Schulkomplex in Vaulx-en-Velin

Akustikplatten als Teil des Gestaltungskonzepts

Durch ein umfassendes Stadterneuerungsprogramm sollen Wachstum und Wirtschaft des französischen Orts Vaulx-en-Velin angekurbelt werden. Ziel ist eine Angleichung an die positiven Entwicklungen, die die benachbarte Metropole Lyon bereits vor einigen Jahren durchlaufen hat. Auch für die geburtenreiche 50.000-Einwohner-Stadt sind der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Neubau von Wohnungen und Schulen wichtig. 2019 nahm die Ecole René Beauverie den Betrieb auf, die neben einer Kindertagesstätte und einer Grundschule auch für die Nachbarschaft Nutzungsangebote schafft. Geplant hat sie das Straßburger Architekturbüro Dominique Coulon & associés.

Gallerie

Die Kleinstadt liegt landschaftlich reizvoll direkt an einem über 2.000 Hektar großen Naturschutzgebiet, dem Grand Parc Miribel Jonage, und wird von zwei Armen der Rhone eingeschlossen. Die Umgebung des 6.168 Quadratmeter großen neuen Schulkomplexes ist durch Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbebetriebe in überwiegend offener Bauweise geprägt.

Komplexer Baukörper für komplexes Raumprogramm
Auf die heterogene Stadtstruktur reagieren die Entwurfsverfasser mit einem komplex verschachtelten Solitär, der sich aus ein- bis dreigeschossigen Volumen und mehreren (Innen-)Höfen zusammensetzt. Verbindendes Element ist die Akzentfarbe Blau, die in verschiedenen Schattierungen an Außenwänden und auf Bodenbelägen eingesetzt wurde. In Kombination mit weißen Fassadenflächen und Sonnenschutzelementen sowie großzügigen Verglasungen entsteht ein einheitliches Erscheinungsbild.

Etwa acht Kindergartengruppen sind im Erd- und ersten Obergeschoss untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich eine Krippe mit Platz für über 50 Kinder und zwei getrennte Spielplätze, außerdem eine gemeinsam genutzte Kantine für Kindergarten und Grundschule. Des Weiteren stehen eine Sporthalle, ein Mehrzweckraum und eine kleine Bibliothek auch zur öffentlichen Nutzung bereit.

Über eine breite überdachte Außentreppe gelangen die Grundschulkinder zu ihrem Pausenhof, der die Dachfläche des Erdgeschosses einnimmt. Von hier erreichen sie die Klassenräume, die sich in zwei riegelförmigen Baukörpern im ersten und zweiten Obergeschoss befinden. Diese sind L-förmig zueinander positioniert. Mehrere innen liegende Treppenhäuser sorgen für die notwendige (barrierefreie) Verbindung aller Ebenen.

Der Außenbereich der Grundschule verfügt über eine Sichtverbindung zum ebenerdig liegenden Innenhof der Krippe. Die Unterrichtsräume sind überwiegend zur Straße, nach Osten und Norden, ausgerichtet und geschosshoch verglast. Einschnitte in der Kubatur, Bäume und weiße Markisen sorgen im Sommer für eine ausreichende Verschattung der Innen- und Außenbereiche.

Akustik: Konsequentes Gestaltungskonzept bis ins Detail
Der Einsatz von Farbe und Materialien erfolgt im gesamten Gebäude konsequent und einheitlich: Während im Außenbereich der Ecole René Beauverie kühles Azurblau und Weiß dominieren, ist in den Innenräumen warmes Senf- und Sonnengelb tonangebend. Es findet sich auf Fußböden, an Einbaumöbeln und Türen. In den Gruppen- und Klassenräumen strahlt es in Kombination zu weißen Wänden und Möbeln aus hellem Holz, in den Fluren nimmt es den Sichtbetonwänden und hellgrauen Fußböden die Strenge.

Auch die eingesetzten Akustikplatten fügen sich, mal unauffällig, mal akzentuierend, in das Farbkonzept ein. Gerade in Unterrichtsräumen müssen eine gute Sprachverständlichkeit und die Reduktion von Störgeräuschen gewährleistet sein. Daher wurden die Decken der Lehrräume nahezu vollflächig mit weißen, gelochten Resonanzabsorbern verkleidet. Optisch fügen sie sich beinah unsichtbar in die Räume ein. Textile Vorhänge und schallabsorbierende Schrankelemente erhöhen zusätzlich den Absorptionsgrad.

Die Raumakustik in den stark frequentierten Flurbereichen wird mit deckenhängenden Baffeln optimiert. Eine Verringerung der Nachhallzeit ist hier, wo schallharte Betonflächen vorherrschen, besonders wichtig. Farblich passen sie zu den gelben Garderobennischen. -ik

Bautafel

Architektur: Dominique Coulon & associés, Straßburg
Projektbeteiligte: Euro Sound Project, Straßburg (Akustik); Batiserf Ingénierie, Fontaine (Statik);
Solares Bauen, Freiburg (Energieplanung); Bruno Kubler, Straßburg (Außenanlagenplanung)
Bauherrschaft:
Stadt Vaulx-en-Velin
Fertigstellung:
2019
Standort:
Chemin Gaston Bachelard, Vaulx-en-Velin, Frankreich
Bildnachweis: Eugeni Pons, Lloret

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