Transparenter Balkon zum Ausklappen
Ein Fenster wird zum Außenraum
Kleinen Wohnungen fehlt oftmals ein Balkon, der den Innenraum um Luft und Tageslicht erweitert. Meist lässt sich der im Sommer beliebte Außenraum auch nachträglich nicht ohne statische Probleme oder unverhältnismäßig hohe Kosten nachrüsten. Das Amsterdamer Büro Hofman Dujardin Architects hat für diesen Fall den Prototyp eines Klappbalkons entwickelt. Hinter dem Produktnamen Bloomframe verbirgt sich ein Fenster, das sich bei Bedarf zu einem transparenten Balkon ausfalten lässt. In eingefahrenem Zustand ist lediglich eine verglaste Öffnung mit geschlossener Brüstung in der Fassade zu sehen. Durch das Ausklappen des Elementes wird die Brüstungsfläche zum Boden des Balkons.
Werden statt Brüstung bodentiefe Fenster gewünscht, verfügt der ausgeklappte Balkon sogar über einen gläsernen Boden. Die Seitenteile bestehen im Normalfall aus Metallgeländerstäben, sie lassen sich jedoch - bei erhöhtem Platzbedarf in eingefahrenem Zustand - durch transparente Glasgeländer ersetzen.
Die Fenstergröße für den Einbau eines Bloomframe liegt bei maximal 3,00 x 2,60 m. Das Öffnen und Schließen des flexiblen Elementes erfolgt per Knopfdruck mittels eines Elektromotors innerhalb von 15 Sekunden. Da der Balkon bei Regen schnell eingefahren werden sollte, ist es ratsam, einen entsprechenden Regensensor vorzusehen. Ideal ist der platzsparende Balkon für das Nachrüsten in innerstädtischen Gebäuden mit kleinen Appartements oder Studentenwohnungen. Sein Preis liegt, je nach Größe, zwischen 9.000 bis 11.000 Euro. Das niederländische Architekturbüro erhielt für seine praktische Erfindung den Red Dot Award für Product Design.
Der gläserne Klappbalkon lässt sich überall dort montieren, wo auch ein Fenster mit geschlossener oder transparenter Brüstung eingebaut werden könnte. Voraussetzung ist, dass die Statik der Außenwand für eine zusätzliche Last geeignet ist. Außerdem muss eine Baugenehmigung beim zuständigen Bauaufsichtsamt beantragt werden, da z. B. ein Mindestabstand zu Nachbargrenzen einzuhalten ist. Beim Einbau in Deutschland muss eine Zulassung nach den Europäischen Produktenrichtlinien oder vom Deutschen Institut für Bautechnik vorliegen.
Bildnachweis: A.-M. Beutler, Siegen
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