Wärmebrücken-Bilanzierung im EnEV-Nachweis

Mit der Energieeinsparverordnung §7 Mindestwärmeschutz, Wärmebrücken wurde auch die Bewertung der punkt- oder linienbezogenen Wärmeverluste auf den Jahres-Heizwärmebedarf durch Wärmebrücken verpflichtend. Nach EnEV stehen für die Berechnung der energetischen Verluste von Wärmebrücken drei Varianten zur Wahl:

  • detaillierter Einzelnachweis
  • pauschaler Wärmebrückenzuschlag von 0,05 W/(m²K) auf die gesamte Hüllfläche
  • pauschaler Wärmebrückenzuschlag von 0,10 W/(m²K) auf die gesamte Hüllfläche
Damit können zwei unterschiedliche Arten von Pauschalierung gewählt werden. Wird der 0,05 W/(m²K)-Maluszuschlag gewählt, muss die Planung unter Verwendung der Vorgaben des Beiblattes 2 zu Wärmebrücken erfolgen. Alternativ können vergleichbare Konstruktionen verwendet werden. Werden zur Dämmung der angrenzenden Bauteile der Wärmebrücken kleinere Wärmedurchgangskoeffizienten gewählt als in dem Beiblatt 2 vorgegeben, muss kein Nachweis mehr zur Gleichwertigkeit erfolgen (vgl. §7 (3).

Will der Planer sich von den standardisierten Vorgaben des Beiblattes 2 lösen, kann für den Nachweis ein pauschaler Zuschlag von 0,10 W/(m²K) auf die Transmissionswärmeverluste gewählt werden. Damit werden dann alle Wärmebrücken pauschal bewertet. Grundsätzlich muss dann aber weiterhin der Mindestwärmeschutz an allen Bauteilen sichergestellt sein. Zusätzlich kann ein detaillierter Nachweis durchgeführt werden. Dieser muss auf der Grundlage der DIN EN ISO 14683:2008, Wärmebrücken im Hochbau – Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient erfolgen.

Beispiel Ermittlung längenbezogener Psi-Wert [ψ] einzelner Bauteile eines Wohnhauses


Im detaillierten Nachweisverfahren werden sämtliche Anschlüsse und Übergänge auf die längenbezogenen Wärmeverluste zusammengestellt:
 
             ∆ UWB ∙ AHüll = ∑ ( L ∙ψ)
 
Die Berechnung kann auf der Grundlage der DIN EN ISO 10211:2008-04 Wärmebrücken im Hochbau – Wärmeströme und Oberflächentemperaturen – Detaillierte Berechnungen erfolgen. Bei der numerischen Simulation müssen weiterreichende Informationen zur Kontrolle offengelegt werden. So sind den Berechnungen Angaben zu den Wärmedurchgangskoeffizienten der homogenen Bauteile und der Abmessungen beizufügen. Ebenso muss der Bericht Informationen zu den inneren und äußeren Randbedingungen enthalten, wie den angesetzten Wärmeübergangswiderständen und den angrenzenden Temperaturen.
 
Ein Nachweis zur Gleichwertigkeit kann ebenso durch Zuhilfenahme von Wärmebrückenkatalogen erfolgen. Diese Grundlagen sind allerdings relativ eingeschränkt, da in der Regel die Standarddetails von den zu planenden Details abweichen. Voraussetzung des vergleichenden Nachweises ist, dass sich die wärmedämmtechnischen Eigenschaften der Wärmebrückenkataloge nicht von der tatsächlichen Planung unterscheiden.

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