Vakuumisolierglas
Hoher Gesamtenergiedurchlassgrad trotz Wärmeschutz
Wärmeschutzverglasungen mit Edelgasfüllungen und Silberschichten auf der Außenseite der Innenscheibe haben beim Wärmedämmstandard ein sehr hohes Niveau erreicht. U-Werte von dreifachverglasten Fenstern liegen heute im Scheibenbereich bereits bei 0,6 W/m²K. Meist geschieht dies jedoch zu Lasten des immer geringer werdenden Energie- und Lichteinfalls, je größer der Durchmesser des Scheibenaufbaus und der Verglasungen ist.
Vakuumverglasungen, die hier zukünftig Abhilfe schaffen könnten, werden mit vergleichsweise hohen U-Werten bereits auf dem japanischen Markt angeboten. Bei Vakuum-Isolierglas ist der Einsatz von teuren Edelgasen nicht mehr erforderlich. Gleichzeitig ist der Systemaufbau wesentlich schlanker als bei üblichen Zwei- oder Dreifachverglasungen: Ein gasdichter Randverbund nimmt zwei 3 - 4 mm dicke Scheiben in einem Abstand von 0,7 mm auf. Für den Tageslichteinfall würde dies durch die Anhebung des Gesamtenergiedurchlassgrades ebenfalls eine Verbesserung bedeuten.
Ein aktuelles Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie ein Verbund aus mehreren Forschungsinstituten und mittelständischen Unternehmen haben zum Ziel, die in Japan erreichten U-Werte, deutlich zu verbessern. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, ob Vakuumisolierglas dauerhaft dicht und bezahlbar herzustellen ist und in Europa vermarktet werden kann. Auch wird überprüft, ob Vakuumverglasung z. B. mit Sonnenschutzglas zu kombinieren ist. Ab 2010 sollen die Ergebnisse bereit und Vakuumverglasung auf dem Markt zur Verfügung stehen.
Bildnachweis: Bine Informationszentrum, Bonn