Platzsparende Grundrisse
In manchen Gebäuden steht aus bestandschutztechnischen oder funktionalen Gründen relativ wenig Platz zur Verfügung. Dem Planer, der gemeinsam mit dem Bauherrn vor der Frage steht, wie eine zulässige und doch praktikable Lösung gefunden werden kann, um übereinander liegende Treppen unterzubringen, bieten sich eine Anzahl von Lösungen, die unterschiedlichen Flächenbedarf haben.
Ausgehend von einer Treppenbreite von einem Meter, sowie 16 Steigungen mit einem Steigungsverhältnis von 17/29 cm und einer Geschosshöhe von etwa 2,70 Metern ergeben sich unterschiedliche Flächen, wobei der "Podest"-Raum der weiterführenden Geschossebene mitgerechnet wurde:
- Am wenigsten Platz verbraucht eine Spindeltreppe, die aber nicht als notwendige Treppe in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen dienen darf. Der Flächenbedarf liegt (Spindel 20 cm) bei 4,9 qm incl. Viertelpodest.
- Die um 180° halbgewendelte Treppe ist bei den üblichen orthogonalen Grundrissen die nächste platzsparendste Variante. Diese Treppen haben aber ebenfalls den Nachteil der eingeschränkten Transportfähigkeit von größeren Möbelstücken. Der Flächenverbrauch incl. "Podest"-Fläche des Geschosses darüber beträgt, bei einem Treppenauge von nur 10 cm, 6,7 qm.
- Der Platzbedarf einer zweiläufig geraden Treppe mit Wendepodest, beträgt dagegen schon 9,1 qm. Der Nachteil der Transportenge ist minimiert. Dies führt zu ihrer Beliebtheit in Mehrfamilienhäusern, da Sie einerseits platzsparend genug und andererseits praktikabel und sicher ist.
- Alle langgestreckten Treppentypen verbrauchen wesentlich mehr Platz. Eine Treppe die zweimal (gegenläufig) viertelgewendelt ist hat einen Platzbedarf von immerhin 10,1 qm .
- Die einläufig gerade Treppe bildet als - vom Flächenbedarf gesehen - unwirtschaftlichste Variante das Schlusslicht mit 13,4 qm.
Bildnachweis: Handbuch der Treppenbaukunde von F. Mielke