CAD für den Treppenbau
Heutiger Treppenbau ist ohne planerische EDV-Unterstützung kaum mehr denkbar. Treppen in kleineren Wohngebäuden, deren Planungsaufwand im Verhältnis zu ihrer Vergütung sehr ungünstig stehen, erfordern geradezu eine schnelle und leicht zu handhabende Software, um komplizierte Grundrissformen wirtschaftlich umsetzen zu können. Marktübliche CAD-Programme für Treppen werden als
- 2D-Version
- 2,5D-Version oder
- 3D-Version
Insbesondere Wangenabwicklungen von gewendelten Treppen oder von Wendeltreppen sind ohne räumliches Vorstellungsvermögen von Hand sehr schwer zu erstellen. Für den Profi oder den detailbewussten Architekten empfiehlt sich daher, die aufwendigere und etwas teurere 3D-fähige Software einzusetzen. Wesentliche Kriterien der Treppennormen sind Bestandteil der Abfragematrix von Treppen-Software, so dass dem Planer wirklich grobe Fehler kaum mehr unterlaufen können. Die Generierung von 3D-Modellen als Draht-, Flächen- oder Volumenmodell erlaubt dem Planer, auch einzelne, mit herkömmlicher Planung schwer darstellbare Finessen oder Bauteile wie z.B. visuell zu überprüfen. Bei beengten Verhältnissen sollte auch das Lichtraumprofil mit der einzuhaltenden "Kopffreiheit" von 2,00 Metern überprüft werden können.
Während unterschiedliche Anbieter mittlerweile die wichtigsten Softwaremodule wie Zeichnungshilfen (Schraffuren, Raster, Tangenten etc.), Bearbeitungstricks (Drehen, Kopieren, Spiegeln, Trimmen) oder verschiedene Schrifttypen, assoziative Bemassung etc. als Standard anbieten, erlaubt bessere CAD-Software sogar, Treppen auf der Basis von im Grundriss frei geschweiften Formen zu konstruieren. Die meisten Programme haben aber mit
verschiedenen Planungszielen größere Schwierigkeiten, deshalb sollen ein paar Kriterien für die Auswahl einer Treppenbau-CAD - ohne Absicht auf Vollständigkeit - angefügt werden:
- Die Eignung für die technische Weiterverarbeitung der Planungsparameter in CNC-gesteuerten Maschinen ist für den kleinen Schreinerbetrieb noch optional, gehört für den professionellen Treppenbauer aber zum Standard.
- Die Unterstützung aller wichtigen Parameter muss auf der neuesten DIN 18065, die seit Januar 2001 in Kraft getreten ist, basieren bzw. durch Updates aktualisiert werden können.
- Vernünftige und Komfortable Bemassungen, Texteditoren sollten die Arbeit erleichtern.
- Die Daten der Bauteilfügungen, wie Einstemmtiefen von Treppenwangen etc. sollten in Dialogfenstern leicht erkennbar, editierbar und als Datensatz auch in Kalkulationsprogrammen transferierbar sein.
- Materialtypische Eigenschaften von Holz- oder Stahlbauteilen sollten für Treppenhersteller ohnehin, für Architekten optional als Makros editierbar und darstellbar sein
- An- und Austritte sollten verlängert oder verkürzt werden können
- Es erleichtert die Arbeit, wenn mehrteilige Treppen mit verschiedenen Laufbreiten in einem Planungsschritt hergestellt werden können
- Geländer und Handläufe sollten für professionelle Treppenbauer nicht nur als zweidimensionale Flächen editiert werden können, sondern materialgerecht und voll 3D-fahig konstruiert und verändert werden können .