Die Entwicklung von automatischen Türsystemen

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Schon in der Antike machte man sich Gedanken über die Automatisierung von Türen. Die ersten automatischen Türanlagen wurden u.a. in Tempelanlagen eingebaut und öffneten bzw. schlossen die großen Eingangstüren. Hierbei handelte es sich um rein physikalische Vorgänge, wie z.B. Gewichtsverlagerungen von Stoffen wie Wasser oder Sand, umgesetzt in eine Drehbewegung als Antrieb für eine Tür.

In Amerika, dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", begann die Türautomatik im 19. Jahrhundert ihren Siegeszug. In Europa erreichte die Türautomation in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts einen Durchbruch mit der Automatisierung von Bahn- und Bustüren. In den folgenden Jahren entwickelten sich die automatischen Türantriebe über pneumatische und hydraulische Antriebe bis zu den heute hauptsächlich verwendeten, sehr geräuscharmen, elektromotorischen Antrieben.

Bereits 1953 entwickelte Helmut Heinz Bunzl, Gründer der record Türautomation AG, in der Schweiz den ersten elektromechanischen Drehtürantrieb. Dieser wurde nicht wie die heute bekannten Antriebe auf dem Sturz oberhalb der Drehflügeltür montiert, sondern unten auf dem Türblatt. Durch ein Reibrad aus Gummi wurde das Türblatt auf dem Fußboden angetrieben.

Die ersten Türantriebe besaßen noch recht wenig „Intelligenz“. Sie bestanden aus einem Netzteil, einem Motor und einer einfachen Steuerung, welche die Endlagen über entsprechende Endschalter abfragte. Das Laufverhalten dieser Türen war noch nicht so harmonisch, wie wir es heute gewohnt sind.

Erst die Weiterentwicklung im Bereich der Elektronik brachte Anfang der 80er Jahre die ersten Mikroprozessor-gesteuerten, komfortabel zu regelnden und sichereren automatischen Türsysteme hervor. Durch diese Steuerungen waren Endschalter-lose Systeme möglich, welche über eine Lernfahrt in Öffnungs- und Schließrichtung selbsttätig die Endpositionen abtasteten und speicherten. Ein sanfter Anlauf der Türflügel und ein ebenso sanftes Abbremsen der Türenflügel prägten schon in diesen Jahren ein gutes Laufverhalten der automatischen Türen.

Mit dem Fortschreiten der Steuerungsentwicklung ging die Entwicklung der entsprechenden Sensorik einher. In den Anfängen der Türautomation wurden automatische Türen häufig über pneumatische Kontaktmatten oder einfache Taster bedient. Erste Radar-Bewegungsmelder wurden bereits Anfang der 70er Jahre auf den Markt gebracht. Diese beruhten schon damals auf dem Prinzip der Mikrowellentechnik. Ebenfalls zur Auslösung wurden Infrarotdetektoren benutzt, welche auf die reflektierte Wärmestrahlung reagieren. Beide Systeme wurden ständig weiterentwickelt und bilden auch heute noch die Grundlage für eine sichere Auslösung und Absicherung.

Heutzutage sind automatische Türen nicht mehr aus dem öffentlichen Bereich wegzudenken. Sie bieten nicht nur Komfort, sondern ermöglichen durch die gewonnene Barrierefreiheit auch für behinderte und ältere Personen ein gutes Stück mehr an Lebensqualität in allen Bereichen des täglichen Lebens.

Bildnachweis: HAW Hamburg