Atrien und Lichthöfe
Tageslichtnutzung durch Glasdächer
Büroarbeitsplätze sollten möglichst an der Außenseite von Gebäuden liegen. Ist dies nicht bei allen Räumen möglich, so können sie alternativ zu einem Lichthof oder Atrium orientiert werden, um in den Genuss des Tageslichtes zu kommen. Ein Atrium wird von einer glasüberdeckten Halle gebildet, die von zwei oder mehr Seiten von Gebäudeteilen eingeschlossen wird und ggf. auch die gesamte Erschließung des Gebäudes beherbergt. Das Licht fällt von oben ein und belichtet auf diese Weise Büroräume mit Tageslicht. Da die Lichtmenge jedoch mit zunehmender Entfernung vom Glasdach abnimmt, ist bei sehr hohen Atrien der Lichteinfall für Räume in den unteren Geschossen oftmals zu gering, es sei denn, das Atrium ist extrem großzügig dimensioniert oder bekommt zusätzlich Seitenlicht.
Im Sommer steigt bei klarem Himmel mit der Beleuchtungsstärke auch die thermische Belastung im Atrium so stark an, dass mit wirksamen Verschattungen gearbeitet werden muss, die den Lichteinfall in den unteren Geschossen weiter reduzieren. Werden Atrien mit hellen Umgebungsflächen ausgestattet, erhöhen sie wiederum das natürliche Lichtangebot im Inneren durch das reflektierende Tageslicht. Darüber hinaus können im Winter Energieeinsparungen bei der Beheizung der angrenzenden Räume durch solare Gewinne erzielt werden.
Ein Atrium dient in den meisten Fällen nicht nur der Belichtung der angrenzenden Räume, sondern übernimmt auch die Funktion der natürlichen Be- und Entlüftung des gesamten Gebäudes, um auf diese Weise den technischen Aufwand und den Energieverbrauch zu verringern. Durch Lüftungsöffnungen im Dachbereich und thermischem Auftrieb innerhalb des Atriums, kann zumindest eine natürliche Klimatisierung des Gebäudes unterstützt werden. Als hilfreich für die Temperierung des Atriums erweisen sich auch speicherfähige Materialien innerhalb des Atriums, da sie Temperaturspitzen ausgleichen können.
Quelle: D. Haas-Arndt, F. Ranft; "Tageslichttechnik in Gebäuden", Verlag Hüthig Jehle Rehm, Heidelberg
Zeichnungen: Haas-Arndt/Schädlich, Hannover/Siegen