Nachweisfreie Bauteile nach neuer DIN 4108-3

Gallerie

Nach den aktuell gültigen Vorgaben gemäß der Landesbauordnung der einzelnen Bundesländer in Verbindung mit der bauaufsichtlich eingeführten DIN 4108: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden sind rechnerische Nachweise für den Feuchteschutz eines Bauteils zu führen. Insbesondere bei der Frage nach dem aktuellen Stand der Technik kann eine noch bauaufsichtlich eingeführte Norm zwar die bauordnungsrechtlichen Anforderungen erfüllen, jedoch privatrechtlich zu Streitigkeiten führen. Durch den langen Prozess in der Gesetzgebungskette entsteht daher eine Diskrepanz zwischen öffentlich-rechtlichen Belangen, beispielsweise den Anforderungen im Bauantragsverfahren, und den privatrechtlichen Vereinbarungen zwischen Bauherrn und Planer. Für die Durchführung eines feuchteschutztechnischen Nachweises sind aktuell folgende Möglichkeiten im Umlauf:

  • Berechnung nach dem „Glaser“-Verfahren gem. DIN 4108-2: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz
  • Nachweisfreie Bauteile (gem. DIN 4108-3: 2001-07 bzw. DIN 4108-3: 2014-11: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz; Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung)
  • Computergestützte Berechnungsverfahren (gem. DIN 4108-3:2014-11)

Für Planer und ausführende Unternehmen stellt die Möglichkeit einer nachweisfreien Konstruktion gemäß DIN 4108-3 eine attraktive Alternative dar, durch die bei einer strikten Umsetzung der vorgegebenen Regelkonstruktionen keine technischen Mängel vorliegen sollten, und die darüberhinaus auf einer nachvollziehbaren Rechtsgrundlage basiert. Mit ausreichendem Wärmeschutz nach DIN 4108-2 und luftdichter Ausführung nach DIN 4108-7 für nicht klimatisierte Wohn- oder wohnähnlich genutzte Räume ist kein rechnerischer Nachweis des Tauwasserausfalls infolge Wasserdampfdiffusion erforderlich, da kein Tauwasserrisiko besteht oder das Verfahren für die Beurteilung nicht geeignet ist. Für folgende Bauteiltypen besteht nach DIN 4108-3: 2014-11 die Möglichkeit, von einem rechnerischen Nachweis abzusehen:

  • Bestimmte Außenwände und Bodenplatten wie:
    Ein- und zweischalige Wandkonstruktionen
    Wände mit Innendämmung
    Wände in Holzbauart
    Holzfachwerkwände mit raumseitiger Luftdichtheitsschicht
    Erdberührende Kelleraußenwände mit Abdichtung nach DIN 18195 Teil 4 bis 6
    Bodenplatten mit Perimeterdämmung und Abdichtung nach DIN 18195-4

  • Bestimmte Dachkonstruktionen wie: 
    nicht-belüftete Dächer mit belüfteter Dacheindeckung
    nicht-belüftete Dächer mit nicht-belüfteter Dacheindeckung
    nicht-belüftete Dächer mit belüfteter Dachabdichtung
    nicht-belüftete Dächer mit nicht-belüfteter Dachabdichtung
    belüftete Dächer mit Dachabdichtung
    belüftete Dächer mit Dacheindeckung

Für den jeweiligen Anwendungsfall sind jedoch stets die zusätzlichen Randbedingungen und produktspezifische Besonderheiten zu beachten sowie aufeinander abgestimmte Produkte zu verwenden. Insbesondere bei Dachkonstruktionen muss auf einen geregelten Aufbau geachtet werden, um Bauschäden grundsätzlich zu vermeiden. Im Rahmen der DIN 4108-3 werden folgende Dachkonstruktionen unterschieden:

a) nicht belüftete Dächer: Bei nicht belüfteten Dächern ist direkt über der Wärmedämmung keine Luftschicht angeordnet. Zu nicht belüfteten Dächern gehören auch solche, die außenseitig im weiteren Dachaufbau zusätzlich belüftete Luftschichten haben.
b) belüftete Dächer: Bei belüfteten Dächern ist direkt über der Wärmedämmung eine belüftete Luftschicht angeordnet.

Eine Übersicht über die normativ geregelten Dachkonstruktionen gibt die nachstehende Tabelle.

Fachwissen zum Thema

Verschiedene Einwirkungen von Feuchtigkeit auf ein Gebäude

Verschiedene Einwirkungen von Feuchtigkeit auf ein Gebäude

Feuchteschutz

Anforderungen und Ziele des Feuchteschutzes

Bauwerke unterliegen unterschiedlichen umweltbedingter Einflüsse. Ein zentraler Aspekt der Planung ist dabei immer der Schutz des...

Der Feuchteschutz spielt eine wesentliche Rolle, um einen funktionierenden Wärmeschutz zu gewährleisten

Der Feuchteschutz spielt eine wesentliche Rolle, um einen funktionierenden Wärmeschutz zu gewährleisten

Wärmeschutz

Aufgaben und Ziele von Wärme- und Feuchteschutz

Mit der Einführung der Wärmeschutzverordnung von 1977 erhielt das energiesparende Bauen Einzug in die Planung von Gebäuden. In den...

Beispiel einer Bewertung zum Glaserverfahren nach dem alten Rechengang aus der DIN 4108-3 von 2001

Beispiel einer Bewertung zum Glaserverfahren nach dem alten Rechengang aus der DIN 4108-3 von 2001

Feuchteschutz

DIN 4108-3 Grenzen der Anwendbarkeit im Feuchteschutz

Mit der im November 2014 novellierten DIN 4108-3 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 3: Klimabedingter...

Temperaturverteilung in einer Außenwand mit einer hinterlüfteten Vorsatzschale

Temperaturverteilung in einer Außenwand mit einer hinterlüfteten Vorsatzschale

Feuchteschutz

Tauwasser: Nachweise und nachweisfreie Konstruktionen

Der innere Tauwasserausfall ist nach DIN 4108-3 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden Teil 3: Klimabedingter...

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de

Baunetz Wissen Boden sponsored by:
Deutsche FOAMGLAS®  | www.foamglas.com
Zum Seitenanfang

DIN 18533 – erdberührte Bauteile

DIN 18533 – erdberührte Bauteile

Die Regelungen der erdberührenden Bauteile, die in der veralteten DIN 18195 Teile 4, 5 und 6 festgelegt waren, sind seit Juli 2017...

DIN 18534 – Innenräume richtig abdichten

DIN 18534 – Innenräume richtig abdichten

Die Norm kommt bei der Planung, Wartung und Konservierung von Boden- und Wandflächen beispielsweise in Duschanlagen, Badezimmern und gewerblichen Küchen zur Anwendung.

Dachabdichtungsnorm DIN 18531

Dachabdichtungsnorm DIN 18531

Gemeinsam mit der Norm DIN 18195: Abdichtung von Bauwerken - Begriffe wurde die DIN 18531 im Juli 2017 neu definiert. Beschränkte...

Dämmung und Feuchteschäden: Energetische Ziele und Bilanzierung

Bauteilöffnung zur Ermittlung der Dämmstärke und Überprüfung eventueller Feuchtigkeit

Bauteilöffnung zur Ermittlung der Dämmstärke und Überprüfung eventueller Feuchtigkeit

In den bauphysikalischen Nachweisen zur Energieeinsparverordnung und zum Mindestwärmeschutz steht u.a. die Dimensionierung der...

Anforderungen und Ziele des Feuchteschutzes

Verschiedene Einwirkungen von Feuchtigkeit auf ein Gebäude

Verschiedene Einwirkungen von Feuchtigkeit auf ein Gebäude

Bauwerke unterliegen unterschiedlichen umweltbedingter Einflüsse. Ein zentraler Aspekt der Planung ist dabei immer der Schutz des...

Luftfeuchte und Wasserdampfdiffusion

Schimmelpilzbefall in einem Wohnraum an einer dreidimensionalen Außenecke: Der Ausfall von Kondensat auf den kalten Oberflächen bildete die Grundlage für den Pilzbefall

Schimmelpilzbefall in einem Wohnraum an einer dreidimensionalen Außenecke: Der Ausfall von Kondensat auf den kalten Oberflächen bildete die Grundlage für den Pilzbefall

Die relative LuftfeuchteLuft hat die Eigenschaft, Wasser an sich zu binden oder abzugeben. Dieser Vorgang erfolgt unverzüglich in...

Wasserdampfdiffusionswiderstand und Stoffeigenschaften

Zur Bewertung der feuchtetechnischen Sicherheiten einer Konstruktion, bzw. zur Vorhersage eines möglichen Tauwasserausfalls darin,...

sd-Wert

Für baupraktische Zwecke spielt zur Beurteilung der feuchtetechnischen Sicherheiten von Konstruktionen der sd-Wert die wichtigere...

Tauwasser auf/in Bauteilen

Unter besonderen winterlichen Bedingungen kommt es bei Fenstern zu einem Tauwasserausfall: Ursache kann unzureichendes Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner/Nutzer sein oder der umlaufende Glasrandverbund, der eine wärmetechnische Schwachstelle in einer hochgedämmten Glastafel bildet

Unter besonderen winterlichen Bedingungen kommt es bei Fenstern zu einem Tauwasserausfall: Ursache kann unzureichendes Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner/Nutzer sein oder der umlaufende Glasrandverbund, der eine wärmetechnische Schwachstelle in einer hochgedämmten Glastafel bildet

Tauwasserausfall Tauwasser kann auf Bauteiloberflächen oder in den Bauteilen ausfallen. Zur Bewertung stehen dem Planer...

Tauwasser: Nachweise und nachweisfreie Konstruktionen

Temperaturverteilung in einer Außenwand mit einer hinterlüfteten Vorsatzschale

Temperaturverteilung in einer Außenwand mit einer hinterlüfteten Vorsatzschale

Der innere Tauwasserausfall ist nach DIN 4108-3 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden Teil 3: Klimabedingter...

Nachweisfreie Bauteile nach neuer DIN 4108-3

Übersicht normativ geregelter Dachkonstruktionen

Übersicht normativ geregelter Dachkonstruktionen

Nach den aktuell gültigen Vorgaben gemäß der Landesbauordnung der einzelnen Bundesländer in Verbindung mit der bauaufsichtlich...

DIN 4108-3 Grenzen der Anwendbarkeit im Feuchteschutz

Beispiel einer Bewertung zum Glaserverfahren nach dem alten Rechengang aus der DIN 4108-3 von 2001

Beispiel einer Bewertung zum Glaserverfahren nach dem alten Rechengang aus der DIN 4108-3 von 2001

Mit der im November 2014 novellierten DIN 4108-3 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 3: Klimabedingter...

Schäden durch Tauwasser

Der Ausfall von Tauwasser ist häufig die Folge von bauphysikalischen und konstruktiven Mängeln. Diese können resultieren aus...

Konstruktive Feuchteschutzmaßnahmen

Eine ungenügende Anschlusshöhe der Abdichtung über der Bekiesung kann zum verdeckten Bauschaden führen

Eine ungenügende Anschlusshöhe der Abdichtung über der Bekiesung kann zum verdeckten Bauschaden führen

Die normativ erforderlichen Berechnungen zum Feuchteschutz begreifen diesen zuerst einmal als ein bauphysikalisches Thema....

Feuchteschutz durch Luftdichtheit

Schematische Darstellung zur Festlegung der raumseitigen Luftdichtheitsebene zur Abstimmung von planerischen Schnittstellen

Schematische Darstellung zur Festlegung der raumseitigen Luftdichtheitsebene zur Abstimmung von planerischen Schnittstellen

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) und den Normen-Teilen 2, 3 und 7 der DIN 4108-2 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in...

Regenschutz im Hochbau nach DIN 4108-3

Die DIN 4108-3 teilt, auf der Grundlage der Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes, Deutschland in drei Gruppen der Regenbeanspruchung ein

Die DIN 4108-3 teilt, auf der Grundlage der Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes, Deutschland in drei Gruppen der Regenbeanspruchung ein

Nur mit einem dauerhaft funktionierenden Regenschutz können die bauphysikalischen bzw. energetischen Anforderungen an...

Wärmebrückenfrei bauen

Thermische, bauphysikalische und ausführungsbedingte Wärmebrücken sicher vermeiden – mit dem Wärme-dämmelement FOAMGLAS PERINSUL

Partner-Anzeige