Schaltbare Gläser
Gläser mit veränderbaren Einfärbungen
Sonnenschutzglas schafft ganzjährig eine Verdunklung eines Raumes, auch wenn ein Sonnenschutz gar nicht zwingend benötigt wird. Der Vorteil von schaltbaren bzw. variochromen gegenüber üblichen Sonnenschutzgläsern ist, dass sich das Glas nur bei Bedarf verfärbt und den Raum nicht das ganze Jahr über gleichmäßig verdunkelt. Zudem ist das System witterungsunabhängig und erfordert einen sehr geringen Wartungsaufwand. Als Nachteil kann die Trägheit des Systems angeführt werden. Es vergehen meist 20 Minuten bis die vollständige Verfärbung des Glases eingetreten ist. Ebenso viel Zeit nimmt die Entfärbung in Anspruch. Die Steuerung des elektrochromen Systems ermöglicht eine Verringerung der Lichttransmission auf 15 bis 50 %, der Gesamtenergiedurchlassgrad kann auf 12 bis 36 % reduziert werden. Sowohl bei der Sonnenschutzstellung als auch bei der Reflexion sind Durchsicht und Tageslichteinfall gewährleistet.
Elektrochrome Gläser
Elektrochrome Gläser verändern nur bei Sonneneinstrahlung durch einen elektrischen Impuls ihre Farbe. Eine Oxidbeschichtung auf der Innenseite von zwei Gläsern, die durch eine leitfähige Polymerfolie miteinander verbunden sind, sorgt dafür, dass die bläuliche Färbung des Glases beim Anlegen einer elektrischen Spannung entsteht. Dadurch wird der Licht- und Energiedurchlass deutlich verringert. Bei bedecktem Himmel herrscht klare Sicht, während sich elektrochrome Gläser bei direkter Sonneneinstrahlung durch den elektrischen Impuls zu Sonnenschutzglas verfärben.
Gaschrome Gläser
Gaschrome Gläser funktionieren durch das Einbringen eines wasserstoffhaltigen Gases aus dem geschlossenen Kreislauf des Fensterrahmens in den Scheibenzwischenraum. Sie verfärben sich dabei bläulich, während – wie bei Sonnenschutzglas auch - ihre Durchsicht erhalten bleibt. Der Grad der Verfärbung ist beeinflussbar. Beide Gläser benötigen für ihre Funktion einen Stromanschluss sowie eine Regelung.
Quelle: D. Haas-Arndt, f. Ranft; "Tageslichttechnik in Gebäuden", Verlag Hüthig Jehle Rehm, Heidelberg
Bildnachweis: Haas-Arndt, Hannover