Tageslichtleitung durch Heliostaten

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Lichttransport mittels Spiegelsystemen

Heliostaten sind Spiegelsysteme, die es ermöglichen, Licht mehrfach umzulenken, damit es in Bereiche gelangt, die sonst kein oder nur wenig Tageslicht erhalten. So können sie unabhängig vom Sonnenstand ausgeleuchtet werden. Die Spiegel sind bis zu 5 m² groß und werden der Sonne in zweifacher Richtung nachgeführt, da die Sonne sowohl ihren Höhen- als auch ihren Azimutwinkel ständig verändert. Eine Heliostatenanlage arbeitet allerdings nur dann wirklich effektiv, wenn direktes Sonnenlicht zur Verfügung steht; bei bedecktem Himmel findet keine nennenswerte Lichtlenkung statt.

Meist werden Heliostaten auf dem Dach installiert, um das Licht z.B. durch gebäudehohe Räume lenken zu können. Ein zweiachsig der Sonne nachgeführter Empfangsspiegel, leitet das einfallende Licht auf einen oder mehrere weitere Spiegel, durch die es schließlich gezielt und ohne Verluste über Fenster, Lichtschächte oder Lichtkuppeln in das Gebäude gelenkt wird.

Der Einsatz einer Heliostatenanlage verringert den Energieverbrauch und die Kosten für die Beleuchtung. Der Wartungsaufwand des Systems ist jedoch relativ hoch, da die Spiegel der Witterung ausgesetzt sind und eine exakt definierte Nachführung des Empfangsspiegels gewährleistet bleiben muss. Die Spiegelanlage ist für die Belichtung von Bürogebäuden, Schulen oder Museen genauso einsetzbar wie für Erschließungsbereiche und Lichthöfe. Für Wohnbereiche oder kleinere Bauaufgaben eignen sich aufgrund des technischen Installationsaufwandes und der Kosten eher Lichtkamine.

Quelle: D. Haas-Arndt, F. Ranft; "Tageslichttechnik in Gebäuden", Hüthig Jehle Rehm, Heidelberg
Bildnachweis: Haas-Arndt, Hannover; Zeichnung: Haas-Arndt/Schädlich, Hannover/Siegen