Rote Halle in Düsseldorf

Umnutzung eines Industriedenkmals

Eine alte Industriehalle der Firma Rheinmetall stand leer und sollte wie viele andere Industriedenkmale einer neuen Nutzung zugeführt werden. Das Gebäude ist im Wesentlichen eine große Halle die von zwei längsgerichteten Tonnengewölben überspannt wird. Die Außenhülle besteht aus Backstein mit farbigen Friesen, Risaliten und Bogenstürzen, die sich über den auf zwei Ebenen angeordneten Fenstern befinden. In der Nordfassade befanden sich nur zwei Fensteröffnungen. Da die Ziegelfassaden über eine sehr große Höhe Knickbeanspruchungen ausgesetzt waren, ist im Laufe der Baumaßnahmen innen ein Betonskelett mit mächtigen Stützpfeilern vor die Außenwände gesetzt worden. Zur Vermeidung dieser Knicklasten wurden die mächtigen Pfeilervorlagen etwa auf zwei Drittel der Gebäudehöhe durch einen Unterzug ausgesteift. Die darüber liegenden gewölbten Tonnendächer sind durch unterseitige Rippen ausgesteift worden. In den Wölbungen befanden sich eingesetzte Oberlichter.

Gallerie

Sanierungsarbeiten
Übergeordnetes Ziel der Sanierungs- und Umbaumaßnahme war der weitgehende Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes und der tragenden Konstruktion. Deshalb wurden die traufständigen Backsteinfassaden der Nord- und Südseite restauriert, Fensterbrüstungen - soweit dies für die Zugänglichkeit erforderlich - abgebrochen und die Laibungen bauartkonform wiederhergestellt. In die beiden ursprünglich geschlossenen Frontfassaden wurden neue an das Fassadenraster angeglichene Fensteröffnungen gebrochen. Diese beiden Fassaden erhielten ein Wärmedämmverbundsystem mit einer oberseitigen Putzschicht in rotbraunen Farben.

Alle konstruktiven Teile im Gebäudeinneren wurden lediglich gereinigt, aber nicht verputzt, um den rauen Industriecharakter beizubehalten. Um die veränderte Nutzung mit Gewerbeeinheiten auf drei Ebenen unterzubringen, sind neue Stahlbetondecken in die vormals ungeteilte Halle eingezogen worden. Unter vier zentralen Aussparungen in der Tonnenschale des Daches bleiben die Geschossdecken offen, so dass ein bewittertes Atrium im Gebäudekern entstehen kann. Dieses Atrium bringt Luft in das gut ausgenutzt Raumkonzept.

Zusätzliche Treppenhäuser erschließen die Geschosse. Eine losgelöst von der Ziegelfassade eingestellte Glasfassade an der Eingangseite lässt die Besucher die ehemalige Gebäudehöhe erahnen, da der Luftraum bis unter die Dachebene offen bleibt. Hier werden die Geschossdecken auf Konsolen und Druckstreben sichtbar abgefangen. Die bestehenden Öffnungen in den Tonnendächern wurden durch spitzwinklige Glasaufbauten als Oberlichter geschlossen. Zum Teil können diese mittels Motoren zum Entlüften geöffnet werden. Alle der Hauptnutzung dienenden Büro- oder Gewerberäume können direkt über die Außenfassade belüftet werden. Alle innen liegenden Räume werden mechanisch über Abluftkanäle be- und entlüftet. Ost- und Westfassaden erhielten einen außen liegenden Sonnenschutz und innen zusätzliche Blendschutzvorrichtungen. Um möglichst flexible Nutzungen auch in Zukunft zu ermöglichen wurden Hohlraumböden eingebaut. Bodentanks erlauben eine variable Büromöblierung. Die Nutzschicht der Doppelböden besteht aus einem veredeltem/poliertem Magnesitestrich.

Bautafel

Architekten: pinkarchitektur, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Karl Heinz Petzinka, Ulla Wrobel (Projektleitung); Weischede+Hermann Ingenieure, Stuttgart und Von der Lieth, Bocholt (Tragwerksplanung); pgh GmbH, Dormagen, Niessing, Bocholt und Robert, Coesfeld (Haustechnik), Weischede+Hermann Ingenieure, Stuttgart (Bauphysik); Ulrike Reuter, Planergruppe Oberhausen GmBH (Freianlagen)
Bauherr: Petzinka Wohn- und Gewerbeimmobilien GmbH
Fertigstellung: 2006
Standort: Rather Straße in Düsseldorf
Bildnachweis: pinkarchitektur, Düsseldorf

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