Funktion von Oberlichtern
Vorteile durch Licht von oben
Ein Oberlicht ist eine verglaste Öffnung in der Dachhaut. Es wird insbesondere in Gebäuden mit ungünstiger Geometrie, großen Raumtiefen oder in Räumen eingesetzt, die mit einer seitlichen Befensterung keine ausreichende Belichtung erfahren würden.
Bei einem gleichmäßig bedeckten Himmel ist die Leuchtdichte aus dem Zenit dreimal höher als die des Seitenlichtes in Horizontnähe. Aus diesem Grund bewirkt der Einsatz eines Oberlichtes sowohl eine deutlich wahrnehmbare Anhebung der Tageslichtmenge als auch eine bessere Gleichmäßigkeit bei der Beleuchtungsstärkeverteilung im Raum. Mit geeignet dimensionierten Oberlichtern erreicht man an Sonnentagen bei guten Lichtverhältnissen Beleuchtungsstärken im Maximum von bis zu 10.000 Lux im Gebäude und liegt damit weit über denen des Kunstlichtes. Durch Oberlichter kann in den oberen Etagen eines Gebäudes während der täglichen Nutzungszeit weitgehend auf die Zuschaltung von Kunstlicht verzichtet werden.
Der architektonische Raum wird durch den Einsatz von Oberlichtern anders wahrgenommen. Das von oben einfallende Tageslicht betont bestimmte Zonen wirksamer als eine Seitenbefensterung. Überdies können innen liegende Flure oder Treppenräume, die in oberen Geschossen liegen, durch Oberlichter Tageslicht erhalten. Durch Galerien und Deckendurchbrüche lassen sich auch in darunter liegenden Geschossen interessante Sichtverbindungen und großzügige Raumeindrücke ermöglichen. Gerade hier zeigen sich durch den gezielten Einsatz von Oberlichtern Synergieeffekte zwischen Raumgestaltung und Tageslichtnutzung.
Quelle: D. Haas-Arndt, F. Ranft; "Tageslichttechnik in Gebäuden", Verlag Hüthig Jehle Rehm, Heidelberg
Bildnachweis: Haas-Arndt, Hannover