yves Saint Laurent ein Gebäude entstanden, das den regionalen Bautraditionen und damit auch den klimatischen Gegebenheiten Marrakeschs Rechnung trägt. Durch die geschlossenen Fassaden, die kaum preisgeben, was die Gäste im Innern erwartet und die zugleich eine kaleidoskopische Vervielfachung von innen und außen bewirken, wird die Neugierde der Besucher gereizt. Solchermaßen den Blicken verborgen, potenziert die Architektur die Aura der ausgestellten Werke. Diesem beinahe sakralen Zug, der das Museum bestimmt, entspricht auch die Wegeführung, die eine fast zeremonielle Annäherung an die Ausgestellungsstücke bietet.

Zeremoniell geleitet
Das bekannte Logo der drei ineinander verschlungenen Initialen lockt von der Straße, unter dem messingverkleideten Vordach hindurch, in ein erstes, kreisrundes Atrium. Ist diese Rotunde betreten, sieht sich der Besucher einer Wandscheibe gegenüber, die nicht allein das Signet trägt, sondern auch den Zugang beschirmt und dem Blick entzieht. Ist aber der Bau schließlich in seiner Mitte betreten, finden sich die Gäste sogleich vor einem nächsten, nun quadratischen Innenhof. Hinter diesem zweiten Atrium liegt der Museumsshop indessen die Ausstellungssäle, das Auditorium und die Bibliothek über einen Korridor zu erreichen sind, der die Außenseite der Rotunde begleitet.

Elegant kombiniert
Wenngleich die Architekturgeschichte des Ortes verschiedentlich herangezogen wird, findet sie sich nicht imitiert. Stets werden die Formen und Materialien in andere, neue Zusammenhänge gebracht und mit Elementen kombiniert, die der Moderne entlehnt sind. Dazu gehören auch die gewählten flachen Türdrücker aus Messing. Diese, ursprünglich für das 1960 eröffnete Pirelli-Hochhaus in Mailand entworfen worden, korresponieren fein abgestimmt mit anderen am und im  Museumsbau eingesetzten Messingoberflächen. -ar

Bautafel

Architekten: Studio KO, Paris/Marrakesch/London
Projektbeteiligte: Gold Études, Rabat (Tragwerksplanung); Christophe Martin, Saint-Denis (Szenographie); I.C.O.N., Tokio/Paris (Lichtplanung); Madison Cox, New York (Landschaftsarchitektur); Olivari, Mailand (Türdrücker Lama); Bymaro, Casablanca (Baufirma)
Bauherr: Fondation Jardin Majorelle
Fertigstellung: 2017
Standort: rue Yves Saint Laurent, 40090 Marrakech, Marokko
Bildnachweis: Dan Glasser

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