Mechanische Lüftung

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 |

Funktionsweise und Systeme

Bei der „mechanischen Lüftung” (auch maschinelle Lüftung genannt) kann grob zwischen einer „zentralen mechanischen Belüftung“, durch zentrale Haustechnikanlagen, und einer „dezentralen mechanischen Belüftung“ durch dach- oder fassadenintegrierte Lüftungsgeräte unterschieden werden. Bei dach-/fassadenintegrierten Systemen verringert sich durch die dezentrale Anordnung der Geräte gegenüber einer Haustechnikzentrale der Platzaufwand für Verteilerschächte und Kanäle. Gleichzeitig steigt jedoch bei den fassadenintegrierten Systemen der Wartungsaufwand. Energetisch günstige Vorrichtungen wie die Wärmerückgewinnung lassen sich bei dezentraler Einrichtung der Lüftungsgeräte in Bürogebäuden nur mit erhöhtem Aufwand durchführen. Durch die Mischung beider Systeme zu einem Hybridsystem wird versucht, die Nachteile einzelner Systeme zu vermeiden und die Vorteile zu kombinieren (z. B. zentrale Abluft in Kombination mit Zuluft über schallgedämmte Überströmöffnungen und zusätzliche Öffnungsflügel).

Zentrale Be- und Entlüftungsanlage
Hier wird die verbrauchte Luft aus den Feuchträumen abgesaugt. Die Zuluft wird über ein zweites Rohrnetz auf die Wohn- und Schlafräume verteilt. Durch Öffnungen muss das Überströmen von einem zum anderen Bereich möglich sein. Die Außen- und die Fortluft werden durch ein Zentralgerät geleitet. Dort wird ein Teil der Abluftwärme durch einen Wärmetauscher auf die Zuluft übertragen.

Durch Lüftungswärmepumpen können aus der abgekühlten Abluft nahezu die gesamten Wärmeverluste zurückgewonnen werden. Der Verdampfer befindet sich im Abluftstrom hinter dem Wärmetauscher und nutzt die Restenergie. Im Zuluftstrom gibt der Verflüssiger die Wärme an die Zuluft ab.

Dezentrale mechanische Belüftung
Während eine zentrale Be- und Entlüftungsanlage mehrere Räume versorgt, werden durch dezentrale Lüftungsgeräte jeweils nur einzelne Räume gelüftet. Mechanische Einzelraumlüfter bestehen hauptsächlich aus zwei Ventilatoren, Wärmetauscher und Filter. Sie sollten im oberen Teil der Außenwand in Nähe der Fenster angebracht sein. Oft werden sie zur Lüftung des Badezimmers im Neubau oder nach einer Fenstersanierung in Mehrfamilienhäusern zum Feuchteabtransport eingesetzt. Eine Wärmerückgewinnung ist möglich.

Bei maschinellen Be- und Entlüftungssystemen ist es ganz besonders wichtig, die tatsächlich erforderlichen Luftmengen exakt zu ermitteln. Die Devise lautet: Soviel Luft wie erforderlich dort, wo es tatsächlich benötigt wird. Nur so können die Energiekosten auf ein Minimum reduziert werden. Lüftungstechnische Messungen und die Erstellung einer Ist-Analyse sind zu empfehlen.

Bildnachweis: Fachinstitut Gebäude-Klima e.V., Bietigheim-Bissingen (1,2); Essmann, Bad Salzuflen (3)