Potentiale von Gebäudehüllen im urbanen Kontext

Kurzstudie zur Reduzierung der Hitzeentwicklung und Verbesserung der Luftqualität

Bauphysikalische Vorgänge, der Einfluss von Wärme und Kälte, Feuchte, Schall und Licht auf ein Gebäude und dessen Konstruktion, lassen sich auch in einen viel größeren Maßstab skalieren: den Lebensraum Stadt. Welche Rolle einzelne Gebäude dabei spielen können, hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) untersucht, im Rahmen der Kurzstudie Potentiale von Gebäudehüllen zur Reduzierung der Hitzeentwicklung und der Verbesserung der Luftqualität im urbanen Kontext.

Gallerie

In Innenstädten herrscht ein zunehmend warmes, trockenes und lautes Mikroklima. Im Vergleich zum Umland sind Temperaturdifferenzen von bis zu 2 Grad nicht unüblich – Städte stellen eine „Hitzeinsel“ dar. Die Studie beschäftigt sich mit biologischen Lösungen einerseits (Fassaden- und Dachbegrünungen) und technologischen Ansätzen, d.h. Oberflächenmaterialien, die in der Lage sind, Wärme und/oder Feuchte zu speichern und kontrolliert wieder abzugeben. Der positive Einfluss von Bepflanzungen auf das Mikroklima ist mittlerweile weitläufig bekannt, an zuverlässigen Simulationsberechnungen für die Planung mangelt es jedoch nach wie vor. Durch eine Fassadenbegrünung lässt sich die Oberflächentemperatur eines Gebäudes um bis zu 15 °C reduzieren. Die lokale Lufttemperatur vor einer fassaden- oder bodengebundenen Fassadenbegrünung ist um 1,3 °C bzw. 0,8 °C geringer als die vor einer unbegrünten Fassade. Pflanzen filtern Schadstoffe aus der Luft, speichern Feuchtigkeit und mindern Schallbelastungen. Auf bautechnischer Ebene werden sogenannte Cool-Color-Beschichtungen angeboten: spezielle Farben, die bestimmte, besonders energie- bzw. wärmereiche Lichtwellen reflektieren und ein Aufheizen des Gebäudes verhindern.

Die Probleme des städtischen Umfelds sind detailliert bekannt und analysiert. Die aufgezeigten Lösungen allerdings sind wenig ausgereift und stellen kein Gesamtkonzept dar. Die Kurzstudie enthält vielversprechende Ansätze, die es tiefer zu analysieren und zu kombinieren gilt. Dabei kann und wird die Gebäudehülle zwar nur ein Baustein sein – aber sicherlich einer mit Potenzial. Eine grafische Animation auf der Webseite des BuVEG veranschaulicht dies deutlich. Hier kann auch der Bericht als pdf-Datei kostenlos heruntergeladen werden (siehe Surftipps).

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